Löw glaubt an Bayern: "Kämpfen sich da raus"

Joachim Löw hat den FC Bayern in dieser Saison noch nicht abgeschrieben
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Joachim Löw hat den FC Bayern in dieser Saison noch nicht abgeschrieben

München - Joachim Löw hat den späten FC-Bayern-Sieg beim FC Basel mit Freude zur Kenntnis genommen. Er traut dem Rekordmeister noch viel zu und will Louis van Gaal nicht dreinreden.

Herr Löw, Sie waren in Basel. Wie hat Ihnen der Auftritt des FC Bayern gefallen?

Joachim Löw: Mich freut es, dass die Bayern gewonnen haben. Die zweite Halbzeit haben sie am Dienstag klar dominiert. Sie haben mit sechs Punkten einen guten Start in der Champions League hingelegt und schon jetzt ein kleines Polster.

Für Sie erfreulich: Schweinsteiger sorgte mit seinem Doppelpack für die Entscheidung.

Löw: Das war natürlich positiv. Es war allgemein zu sehen, dass die Nationalspieler mit sehr viel Engagement dabei waren. Dass für die Spieler, die bei der WM dabei waren, schwierige Phasen kommen, war mir klar. Aber sie kämpfen sich da raus.

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Im Sturm hapert’s bei den Bayern – auch, weil Klose und Gomez nicht treffen. Wie beurteilen Sie die Situation Ihrer DFB-Angreifer?

Löw: Der FC Bayern hat sich allgemein schwer getan, die letzten Spiele Tore zu erzielen. Für Mario Gomez sind Einsätze wichtig. Aber der Konkurrenzkampf bei den Bayern ist eben groß. Deshalb werde ich Louis van Gaal nicht dreinreden, Er hat in der vergangenen Saison eindrucksvoll gezeigt, dass er weiß, was er will. Miro und Mario haben beide sicherlich ihre Qualitäten.

Genauso wie Özil und Khedira. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der beiden bei Real?

Löw: Das gefällt mir sehr gut. Die beiden spielen bereits eine wichtige Rolle in Madrid. Dass man bei 20 Topleuten im Kader nicht jedes Spiel von Anfang an auf dem Platz stehen kann, ist klar. Ich habe mit beiden gesprochen, sie fühlen sich sehr wohl dort.

Dabei gab es anfangs einige Irritationen, weil José Mourinho die Sprachkenntnisse und die mangelnde Integration der beiden kritisierte…

Löw: Das ist falsch übermittelt worden. Ich habe, wie gesagt, mit Mesut und Sami gesprochen. Und das ist so von Mourinho nicht gesagt worden. Es ist doch ganz normal, dass man für die Integration eine gewisse Zeit braucht. Mourinho hat sich keineswegs über mangelnde Sprachkenntnisse beschwert. Da gab es nie Probleme.

Wie sehr fiebern Sie schon dem großen Duell gegen die Türkei am 8. Oktober entgegen?

Löw: Dieses Spiel ist von großer Bedeutung. Die Türkei ist unser Hauptkonkurrent in der EM-Qualifikation, von daher wird die ganze Atmosphäre toll sein. Berlin, viele türkische Fans: Das wird ein Highlight.

Wird das Spiel in Berlin für Deutschland ein Auswärtsspiel?

Löw: Das könnte ich mir vorstellen. Ich war bei dem Spiel 1999 in der EM-Qualifikation in München als Zuschauer dabei, da war es ähnlich. In Berlin leben viele Türken, da ist schon damit zu rechnen, dass mindestens die Hälfte der Fans auf türkischer Seite ist. Aber damit wird unsere Mannschaft umgehen können.

Wie gefährlich ist die Türkei?

Löw: Sie haben hervorragende Einzelfußballer wie Emre, Nihat, Arda. Dazu sind sie motiviert, weil sie bei der WM 2010 nicht dabei waren. Ihr neuer Trainer Guus Hiddink ist zudem bekannt dafür, aus vielen Individualisten eine gute Mannschaft zu formen. Das wird eine große Aufgabe für uns.

Am Freitag geben Sie Ihren Kader bekannt. Wird eines der großen Talente – Götze, Schürrle, Holtby, Hummels – schon dabei sein?

Löw: Ich werde erst noch den Donnerstag abwarten und mich dann noch einmal mit U 21-Trainer Rainer Adrion unterhalten. Aber sicher ist, dass im November beim Freundschaftsspiel gegen Schweden diese Talente ihre Chance im A-Team erhalten.

Mit den Bossen von Bayer Leverkusen gab es zuletzt immer wieder Ärger, Geschäftsführer Holzhäuser warf Ihnen gar vor, sie würde Stefan Kießling nicht mögen. Ist das inzwischen alles ausgeräumt?

Löw: Es ist doch klar, dass ich nichts gegen Stefan habe, sonst wäre er ja nicht von uns für die WM nominiert worden. Meine Ansprechpartner in Leverkusen sind im Übrigen Jupp Heynckes oder Rudi Völler – und mit ihnen hatte ich eigentlich nie ein Problem. Wir sprechen über die einzelnen Spieler, auch über die Verletzung von Michael Ballack. Wie ist die Situation bei Ballack? Haben Sie Kontakt zu ihm?

Löw: Ja, ich hatte vergangene Woche Kontakt mit Michael und wünsche ihm, dass er bald wieder fit ist, um spielen zu können.

Er ist also weiter ein Bestandteil der Nationalmannschaft, in Ihren Planungen?

Löw: Michael ist unheimlich ehrgeizig. Er hatte jetzt zweimal mit größeren Verletzungen zu kämpfen. Aber Michael will seine Karriere unbedingt international fortsetzen. Ich gehe davon aus, dass er das schafft.

Interview: Tobias Altschäffl

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