Premiere am Samstag

Neues FC-Bayern-Heimtrikot mit „Schlauchboot-Optik“? Fans sind gespalten

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Thomas Müller (von links), David Alaba und Leon Goretzka im neuen Zwirn.

Der FC Bayern München könnte am Samstag den Titel in den neuen Trikots bejubeln. Die Fans sind aber nicht alle von der „Daunenjacke“-Optik begeistert.

Update vom 15. Mai 2019, 12.30 Uhr: Rot und Weiß - natürlich beherrschen diese Farben auch das neue Trikot des FC Bayern. Gibt es Samstag gleich den ersten Titel mit dem neuen Jersey? Den Bayern dürfte ein Punkt im Heimspiel gegen Frankfurt genügen.

Dortmund ist gleichzeitig in Gladbach zu Gast - und hat trotz aller Widerstände ebenfalls eine Meisterfeier geplant. Die Bayern wollen den Spielverderber geben und selbst feiern: Auch, um ihren Altstars einen würdigen Bundesliga-Abschied zu bereiten.

FC Bayern München: Die Meisterschaft als Abschiedsgeschenk?

Arjen Robben und Franck Ribéry werden den Verein ebenso wie Rafinha verlassen. Auf verschiedenen Pressekonferenzen äußerte sich das Trio emotional über ihre Bayern-Zeit.

Emotionen sind auch beim Thema Trikot an der Tagesordnung. Die Fans diskutieren in den sozialen Netzwerken den neuen Bayern-Look - nicht allen gefällt er. So schreibt ein User bei Facebook: „Sieht aus wie a Daunenjacke.“ Damit spielt er auf das Trikot-Muster an, das eigentlich an die Allianz Arena erinnern soll. 

„Schlauchboot-Optik“ des neuen FC-Bayern-Trikots spaltet die User

Ein anderer ist ebenfalls nicht zufrieden: „Schlauchboot-Optik? Das ist das Innovativste, was aus der Adidas-Designetage kommt? Kaum zu glauben eigentlich, wenn man sieht, wie viele Hobby-Trikot-Designer*innen auf Instagram kreativere und stylischere Einfälle haben.“

Es gibt aber auch positive Töne: „Eine gelungene Hommage an unser Wohnzimmer“, heißt es von einem User, der gleichzeitig eine Sonderaktion für Arjen Robben und Franck Ribéry lobt: Ihre Rückennummern können in einem Spezialflock bestellt werden, der besondere Momente der beiden Legenden zeigt. Erhältlich ist das Trikot ab Mittwoch im Online-Shop. Bleibt noch die Frage offen, wie das neue Auswärtstrikot des FC Bayern aussieht.

Samstag gibt‘s beim FC Bayern Trikot-Premiere - Verkaufen die Bayern ihre Haut zu billig?

Erstmeldung vom 15. Mai 2019: Rotweiße Trikots! Wir wollen rotweiße Trikots!“ Der legendäre Gassenhauer von Sammy Kuffour ist im Laufe der Saison zu einer Kampfparole der Fans geworden. Nach mintgrünen Leiberln und blauen Hosen platzte der Südkurve nämlich der Kragen, sodass Karl-Heinz Rummenigge sich vergangenes Jahr zu einem Versprechen gezwungen sah: „Trikot, Hose und Stutzen werden künftig ausschließlich in den Farben Rot und Weiß gestaltet sein“, so der Vorstandsboss zur Heimgarnitur. Beim Meisterfinale am Samstag gegen Frankfurt ist es wieder so weit: Die Bayern häuten sich und kämpfen in roten Dressen, roten Hosen und roten Stutzen in neuer Rautenoptik um die Schale. 

FC Bayern: Adidas-Designer berücksichtigen Meinung der Spieler

Doch bereits jetzt schimpfen viele Fans: Zu viel Rot, zu wenig Weiß! Es stellt sich also die Frage: Wer entscheidet eigentlich, wie die Trikots des FCB auszusehen haben? Die tz hat das Stück Stoff auf links gedreht: Oliver Brüggen, PR-Chef bei Adidas, zur tz: „Das Design für Trikots und Teamwear geht aus einem gemeinsamen Prozess mit Vereinen und Verbänden hervor, mit denen Adidas zusammenarbeitet. Konkrete Ideen, aber auch Feedback von Spielern und Verantwortlichen unserer Partner werden dabei von den Designern berücksichtigt – vom Muster über die Farbe bis zum Schnitt. Das neue Heimtrikot des FC Bayern München für die Saison 2019/20 stellen wir in den kommenden Tagen vor.“ Heißt im Klartext: Beide Parteien müssen sich einig werden. 

Verkauft sich der FC Bayern bei den Trikots zu billig?

Viel wichtiger als das Design dürfte den Herren in der Chefetage aber der Wert des Leiberls sein. Und hier stellt sich die Frage: Verkaufen die Bayern ihre Haut zu billig? Real Madrid hat seinen Ausrüstervertrag mit Adidas unlängst bis 2028 verlängert, wofür das weiße Ballett in neun Jahren laut PR Marketing über eine Milliarde Euro überwiesen bekommt. Der größte Abschluss des Sportartikelherstellers mit den drei Streifen im Klubfußball bringt den Königlichen demnach rund 150 Millionen Euro per anno. Damit zieht Real mit dem Erzrivalen aus Barcelona gleich, der von Nike ebenfalls rund 150 Millionen bekommt – Sphären, von denen die Bayern nur träumen können. 

