Dolmetscher mit Tor-Garantie

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Daniel van Buyten hat sich einen Stammplatz in der Innenverteidigung des FC Bayern erkämpft.

München - Lange hatte er beim FC Bayern lediglich den Ruf als vermeintlich bestbezahlter Dolmetscher der Welt, doch inzwischen hat sich Daniel van Buyten auch außerhalb der Mixed-Zone einen Stammplatz erarbeitet.

Nachdem der Belgier in München weder bei Trainer Ottmar Hitzfeld noch unter der Ägide von Jürgen Klinsmann so recht zum Zug gekommen war, schenkte ihm der neue Coach Louis van Gaal endlich das Vertrauen - und van Buyten dankt es mit Leistung. Der 31 Jahre alte Kopfballspezialist hat sich inzwischen nicht nur zum Abwehrchef des Fußball-Bundesligisten gemausert, sondern bewahrte seinen Club mit Last-Minute-Toren zuletzt gar mehrfach vor Blamagen.

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Momentan läuft es gut“, sagt van Buyten lapidar. Der jahrelang dominierende Job des Ex-Bankdrückers als Chef-Übersetzer von Franck Ribéry ist inzwischen nur noch eine Nebentätigkeit. Ende September hatte der 1,96 Meter große Hüne die Münchner kurz vor Schluss noch zum Bundesligasieg gegen den 1. FC Nürnberg geköpft. Und am vergangenen Samstag rettete er den Rekordmeister dann auch im Duell mit der Frankfurter Eintracht vor einer Blamage. Da vergaßen ihm die Bayern-Fans dann auch schnell seinen Champions-League-Aussetzer von Bordeaux (1:2), als er wegen einer Notbremse vom Platz geflogen war. “Nach der Roten Karte war ich sehr sauer und wollte etwas gut machen“, erklärte er. “Jetzt haben mir alle gratuliert und gesagt, dass ich der Retter war. Aber das Tor war für die Mannschaft“, sagte der Vielgefeierte nach dem Erfolg gegen die Hessen, die der FC Bayern am Mittwochabend im DFB-Pokal-Achtelfinale zum zweiten Mal binnen einer halben Woche bezwingen wollte.

Als van Buyten am Samstag seinen spielentscheidenden Kopfstoß zum 2:1 versenkt hatte, baute sich van Gaal vor der Haupttribüne auf und tippte mit dem rechten Zeigefinger an seinen Kopf: Seht her, was für ein schlauer Kerl ich bin. Der Niederländer schien gar exklusive Ansprüche auf die Idee zu erheben, den Innenverteidiger in der Schlussphase in den Angriff zu beordern. “Ich habe dem Trainer schon vor Wochen gesagt: Wenn er will, kann ich die letzten Minuten immer nach vorne gehen“, sagt der “Notstürmer“ selber, der dank seiner Stärke in der Luft bei hohen Bällen als echte Waffe gilt. Zunächst schien beim Belgier sowieso alles auf eine Stürmer-Karriere hinauszulaufen. Als 19-Jähriger schaffte er bei Sporting Charleroi den Durchbruch, nachdem er im Reserveteam 36 Tore erzielt hatte. Van Buyten wurde zu den Profis befördert - fand sich aber auf einmal in der Abwehr wieder.

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Inzwischen hat er sich auch dort zurechtgefunden, seine alten Stärken trotzdem nie verloren. Das wusste auch schon Jürgen Klismann, der van Buyten mitunter ebenfalls stürmen ließ - wenn er ihn denn überhaupt mal spielen ließ. Erst als der Brasilianer Lucio in der Sommerpause zu Inter Mailand flüchtete, schlug van Buytens Stunde. “Der Trainer glaubt an mich. In jedem Spiel, das ich genießen kann, versuche ich, ihm dieses Vertrauen zurückzuzahlen“, sagt er. In Marseille hatte van Buyten als Innenverteidiger einmal zehn Saisontore erzielt; bei den Bayern gelangen ihm in dieser Spielzeit als drittbester Schütze bereits fünf Pflichtspiel-Tore. Ende offen.

dpa

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