Mitglieder mit „Hainer raus“-Rufen

Hoeneß nach JHV fassungslos: „Schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe“

Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München ging es zur Sache. Einige Mitglieder rasteten zum Ende der Veranstaltung aus.

München - Es sind turbulente Zeiten beim FC Bayern München. Das krachende Aus im DFB-Pokal, die Bundesliga-Pleite in Augsburg und natürlich der XXL-Wirbel rund um das Coronavirus - einmal mehr ist es ein turbulenter Herbst an der Säbener Straße. Einen selbigen erlebte man zuletzt vor zwei Jahren, als Trainer Niko Kovac im November gefeuert wurde.

Nun, 24 Monate später, gibt es wieder Redebedarf - und zwar gewaltig! Der Rekordmeister hatte für Donnerstagabend zur Jahreshauptversammlung in den Audi Dome eingeladen. Die Mitglieder waren gekommen. Und ihnen brannte vor allem ein Thema auf den Nägeln: Die umstrittene Partnerschaft mit Qatar Airways.

Ehrenpräsident Uli Hoeneß war nach der extrem turbulenten Jahreshauptversammlung sogar „schockiert“. Der einstige Bayern-Macher sagte: „Das war die schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe.“ Er schäme sich.

JHV beim FC Bayern: Katar-Sponsoring lässt Jahreshauptversammlung eskalieren

Die Lage war nach Diskussionen über das umstrittene Ärmel-Sponsoring durch Qatar Airways, seit Monaten ein Reizthema im Klub, eskaliert. Nachdem Präsident Herbert Hainer eine Wortmeldung nicht mehr zugelassen und die JHV nach über fünf Stunden um kurz nach Mitternacht beendet hatte, flippten einige der rund 800 anwesenden Fans aus. Es gab laute „Hainer raus“-Rufe, dazu Sprechchöre: „Wir sind Bayern und ihr nicht“ und „Wir sind die Fans, die ihr nicht wollt“.

Zuvor hatte der FC Bayern einen Spontanantrag, der eine Abstimmung der Mitglieder über das Katar-Sponsoring herbeiführen sollte, nicht zugelassen. Der Klub verwies auf ein Urteil des Landgerichts München I vom Donnerstag, wonach „die Mitgliederversammlung für den bezeichneten Beratungs- und Beschlussgegenstand laut Vereinssatzung nicht zuständig ist“.

FC Bayern München: Katar-Sponsoring sorgt schon seit einiger Zeit für Unmut bei den Fans

Der angeblich mit 20 Millionen Euro dotierte Vertrag der Münchner mit dem Emirat Katar, WM-Gastgeber 2022, läuft noch bis 2023. Ein neuer Abschluss sollte verhindert werden. Katar stehe für massive Menschenrechtsverletzungen, zudem gebe es schwere Vorwürfe von Korruption im Sport, heißt es von Seiten der Anhänger.

Hainer, der bei der Debatte eine „niederträchtige“ Tonlage beklagte, hatte zuvor noch einmal den Standpunkt des Rekordmeisters deutlich gemacht. „Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass Dialog der beste Weg ist, Menschen zusammen zu bringen“, sagte er. Zudem habe sich der Verein „bei Weitem noch nicht entschieden mit Katar weiterzumachen“. Aber natürlich erfülle man den Vertrag.

Oliver Kahn verspricht auf Bayern-JHV: „Wir nehmen das alles mit“

Vorstandschef Oliver Kahn sprach über „sehr klare Kriterien an solche Partnerschaften. Es gibt Compliance-Anforderungen wie mit jedem Partner. Wir schauen uns das genau an“, sagte er. Er sehe aber „immer Dinge, die man verbessern und weiterentwickeln kann. Wir nehmen das alles mit“. Grundsätzlich sei aber auch für ihn Dialog „besser als ausgrenzen und ausschließen“.

Klar ist: Die Diskussionen werden anhalten. Schließlich beginnt in fast exakt einem Jahr bereits die Weltmeisterschaft in Katar, in vielen Ländern gab es vorab bereits Protestaktionen. (akl/sid)

Rubriklistenbild: © Sammy Minkoff / Imago

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Leih-Bilanz des FC Bayern: Singh und Zirkzee überzeugen, Arp nur Joker
FC Bayern
Leih-Bilanz des FC Bayern: Singh und Zirkzee überzeugen, Arp nur Joker
Leih-Bilanz des FC Bayern: Singh und Zirkzee überzeugen, Arp nur Joker
Schon wieder Corona-Alarm: FC Bayern nennt betroffenen Spieler
FC Bayern
Schon wieder Corona-Alarm: FC Bayern nennt betroffenen Spieler
Schon wieder Corona-Alarm: FC Bayern nennt betroffenen Spieler

Kommentare