In einem Interview in Italien

Carlo Ancelotti nennt Zeit beim FC Bayern „einzige bittere Erfahrung“ und verweist auf Fehler

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Wenn ich an den FC Bayern denk‘: Carlo Ancelotti hat schlechte Erinnerungen an seine Zeit in München.

Carlo Ancelotti tritt noch einmal gegen den FC Bayern nach. In einem Interview nennt er die Zeit in München seine „einzige bittere Erfahrung“. Zudem kritisiert er die Weigerung zum Wandel.

Update vom 6. Dezember, 20.55 Uhr: In einem Interview mit der italienischen Sportzeitung Gazzetta dello Sport hat Carlo Ancelotti sein Aus vor gut 14 Monaten als „einzige bittere Erfahrung“ betitelt. Dabei schiebt er den Bossen - und indirekt auch den Spielern - eine Mitschuld zu: „Der Verein hatte damals nicht die Absicht, die Struktur sowie die Arbeitsphilosophie zu ändern und einen Generationswechsel der Spieler zu fördern, was sie jetzt tun.“ Der „Mister“ beobachtet also offenbar noch sehr genau, was beim FC Bayern passiert.“

Carlo Ancelotti schießt gegen Bayern-Bosse und tritt gegen Spieler nach

Paris - Carlo Ancelotti gilt eigentlich als Gentleman, ein Menschenkenner und einer, der nur dann etwas sagt, wenn es auch gehaltvoll und angebracht ist. Dass der „Mister“ nun gegen die Bayern-Bosse schießt, lässt daher tief blicken. Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, dass Ancelotti nach einer krachenden 0:3-Pleite in Paris gegen PSG seine Koffer packen und dem FCB „arrivederci“ sagen musste. 

Die Spieler standen nicht mehr hinter ihm, zu viele Führungsspieler habe er gegen sich aufgebracht, hieß es damals von Vereinsseite. Ausgerechnet also seine Kernkompetenz, das Zwischenmenschliche, war dem italienischen Erfolgscoach zum Verhängnis geworden. Nun kehrt Ancelotti mit seinem neuen Klub SSC Neapel in den Parc des Princes zurück und kann sich die eine oder andere Spitze in Richtung München nicht verkneifen. 

Carlo Ancelotti: Beim FC Bayern München hat sich nichts geändert 

Auf der Pressekonferenz am Dienstag wurde der 59-Jährige gefragt, was sich denn seit diesem 27. September 2017, dem Schicksalsspiel in Paris, verändert habe. „Sehr viele Dinge“, antwortete Ancelotti klar. „PSG hat sich verändert, den Trainer gewechselt. Bei den Bayern hat sich nichts geändert, die Probleme von vor einem Jahr sind noch immer da, was ich so höre.“ 

Eine Kritik an den Bayern-Bossen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge? Eindeutig! Immerhin hatte der Ex-Bayern-Trainer schon zu seiner Amtszeit einiges in München verändern wollen und auf den nötigen Umbruch hingewiesen. Die Reaktion der Oberen fiel eher verhalten aus, an den Altstars wie Franck Ribéry und Arjen Robben wurde weiter festgehalten, statt sie nach und nach zu ersetzen. Und Ancelotti? Durfte nach einer Saison und paar Gequetschten wieder die Biege machen. 

Spätestens jetzt, ein Jahr später, darf sich der zweimalige Weltklubtrainer des Jahres (2006, 2014) bestätigt fühlen. Der viel diskutierte Umbruch wurde verpasst, nicht umsonst ist die Unantastbarkeit des FC Bayern in der Bundesliga ordentlich angekratzt. Die Wut-PK von Hoeneß und Rummenigge vor dem Match gegen den VfL Wolfsburg (3:1) hat das nur allzu deutlich gemacht. 

Nur fünf Spieler des FC Bayern haben Carlo Ancelotti unterstützt 

Doch nicht nur die Vereinsbosse, auch die Spieler bekamen ihr Fett weg an diesem Dienstag in Paris. Die Voraussetzungen mit Neapel sind nun andere als noch vor einem Jahr mit dem deutschen Rekordmeister. „Meine Stimmung hat sich sehr geändert seit letztem Jahr und meinem letzten Besuch in Paris“, betonte Ancelotti. 

Vor allem in Bezug auf die Unterstützung des Vereins. „Letztes Jahr, als ich hier ankam, haben mich bei Bayern nur fünf Spieler unterstützt. Jetzt habe ich das Vertrauen der Spieler und des ganzen Vereins in Neapel“, kritisierte der italienische Coach. Wer die fünf Spieler waren, die ihn beim FC Bayern München unterstützt haben sollen, verriet Ancelotti aber nicht.

Deutliche Worte von Ancelotti, der mit dem SSC Neapel mit acht Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen gut in die Saison gestartet ist. Gegen PSG (wir haben für Sie zusammengefasst, wo Sie die Partie live im TV und im Live-Stream sehen können) steht nun der nächste Härtetest in der Champions League an. Die Ausgangslage ist jedoch eine gänzlich andere als noch vor einem Jahr. Denn in Neapel vertrauen sie dem „Mister“. Schließlich stimmen bisher auch die Resultate. 

nc

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