Die Bayern zeigen sich unzufrieden

Bayern-Sieg gegen Fürth - doch Thomas Müller regt sich auf

Gut ist nicht gut genug: Das könnte als Fazit stehen über dem Auftritt der Bayern gegen Aufsteiger Greuther Fürth. Dass die Münchner auch dort gewonnen haben, wird da fast schon zur Nebensache.

München/Fürth – Obwohl der FC Bayern mit dem 3:1 (2:0)-Sieg bei der SpVgg Greuther Fürth seine Tabellenführung in der Bundesliga souverän verteidigen konnte, war die Reise nach Mittelfranken eine zähe Angelegenheit für Trainer Julian Nagelsmann und seine Mannschaft. Das lag nicht nur an der späten Bus-Heimkunft Samstag-Nacht gegen 1.30 Uhr, sondern auch am Spielgeschehen am Freitagabend.

FC Bayern: Nach Sieg gegen Greuther Fürth ärgern sich Münchner über eigene Fehler

Nein, schlecht war der Auftritt des deutschen Rekordmeisters im Sportpark Ronhof nicht – aber auch nicht wirklich gut. Die Erwartungen waren nach dem fulminanten 7:0-Sieg gegen den VfL Bochum in der Vorwoche freilich hoch und wurden nur bedingt erfüllt.

„Es war ärgerlich, dass wir mehr oder weniger eine Halbzeit verschenkt haben. Am Ende ist es wichtig, gegen einen Aufsteiger zu gewinnen. Wir bleiben vorne in der Tabelle, das ist schon in Ordnung“, lautete das Resümee von Cheftrainer Nagelsmann. Ähnliche Worte wählte Torschütze Joshua Kimmich: „Ich denke, dass es keine Glanzleistung von uns war. Aber unterm Strich haben wir verdient gewonnen.“

Gewonnen – aber nicht zufrieden mit sich: Thomas Müller (l.) und Robert Lewandowski in Fürth.

Etwas knorriger fiel die Analyse von Thomas Müller in seiner Funktion als „Spieler-Co-Trainer“ (O-Ton Nagelsmann) aus: „In der ersten Halbzeit haben wir zu wenig daraus gemacht, wenn wir die Räume hatten. Da haben wir viele Chancen verdaddelt. Das ist ärgerlich.“ Nach dem Treffer zum 3:0 sei man laut Müller zwar besser ins Spiel gekommen, manchmal aber zu schlampig gewesen: „Es ist Meckern auf hohem Niveau, aber wir können noch flüssiger spielen.“

Lewandowski meckert in Richtung seiner Mitspieler

Gemeckere in Richtung seiner Mitspieler gab es von Weltfußballer Robert Lewandowski. Der Pole blieb zum ersten Mal seit 15 Bundesliga-Spielen ohne Treffer. Damit verpasste es Lewandoswki, den Rekord von Gerd Müller einzustellen, der in 16 Liga-Partien am Stück getroffen hatte. Der Ärger darüber war dem Angreifer nach der Partie deutlich anzumerken, das entging auch Nagelsmann nicht. Der Bayern-Trainer glaube nicht, dass Lewandowski den verpassten Rekord locker nehme: „Wir wissen ja, dass er sehr gierig ist, Tore schießen will, aber auch mehr Bälle möchte im Spiel. Er wird hoffentlich am Mittwoch (Champions-League-Spiel gegen Dynamo Kiew, Anm. d. Red.) treffen, und dann sind wir alle wieder zufrieden.“

Im zweiten Gruppenspiel der Königsklasse darf auch Benjamin Pavard auflaufen. In der Bundesliga hingegen nicht. Der Rechtsverteidiger sah nach einer misslungenen Grätsche gegen den Miesbacher Julian Green nach 48 Minuten glatt Rot. Die Länge der Sperre war bis gestern noch nicht bekannt. „Ich hoffe, dass er nur maximal zwei Spiele Sperre bekommt“, sagte Nagelsmann – und erklärte anschließend sichtlich angefressen, wie dieses Missgeschick überhaupt erst passieren konnte: „Wir hatten nach dem Ballverlust kein gutes Anschlussverhalten, das war etwas träge. Dann waren die Räume auf einmal groß und die Grätsche war auch nicht zwingend notwendig, das hätten wir auch so noch verteidigen können.“

Übrigens wurde der Name des Bayern-Trainers ebenfalls im Spielberichtsbogen vermerkt, weil Nagelsmann wegen Meckerns die Gelbe Karte sah. Sein Kommentar dazu: „Die war unberechtigt, denn der Ball war nicht im Seitenaus.“ Die Aktion passte an diesem Abend aber ins Bild.

Rubriklistenbild: © imago/Sven Simon

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