Wutrede von Nationalspieler

Bayern-Ikone warnt Lautsprecher Kimmich nach Rundumschlag eindringlich: „Die Frage ist ...“

Joshua Kimmich holt beim FC Bayern München zu einem Rundumschlag aus. Stefan Effenberg lobt und warnt den deutschen Nationalspieler dafür zugleich.

  • FC Bayern verliert Bundesliga-Topspiel in Gladbach 1:2
  • Joshua Kimmich schlägt nach Bundesliga-Pleite Alarm und rüffelt Bayern-Kollegen.
  • Klub-Ikone Stefan Effenberg lobt und warnt Leader Kimmich zugleich.

Update vom 9. Dezember 2019, 9.40 Uhr: Es war ein beherrschendes Thema des 14. Spieltags in der Bundesliga - Joshua Kimmich stellte bei einem Rundumschlag vor der Presse die Einstellung mancher Bayern-Spieler infrage.

Das 1:2 (0:0) des FC Bayern im Topspiel in Gladbach hatte beim 24-jährigen Nationalspieler offensichtlich Spuren hinterlassen. Er könne „durchdrehen“, sagte der Schwabe unter anderem: „Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, ist auf dem komplett falschen Weg.“

Verbale Keule von Joshua Kimmich gegen die Bayern-Kollegen

Wie diese verbale Keule wohl bei den Kollegen ankam? Eine Bayern-Ikone, die für klare Worte stets bekannt war, lobte und warnte Kimmich nun zugleich: Stefan Effenberg.

Der 51-Jährige war um die Jahrtausendwende sozusagen der Vorläufer des heute sogenannten Aggressive Leaders im Fußball, 2001 gewann der Hanseate in dieser Rolle mit den Münchnern die Champions League.

„Die Frage ist, welches Standing er in der Mannschaft hat?“, sagte Effenberg in der Sendung „Doppelpass“ bei Sport1: „Wenn er das hat, wenn er das Vertrauen des Trainers hat, dann darf er das machen. Dann muss er das machen.“ 

Hat Joshua Kimmich einen Anführer-Anspruch beim FC Bayern München?

Eifrig wurde in dem Kult-Fußball-Talk über Kimmichs Anspruch als neuer Lautsprecher in München diskutiert. Ex-Bundesliga-Trainer Peter Neururer pflichtete Effenberg bei: „Ansonsten gibt es beim nächsten Fünf-gegen-Zwei ordentlich auf die Hölzer!“

Revance an Kimmich im Training? So weit dürfte es an der Säbener Straße in München-Harlaching freilich nicht gehen. Doch der selbst erklärte Anführer muss nun auch Worten Taten folgen lassen.

Stefan Effenberg: Er gewann 2001 mit dem FC Bayern die Champions League.

Joshua Kimmich knöpft sich die Bayern-Kollegen vor

Unser ursprünglicher Artikel vom 8. Dezember 2019:

München/Mönchengladbach - Es war ruhig auf den Social-Media-Accounts von Joshua Kimmich. Dort, wo der Mittelfeldstar des FC Bayern München normalerweise mit Hashtags jongliert und die Twitter- und Instagram-Gemeinde an seiner Liebe zu seinem Beruf teilhaben lässt. 

Am Tag nach dem ernüchternden 1:2 (0:0) des Rekordmeisters bei Bundesliga-Tabellenführer Gladbach gab es nicht nur keinen Grund zur Freude. 

Joshua Kimmich lässt seinem Ärger in Gladbach freien Lauf

Kimmich hatte vielmehr seinem ganzen Ärger, der sich offenbar in ihm angestaut hatte, am Abend zuvor noch in Mönchengladbach Luft verschafft.

„Es ärgert mich unendlich, ich könnte durchdrehen“, sagte der 24-Jährige laut Sport1: „Die Alarmsignale mussten schon vor dem Spiel an sein. Es steht nicht nur Gladbach vor uns. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, ist komplett auf dem falschen Weg. Wer glaubt, dass es wieder so wird wie letzte Saison, ist fehl am Platz.“

Joshua Kimmich: Breitseite gegen die Bayern-Kollegen

Rumms, Worte wie eine Breitseite für die Kollegen! Ivan Perisic (49. Minute) hatte die Münchner im Borussia-Park in Führung gebracht, ehe der Algerier Ramy Bensebaini (60./90.+2, Foulelfmeter) die Partie zugunsten der „Fohlen“ drehte. Mitte der zweiten Halbzeit waren die Bayern regelrecht eingebrochen - unerklärlich? 

Geht beim FC Bayern voran: Joshua Kimmich (Mi.).

TV-Experte Dietmar Hamann hatte die Aufstellung von Bayern-Coach Hansi Flick kritisiert. Schon vor dem Spiel. Nach der Partie erneuerte der frühere Bayern-Profi (1993 - 1998) seine Kritik. 

Konkret ging es darum, dass Flick Anführer Kimmich (Note 3) erstmals auf die Position des Rechtsverteidigers stellte, nachdem sich der Schwabe zentral auf der Sechs gerade erst festgespielt hatte.

FC Bayern: Joshua Kimmich ist wieder der Dauerläufer

Kimmich, Dauerläufer der Bundesliga, hatte auch diesmal 12,98 Kilometer runtergespult. In seiner Haudrauf-Analyse war der Nationalspieler anschließend kaum zu bremsen.

„Wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, hat es uns letzte Saison in die Karten gespielt, dass wir aus der Champions League rausgeflogen sind, denn sonst wäre es schwieriger geworden, das Double zu holen“, sagte er mit Blick auf den Achtelfinal-K.o. gegen den FC Liverpool.

Und warnte: „Je weiter wir in der Champions League kommen, desto schwieriger wird es, die Kräfte für die Bundesliga zu haben. Umso ärgerlicher ist es, dass wir jetzt mit so vielen Punkten hinten dran sind. Ich glaube, dass es diese Saison deutlich schwieriger wird.“

FC Bayern: Thomas Müller fordert bis Weihnachten nur noch Siege

Auch andere Bayern-Stars reagierten nach der Last-Minute-Niederlage dünnhäutig. „Sollen wir jetzt gegen den Abstieg spielen?“, fragte Keeper Manuel Neuer laut Sport1 sauer. 

Thomas Müller analysierte ernüchtert: „Wir müssen am Mittwoch (gegen Tottenham Hotspur, d. Red.) ein Spiel gewinnen und in der Bundesliga noch neun Punkte holen, sonst sieht es schattig aus.“ „Aggressive Leader“ Kimmich hätte es wohl anders formuliert.

Jetzt hat sich auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit klaren Worten an die Mannschaft gerichtet.

Patrick Mayer

Ein Tag nach der Niederlage gegen Gladbach wurde auch im Doppelpass über das Spiel geredet. Doch es gab eine Neuerung in der Show, die nicht jeder akzeptierte

Und während Joshua Kimmich beim FC Bayern zum Rundumschlag ausholte, gab es auch beim Bundesliga-Rivalen Borussia Dortmund Ärger - wegen der limitierten schwarzen BVB-Trikots.

Wenigstens gab es bei den Bayern dann doch noch Grund zur Freude - Manuel Neuer soll kurz davor stehen, in München einen Rentenvertrag zu unterschreiben. Und: Auf dem Transfermarkt gäbe es jetzt offiziell einen möglichen Back-up für Robert Lewandowski zu erwerben: Erling Haaland von Red Bull Salzburg. 

Rubriklistenbild: © dpa

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