Dank "Krieger" Mandzukic

Juve sieht Chance gegen "monströse Bayern"

Turin - Die famose Aufholjagd gegen "phänomenale Bayern" macht Juve Mut für das Rückspiel in drei Wochen. Die Fans träumen vom Viertelfinale und bejubeln vor allem einen früheren Bayern-Profi für seine Leistung.

Selbst die Ex-Kollegen vom FC Bayern München hatten nach dem beeindruckenden Comeback von Mario Mandzukic nur Lob parat. „So kennt man ihn, dass er sich körperlich mit allem reinlegt“, sagte Kapitän Philipp Lahm zum starken Auftritt des Stürmers von Juventus Turin beim 2:2 (0:1) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League. Torschütze Thomas Müller scherzte: „Wir kennen ihn ja, er ist ein intensiver Gegenspieler.“ Nach vier Wochen Verletzungspause stand Mandzukic gegen die Münchner erstmals wieder 90 Minuten auf dem Platz. Der Ex-Bayer kämpfte, ackerte und glänzte als Vorbereiter.

„Krieger Mandzukic. Wirft sich in das Spiel, als ob er nie verletzt gewesen wäre. Er ist ein Löwe, hilft hinten, liefert eine Vorlage“, lobte die Turiner Tageszeitung La Stampa. Mandzukic, der von 2012 bis 2014 für den deutschen Fußball-Rekordmeister gespielt hatte, trug mit seiner starken Leistung und zwei Pässen vor den Toren durch Paulo Dybala (63.) und Stefano Sturaro (76.) entscheidend zum Remis bei. Tuttosportmutmaßte, Manduzukics „Rachegelüste“ gegen den ungeliebten Ex-Coach Pep Guardiola hätten den Kroaten angetrieben.

Allegri: "Diese Leistung gibt uns viel Selbstvertrauen"

Eine Stunde lang war Juve gegen den Tabellenführer der Bundesliga klar unterlegen, lag verdient mit 0:2 zurück. Dennoch überwog in Turin die Freude über die starke Reaktion nach dem Rückstand, die die Italiener Mut für das Rückspiel in München in drei Wochen schöpfen ließ. „Um eine Runde weiterzukommen, muss man ein Spiel gewinnen, das müssen wir in München tun“, forderte Trainer Massimiliano Allegri. „Wir glauben daran. Diese Leistung gibt uns viel Selbstvertrauen.“

Doch der starke Auftritt der Bayern, die die Gastgeber zu Beginn der Partie kompromisslos in die Defensive drängten, beeindruckte auch die Bianconeri. „Es war nicht leicht, im Gegenteil, sogar sehr schwer. Bayern hat den Ball gehalten und viele Chancen gehabt“, urteilte Mittelfeldspieler Paul Pogba. Die Gazzetta dello Sportmeinte: „Ein monströses Bayern dominiert, aber Juve kommt zurück. Nicht alle schaffen es, gegen diese phänomenalen Bayern zu bestehen.“

Pressestimmen: "Die Münchner Panzer sind nicht mehr unbesiegbar"

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La Gazzetta dello Sport: "Dybala und Sturaro sorgen für das Comeback" © Screenshot
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Daily Mail: "Paulo Dybala und Stefano Sturaro schlagen zurück und lassen durch das Unentschieden nach 2:0-Rückstand das Duell offen." © Screenshot
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Corriere dello Sport: "Eiserne Turiner holen gegen den FC Bayern auf. Juve ist eine Mannschaft mit deutscher Mentalität, die nie aufgibt, das ist ihre Größe. Sie ist in jedem Spiel unsterblich, das hat auch der FC Bayern einsehen müssen. Juve schien am Ende, vernichtet, ist aber mit Energie, Charakter und dem Geist seiner Geschichte auferstanden. Dieses 2:2 versetzt die Bayern in große Schwierigkeiten. Die Münchner haben begriffen, dass sie mit Juve nicht scherzen können." © Screenshot
La Stampa: "Juve spielt auf gleichem Niveau gegen den zweitbesten europäischen Klub hinter dem FC Barcelona. In der zweiten Halbzeit beginnt Juve den Krieg und bestreitet ein großartiges Spiel: Hart und atemberaubend. 60 Minuten lang hat Bayern dominiert, doch Turins Reaktion war einfach beeindruckend. Nur große Champions können so reagieren." © Screenshot
Tuttosport: "Wie eine Furie holt Juve im Duell gegen den FC Bayern auf. Als alles schon verloren schien, verlieh Trainer Allegri der alten Dame ein neues Antlitz. Entscheidend war die Leistung des Ex-Bayern-Spielers Mario Mandzukic, der bis zuletzt wie ein Löwe kämpfte. Die Münchner Panzer sind nicht mehr unbesiegbar." © Screenshot

Dass der FC Bayern nach zwei Auswärtstoren im Rückspiel der Favorit ist, ist auch den Turinern klar. Dennoch gaben sich Sami Khedira und Co. kämpferisch. „Wir treten in einem Stadion an, wo nur wenige Mannschaften gewinnen. Aber wir wissen, dass wir es mit dem Herz und der Leidenschaft aus der zweiten Halbzeit heute schaffen können“, prophezeite Torschütze Dybala. Weltmeister Khedira gab im TV-Sender Sky zu: „Ein 2:2, das spricht erstmal für die Bayern. Aber das ist Champions League, das sind K.o.-Spiele und dafür lebt man. Es ist alles möglich, aber wir wissen auch, dass es unheimlich schwer wird.“

Die Erfolgsserie mit Glücksbringer Khedira baute Juve zwar auf 17 ungeschlagene Pflichtspiele aus, doch der 28-Jährige erwischte gegen Bayern einen schwachen Tag. „La Stampa“ kritisierte: „Der Talisman ist von Beginn an wirkungslos. Fast unsichtbar“, der Corriere dello Sport  meinte: „Wenig Präsenz, wenig Biss. Das ist nicht er.“

Der deutsche Nationalspieler muss sich im Rückspiel genauso steigern wie seine Teamkollegen, damit es für die Italiener doch noch fürs Viertelfinale reicht. „Ich glaube daran, wir müssen an die zweite Halbzeit anknüpfen“, forderte Verteidiger Leonardo Bonucci. Und Tuttosport prophezeite: „Die Heldentat in München ist möglich. Sie sind menschlich, im Rückspiel braucht es ein Tor mehr oder ein 3:3.“

sid

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