Umstrittene Partnerschaft

Katar-Antrag abgeschmettert - Bayern-Sponsor sorgt für nächsten Eklat

Bayern-Fans protestieren gegen das Katar-Sponsoring.
+
Bayern-Fans protestieren gegen das Katar-Sponsoring.

Das Amtsgericht München hat einen Fan-Antrag zur Katar-Frage beim FC Bayern abgelehnt. Unterdessen kommt ein neuer Vorfall des FCB-Sponsors ans Licht.

München - Rückschlag für alle Fans, die einem Sponsoring von Katar beim FC Bayern kritisch gegenüberstehen. Das Amtsgericht München habe „den Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen.“ Dies bestätigte Initiator Michael Ott bei Twitter. Die Begründung des Gerichts richte „sich nicht gegen den Katar-Antrag an sich“, erklärte er, „es stützt sich nur darauf, dass keine ausreichende Dringlichkeit bestehe.“

FC Bayern: Amtsgericht München lehnt Katar-Antrag ab - Fans geben nicht auf

Dennoch dürfte die Angelegenheit für den FC Bayern kaum ausgestanden sein, Ott will nicht aufgeben. „Es geht in die nächste Runde“, kündigte er an. Der Bayern-Fan und seine Mitstreiter wollen den deutschen Rekordmeister dazu bringen, das umstrittene Sponsoring mit dem Emirat Katar schnellstmöglich zu beenden.

Mit der Initiative, die zahlreiche bekannte Gesichter aus der Münchner Fan-Szene unterstützen, wollen die Anhänger „präventive Maßnahmen ergreifen, um einen neuen Abschluss zu verhindern“, wie Ott sagte. Katar stehe für massive Menschenrechtsverletzungen, zudem gebe es schwere Vorwürfe von Korruption im Sport, hieß es in einer Mitteilung.

FC Bayern: Katar-Antrag abgelehnt - Ott will Beschwerde einlegen

Das Gericht habe laut Ott angeregt, bei der Jahreshauptversammlung am 25. November „doch einfach einen Spontanantrag“ zu stellen. Dieser brauche aber eine 75-prozentige Mehrheit der Mitglieder, um zugelassen zu werden. „Das reduziert die Erfolgschancen extremst. Der FCB hätte dann einen Freifahrschein, zukünftig alle unbequemen Anträge massiv zu behindern oder zu blockieren“, erklärte der Initiator.

Für Ott ist ein weiterer Vorschlag des Gerichts, nämlich den Antrag im kommenden Jahr nochmals zu stellen, ebenfalls keine Option: „Dann hat der FCB den Sponsoringvertrag höchstwahrscheinlich schon verlängert.“ Das Gericht verwehre „mit seinem Beschluss die im Grundgesetz verankerte Garantie effektiven Rechtsschutzes“, kritisierte Ott: „Eine Beschwerde ist daher die zwangsläufige Konsequenz.“

Video: Krasses Fan-Plakat - Kritik gegen Bayern-Bosse wegen Katar

FC Bayern: Katar-Sponsor droht Klage wegen gynäkologischen Zwangsuntersuchungen

Warum der Antrag von Ott so wichtig ist, zeigte nun ein weiterer Vorfall, der bereits über ein Jahr zurückliegt, aber erst jetzt bekannt wurde. Im Oktober 2020 sollen mehrere Frauen am Flughafen Doha gynäkologischen Zwangsuntersuchungen unterzogen worden sein. Eine Gruppe von sieben betroffenen Frauen will Katar nun verklagen. Das berichtet der Spiegel, der den FC Bayern wegen einer Stellungnahme anfragte. Der Klub bat darum, „den Sachverhalt mit Qatar Airways zu besprechen“.

Bayern-Fans protestieren immer wieder gegen die Geschäftsbeziehungen ihres Vereins mit Katar. Beim Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg taten sie das zuletzt mit einem riesigen Plakat. „Für Geld waschen wir alles rein“, stand auf einem Transparent in der Südkurve der Allianz Arena. Unter dem Schriftzug waren Vorstandschef Oliver Kahn und Vereinspräsident Herbert Hainer neben einer Waschmaschine mit der Aufschrift „FCB AG“ beim Waschen blutverschmierter Kleidung zu sehen. (ck/sid/dpa)

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Leih-Bilanz des FC Bayern: Singh und Zirkzee überzeugen, Arp nur Joker
FC Bayern
Leih-Bilanz des FC Bayern: Singh und Zirkzee überzeugen, Arp nur Joker
Leih-Bilanz des FC Bayern: Singh und Zirkzee überzeugen, Arp nur Joker
Ballon d‘Or: Lewandowski bricht Schweigen - Bayern-Star schüttet sein Herz aus
FC Bayern
Ballon d‘Or: Lewandowski bricht Schweigen - Bayern-Star schüttet sein Herz aus
Ballon d‘Or: Lewandowski bricht Schweigen - Bayern-Star schüttet sein Herz aus
Schon wieder Corona-Alarm: FC Bayern nennt betroffenen Spieler
FC Bayern
Schon wieder Corona-Alarm: FC Bayern nennt betroffenen Spieler
Schon wieder Corona-Alarm: FC Bayern nennt betroffenen Spieler
DFB brummt Bellingham Strafe auf: BVB-Star muss Schiri-Vorwurf teuer bezahlen
FC Bayern
DFB brummt Bellingham Strafe auf: BVB-Star muss Schiri-Vorwurf teuer bezahlen
DFB brummt Bellingham Strafe auf: BVB-Star muss Schiri-Vorwurf teuer bezahlen

Kommentare