FCB-Star wird gefeiert

Bundesliga verneigt sich vor Robert Lewandowski! Doch Jogi Löw zerstört jede Illusion

Um 15.54 Uhr war es soweit: Robert Lewandowski erzielte in Freiburg seinen 40. Saisontreffer. Anschließend verneigte sich fast die gesamte Bundesliga vor dem Weltfußballer.

München - Die Tage vor dem Spiel des FC Bayern* beim SC Freiburg glichen schon fast einem Countdown. Dass die Partie tabellarisch eher weniger zu bieten hatte, spielte dabei eine sekundäre Rolle. Denn letztlich ging es in dieser Begegnung an diesem 33. Spieltag nur um einen Mann: Robert Lewandowski*.

Mit 39 Toren im Gepäck reiste der Weltfußballer in den Breisgau und viele FCB-Fans fragten sich nicht ob, sondern wann der Pole den Rekord von Gerd Müller zumindest egalisieren würde. Um 15.54 Uhr war es dann so weit. Als Schiedsrichter Florian Badstubner nach einem Foul von Lukas Kübler an Thomas Müller unter Mithilfe des VAR auf den Elfmeterpunkt zeigte, wusste jeder, welche Stunden geschlagen hatte.

Lewandowski legte sich den Ball auf den Punkt, verlud SCF-Keeper Jan Flekken und erzielte wie schon so oft in dieser Spielzeit das 1:0 für den Rekordmeister. Dieses Mal war es aber kein normaler Treffer - sondern es war sein 40. Saisontor. Und dieser historische Treffer wurde vom Weltfußballer mit einer besonderen Geste gefeiert*, ehe seine Teamkollegen Spalier standen und dem 32-Jährigen applaudierten.

FC Bayern: Robert Lewandowski zieht mit Gerd Müller gleich - „Hat sich ein Denkmal gesetzt“

Dass es am Ende nicht 41 oder gar 42 Treffer wurden, daran war alleine Lewandowski selbst Schuld. Chancen hatte der Angreifer in einem durchaus ansehnlichen Spiel gegen mutige Freiburger genug. Fast schon schien es so, als habe er zu viel Ehrfurcht, Gerd Müller ein für alle Mal hinter sich zu lassen.

Beispiel gefällig? Knapp zehn Minuten vor Schluss hätte er nach einer Vorlage von Kingsley Coman 30 Zentimeter vor dem Tor völlig freistehend die Kugel nur noch über die Linie drücken müssen. Doch ein seltener technischer Fehler sorgte dafür, dass Lewandowski den Ball anstatt ins Tor in die Arme von Flekken spielte. Wenn er das genauso gewollt hätte, er hätte es vermutlich nicht hinbekommen.

Sei‘s drum. Am Ende wurde Lewandowski dennoch zurecht gefeiert, immerhin hatte er einen 49 Jahre alten Rekord gebrochen. „Das ist eine große Ehre. Für mich, aber auch für die moderne Geschichte der Bundesliga in Deutschland“, sagte er der Pole dem Spiel bei Sky. Auch die Verantwortlichen des FC Bayern waren logischerweise voll des Lobes und gratulierten ihrem Stürmer zu dieser historischer Marke.

Präsident Herbert Hainer sagte, „der FC Bayern kann ungeheuer stolz sein, dass Fußballfans in aller Welt so außergewöhnliche Stürmer auf ewig mit unserem Verein verbinden.“ Auch Karl-Heinz Rummenigge, der einst mit Gerd Müller zusammengespielt hatte, zog den Hut vor Lewy. „Vor sieben Jahren haben wir ihn ablösefrei zum FC Bayern geholt, und er wurde einer der wertvollsten Spieler unserer Vereinsgeschichte“, wird der FCB-Boss auf der Vereins-Homepage zitiert: „Ich habe mit Gerd Müller gespielt und weiß, dass er Robert diesen Tag von Herzen gönnt. Beide sind Stürmer, die in der Geschichte des Fußballs herausstechen.“

Rummenigges Nachfolger Oliver Kahn sieht Lewandowski „auf einer Stufe mit Gerd Müller, einem der Größten aller Zeiten.“ Lewandowski habe „durch diese unglaubliche Leistung sich und der gesamten Mannschaft heute ein Denkmal gesetzt.“ Hasan Salihamidzic hätte sich gewünscht, „Gerd wäre heute im Stadion gewesen. Ich glaube, er hätte sich für Robert gefreut“, so der Sportvorstand des Rekordmeisters, während Lothar Matthäus aus dem Sky-Studio gratulierte: „Hat er sich verdient, hat er sich erarbeitet. Glückwunsch zu diesem Rekord und dem 40. Tor.“

FC Bayern: Bundesliga verneigt sich vor Robert Lewandowski! Löw zerstört jede Illusion

Selbst Joachim Löw zeigte sich beeindruckt und beglückwünschte den Bayern-Stürmer. „Es ist imponierend, so eine Anzahl an Toren zu erzielen“, so der Bundestrainer gegenüber Sport1: „In der heutigen Zeit ist das noch schwieriger als es früher war“. Allerdings zerstörte Löw alle Illusionen der FCB-Fans auf einen Rekord für die Ewigkeit, sollte Lewy sein Torkonto am kommenden Wochenende beim Spiel gegen den FC Augsburg erhöhen.

„Gerd Müller war einmalig in Deutschland, aber jeder Rekord wird irgendwann mal gebrochen. Irgendwann kommt jemand, der noch besser ist“, sagte Löw: „So ist es mit allen Rekorden. Selbst wenn Lewandowski 41 Tore macht, wird auch dieser Rekord vielleicht irgendwann mal gebrochen werden. Aber überhaupt mal in die Nähe von 40 Toren in der Bundesliga zu kommen, ist überragend.“

Vielleicht aber bleibt Lewy aber auch aus Respekt vor Gerd Müller bei den 40 Treffern. Dann hätte er zumindest den Wunsch von Müllers Ehefrau Uschi erfüllt* - und das hätte dann auch schon wieder etwas Einmaliges. (smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Imago-Images/ULMER Pressebildagentur

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