Schlimme Erinnerungen

Herzmuskelentzündung bei Davies: FC Bayern verhindert wohl Schlimmeres

Davies am 4. Januar nach überstandener 
Corona-Infektion an 
der Säbener Straße
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Davies am 4. Januar nach überstandener Corona-Infektion an der Säbener Straße .

Nein, 2022 ist bislang nicht das Jahr des FC Bayern. Kaum ist das neujährliche Corona-Chaos halbwegs überstanden, trifft den Rekordmeister auch schon die nächste Breitseite.

München - Die Rede ist von Alphonso Davies, der Cheftrainer Julian Nagelsmann bis auf Weiteres nicht zur Verfügung stehen wird. Grund: Anzeichen einer Herzmuskelentzündung!

Der Kanadier war bereits beim Rückrundenauftakt gegen die Gladbacher Borussia (1:2) aufgrund von Corona ausgefallen – ob die Myokarditis nun eine Folge von Covid ist, lässt sich jedoch nicht genau sagen. Fakt ist: Bei Davies steht vorerst die Gesundheit an oberster Stelle. Dass es gerade am Herzen sämtliche Risiken zu minimieren gilt, führte schließlich der kollabierte Dänen-Star Christian Eriksen der gesamten Welt vergangenen Sommer bei der EM auf dramatische Weise vor Augen.

FC Bayern: Herzmuskelentzündung bei Davies

Kein Wunder also, dass Nagelsmann den Status quo an der Säbener Straße wie folgt zusammenfasste: „Bescheiden bis beschissen, bis hochgradig beschissen.“ Insbesondere aus Davies’ Blickwinkel, bei dem eine routinemäßige Kontrolle die Alarmglocken aufschrillen ließ.

„Bei Phonzie ist es so, dass wir bei der Nachuntersuchung, die wir bei jedem Spieler machen, der Corona hatte, Anzeichen einer leichten Herzmuskelentzündung festgestellt haben. Er ist bis auf Weiteres raus aus dem Training und wird in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen. Das muss jetzt komplett ausheilen. Vom Ultraschall her ist es nicht so dramatisch, es sind Anzeichen. Trotzdem muss es ausheilen“, unterstrich der sichtlich bediente Nagelsmann. Und weiter: „Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit in diesen Tagen gegeben, dass es von Corona plus sportlicher Betätigung kommt. Aber wir wissen es nicht zu 100 Prozent.“

Fest steht derweil schon: Die medizinische Abteilung der Bayern hat einen guten Job gemacht. Denn: Wie gefährlich eine Myokarditis in Verbindung mit Sport sein kann, zeigt das Beispiel von Antonio Puerta. Im Jahr 2007 erlitt der erst 22 Jahre alte Profi des FC Sevilla während der Partie gegen Getafe einen Herzstillstand, verstarb wenig später im Krankenhaus. Auch Sergio Agüero vom FC Barcelona setzt sein Herz dieser Tage zu. Der Argentinier war Ende Oktober gegen Deportivo Alavés zusammengebrochen, pausiert seitdem. Ob seine Herzrhythmusstörungen ihn die Karriere kosten? Nicht ausgeschlossen!

FC-Bayern-Aufstellung gegen Köln

Das Davies-Drama ist natürlich auch in sportlicher Hinsicht unglücklich. Zwar sind die meisten Corona-Patienten der Münchner wieder mit an Bord, für einen Startelfeinsatz in Köln reicht es mit Blick auf die Belastungssteuerung laut Nagelsmann derweil aber wohl nur bei Manuel Neuer. Hinzu kommt: Der Verein hat sich dazu entschlossen, die Knieprobleme von Leon Goretzka weiterhin konservativ zu behandeln, weshalb der Mittelfeldspieler die nächsten zwei Wochen weiterhin fehlen wird.

Ganz zu schweigen von den verletzten Kingsley Coman und Josip Stanisic, dem mittlerweile aus der Isolation entlassenen Lucas Hernández sowie den Afrika-Cup-Teilnehmern Eric Maxim Choupo-Moting und Bouna Sarr, die die Ausfallliste gegen den FC komplettieren. Muss der FC Bayern angesichts der Personalnot etwa doch noch aktiv werden auf dem Transfermarkt? Nagelsmann: „Es ist keine Verpflichtung, wäre aber auch kein Schaden.“ Klingt einigermaßen eindeutig. (José Carlos Menzel López)

Christian Eriksen ist nach seinem EM-Zusammenbruch bereit für die Rückkehr auf die große Fußballbühne. Der FC Bayern ist angeblich am Dänen interessiert. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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