Hoeneß: Stoppt den Winter-Wahnsinn!

FC Bayern-Manager Uli Hoeneß.
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FC Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Uli Hoeneß, Manager des FC Bayern, plädiert im tz-Interview dafür, die Liga „auf 16 Vereine zu reduzieren“. Außerdem soll der Podolski-Wechsel nach Köln in wenigen Stunden verkündet werden.

Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren. Gegen Bamberg gab’s durch Tore von Borowski, Lahm und Klose ein 3:0. Wie hat die Mannschaft die Schneeballschlacht in Franken verkraftet, Herr Hoeneß?

Uli Hoeneß: Es war alles okay. Ich war froh, dass auf dem Platz Schnee lag. Nachdem ich gelesen habe, wieviel Frost es in Deutschland gab, hatte ich schon Angst, dass auf einem knochenharten Boden etwas passieren kann. Deshalb war ich froh, dass die Verantwortlichen ein fünf, sechs Zentimeter dicke Schneeschicht draufgelassen haben.

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Richtiger Spielfluss kam nicht auf – drohen solche Spiele nach der Verkürzung der Winterpause auch der Bundesliga?

Hoeneß: Bei den jetzigen Witterungsverhältnissen haben wir am Samstag wieder gemerkt, wie klug diese Abschaffung der Winterpause ist. Die Herren machen immer die Entscheidungen am 18. August, wenn es 35 Grad hat – und denken nicht daran, wie es im Winter ist.

Auch innerhalb der Liga könnte es zu Reformen kommen. Mainz-Präsident Harald Strutz fordert eine Aufstockung, zumindest in der zweiten Liga auf 20 Vereine…

Hoeneß: Ich finde, dass die zweite Liga gerne auf 24 Vereine aufgestockt werden kann! Damit habe ich überhaupt kein Problem. Aber die erste Liga muss dringend bei 18 Vereinen bleiben, ich bin eher dafür, sie auf 16 zu reduzieren. Wenn auch noch – was einige vorhaben – ein Ligapokal während der Saison dazukommen soll, dann muss ich mir die Frage stellen, was das alles eigentlich soll? Das wichtigste Kapital für die Vereine sind die Spieler. Wenn man die noch mehr belastet und ein zusätzlicher Spieler deswegen verletzt wird, ist das viel teurer als die Einnahmen, die man durch zusätzliche Heimspiele im Ligapokal kriegt.

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Was sagen Sie zu Vergleichen mit Spanien und England, wo auch mit 20 Mannschaften in der ersten Liga gespielt wird?

Hoeneß: In Spanien hat man in 99 Prozent der Fälle im Winter 15 Grad. Aus England weiß ich von meinem Freund Alex Ferguson, dass er sich schon seit Jahren beschwert, weil zwischen Weihnachten und Neujahr gespielt wird. Er sieht darin einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für die englischen Vereine. Zudem führt er die Erfolglosigkeit von englischen Nationalmannschaften bei den großen Turnieren darauf zurück, dass die Spieler am Ende der Saison einfach völlig kaputt sind.

Stichwort England: Wie beurteilen Sie den 125-Millionen-Irrsinn um Kaka?

Hoeneß: Erstens bin ich mal gespannt, ob das alles über die Bühne geht. Zweitens ist das eine sehr isolierte Angelegenheit. Da gibt es einen Paten in Abu Dhabi –und die haben dort offensichtlich das Geld und in der Finanzkrise gut gewirtschaftet. Sie können aus dem Vollen schöpfen – wenn es zulässig ist, habe ich damit kein Problem.

Eine erstaunlich sachliche Betrachtungsweise.

Hoeneß: Ich sehe darin überhaupt keine Gefahr, es handelt sich ja nur um einen Verein. Manchester City ist ja von den Strukturen so weit hinter der Musik, dass sie noch fünf Jahre lang jedes Jahr 500 Millionen ausgeben müssen, bis sie einigermaßen wettbewerbsfähig sind. Ich glaube nicht, dass man sich mit Geld alles kaufen kann. Das hat man jetzt auch in Chelsea gesehen, die trotz der Investitionen des Herrn Abramowitsch die Champions League nicht gewonnen haben.

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Und jetzt hat Abramowitsch das Interesse an seinem Spielzeug verloren…

Hoeneß: Der hat einfach andere Sorgen im Moment. Wenn’s ans Eingemachte geht, dann denkt man sich offensichtlich: Da muss ich mir andere Prioritäten setzen.

Zurück zu Bayern: In der Wintervorbereitung fehlt Willy Sagnol. Gibt es bei ihm noch Hoffnung?

Hoeneß: Nein. Ich habe diese Woche ein Gespräch mit Willy Sagnol und gehe davon aus, dass er seine Karriere beendet. Das tut mir unheimlich leid für den Willy, das ist ein trauriges Schicksal.

Am Montag steht eine weitere Verhandlungsrunde um Podolski an. Die Letzte?

Hoeneß: Ich denke, dass am Montag Vollzug gemeldet wird.

Gibt es etwas Neues in Sachen Baumjohann oder Timoschtschuk?

Hoeneß: Wir sind an Baumjohann interessiert und werden in den nächsten Tagen darüber nachdenken und Entscheidungen treffen. Bei Timoschtschuk liegt es allein am Spieler.

Interview: Tobias Altschäffl

Quelle: tz

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