Klar, dass das neue Heimspiel-Trikot des FC Bayern für die kommende Saison wieder in Rot erstrahlt.

Adidas zahlt den Münchnern als Anteilseigner (!) lediglich 65 Millionen für den Ausrüstervertrag, der noch bis 2030 läuft. Immerhin: In der Bundesliga sind die Bayern der letzte Verein, der für den Giganten aus Herzogenaurach noch von Interesse ist, der Rest der Klubs läuft nämlich in den Klamotten anderer Hersteller auf. International stehen die Bayern jedoch noch eine Stufe unter Kalibern wie Real, Barcelona oder Manchester United, wie Marketingexperte Dr. Peter Rohlmann im Gespräch mit der tz (siehe Interview weiter unten) erklärt: „Bei der Zahlung von Ausrüstersummen gilt es zu berücksichtigen, inwieweit ein Verein in der Lage ist, für Sportartikelhersteller eine internationale Zielgruppenbühne zu bieten. Dadurch, dass Real Madrid oder auch Manchester United länger und konzentrierter in die internationalen Märkte gegangen sind, haben diese Klubs einen Vorteil selbst gegenüber einem deutschen Topklub wie Bayern.“ 

Tief in die Tasche greifen muss man allerdings in Madrid und in München: Wer das neue Leiberl haben will, zahlt 89,95 Euro. Ohne Flock, versteht sich.

Interview mit Marketing-Experte Dr. Peter Rohlmann

Herr Rohlmann, warum zahlen Adidas & Co. solche Wahnsinns-Summen für Ausrüsterverträge mit Topklubs? 

Bei der Zahlung von Ausrüstersummen gilt es zu berücksichtigen, inwieweit ein Verein in der Lage ist, für Sportartikelhersteller eine internationale Zielgruppenbühne zu bieten. Dadurch, dass Real Madrid oder auch Manchester United länger und konzentrierter in die internationalen Märkte gegangen sind, haben diese Klubs einen Vorteil selbst gegenüber einem deutschen Topklub wie Bayern. 

Welche Rolle spielen die Trikotpreise? 

Der Umsatz, den ein Sportartikelhersteller macht, ist immer Menge mal Preis. Und der Preis, der pro Trikot genommen wird, hat in den vergangenen Jahren ex­trem zugenommen. Das bedeutet, dass sich Klubs wie Real Madrid, Manchester United und auch Bayern München stets an der obersten Preisgrenze bewegen und immer mal wieder neue Preise testen. Es wäre also naiv zu glauben, dass die Preise, die sich für ein unveredeltes Trikot aktuell zwischen 85 und 90 Euro bewegen, in Zukunft so bleiben. 

Muss der Fan noch tiefer in die Tasche greifen? 

Ich erwarte, dass in den nächsten Jahren die 100-Euro-Grenze überschritten wird – ganz einfach weil die Refinanzierung eine immer bedeutendere Rolle spielt. Schließlich kann ein Sportartikelhersteller, ganz egal ob er Adidas oder Nike heißt, solche Summen, wie sie jetzt im Moment gezahlt werden, kaum alleine über Verkäufe und Umsätze wieder reinholen.

Interview: José Carlos Menzel López

FC Bayern: So kommt der Preis für ein Trikot zustande

Für ein Trikot der Bayern müssen die Fans tief in die Tasche greifen. 89,95 Euro kostete das neue Leiberl ohne Flock – und damit 20 Euro mehr als noch in der Saison 10/11. Der Grund für die Preiserhöhung liegt auf der einen Seite in höheren Rohstoff-, Lohn- und Transportkosten, auf der anderen in den enormen Summen, die im Rahmen der Ausrüsterverträge an die Topklubs gezahlt werden – und die wieder refinanziert werden müssen. Der Preis wird ohnehin nicht vom FC Bayern festgelegt, sondern vom Hersteller unverbindlich empfohlen. Die 89,95 Euro für das Trikot des FC Bayern setzten sich demnach wie folgt zusammen: Gerade einmal 8,71 Euro machen die Herstellung und der Transport aus, 2,14 Euro der Vertrieb. Der Umsatzsteueranteil liegt bei 14,36 Euro, die Lizenzgebühr bei 5,40 Euro. Für Marketing gehen noch mal 2,52 Euro drauf, womit 39,62 Euro Deckungsbeitrag für den Einzelhandel und 17,20 Euro Rohgewinnmarge für den Hersteller übrig bleiben.

So viel kassieren Real & Co.

Das Millionengeschäft Fußball dringt in immer neuere Sphären ein. Wo das Geld herkommt? Von Siegprämien, TV-Verträgen – und Sponsoren. Welche Klubs am meisten von den Ausrüsterdeals profitieren? Die tz nennt die sieben teuersten Trikots des Weltfußballs und listet auf, wieviel die großen Klubs jährlich (an Maximalwerten) für ein Sponsorship von Adidas & Co. einstecken:

1. Real Madrid (Adidas) 150 Mio. € 

2. FC Barcelona (Nike) 150 Mio. € 

3. Manchester United (Adidas) 86,2 Mio. € 

4. Manchester City (ab 19/20 Puma) 74,7 Mio. €

5. Chelsea FC (Nike) 69 Mio. € 

6. Arsenal FC (ab 19/20 Adidas) 69 Mio. € 

7. FC Bayern München (Adidas) 65 Mio. € 

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