Kritik angekommen - Klinsi zeigt sich einsichtig

Noch ist offen, ob Trainer Jürgen Klinsmann seinen Schützling Franck Ribéry gegen Lyon von der Leine lassen wird.
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Noch ist offen, ob Trainer Jürgen Klinsmann seinen Schützling Franck Ribéry gegen Lyon von der Leine lassen wird.

Die Bosse schwiegen. Weder Uli Hoeneß noch Karl-Heinz Rummenigge äußerten sich am Montag zur angespannten Lage beim FC Bayern.

Klar, beide haben keine große Lust, sich zur ersten Krise unter Jürgen Klinsmann zu äußern. Viel Zeit hatten sie jedoch auch nicht: Nach einem Treffen am Sonntag wurde am Montag eine weitere Vorstandssitzung einberufen.

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„Inhalte davon wird es sicher nicht in der Öffentlichkeit geben“, wiegelte Paul Breitner in seiner Funktion als Berater gegenüber der tz ab. Offensichtlich ist aber, dass die Probleme und Unzulänglichkeiten angesprochen wurden – die Frage, warum es mit Klinsi noch nicht läuft, musste analysiert werden. Ob sich der Trainer in der Pressekonferenz am Nachmittag auf die Gespräche mit dem Vorstand oder die öffentliche Meinung bezog, ist nicht belegt. Zumindest versicherte Klinsi nach der Pleite gegen Hannover 96: „Die Kritik ist angekommen!“ Kritik von außen, klar. Aber auch der Vorstand ist über den schlechtesten Start seit 31 Jahren alles andere als erfreut. Und nun das Champions-League-Duell gegen Lyon. „Es darf und wird nicht schief gehen“, sagt Uli Hoeneß vor dem Duell unmissverständlich. „Es sollte schon ein Sieg her“, setzt Franz Beckenbauer Mannschaft und Trainer in seiner Bild-Kolumne unter Druck: „Zu oft sollte Bayern nicht mehr verlieren.“

Klinsmann weiß das – und kennt die Abläufe in München. „Kritik nach einer Niederlage ist beim FC Bayern ganz normal, erst recht nach zwei Niederlagen. Aber wir haben die Ruhe “, erlärt der Trainer, „wir haben uns intensiv besprochen“. Also keine Spur davon, dass Klinsi zu wenig auf die Ratschläge von Hoeneß & Co. hört, wie es Udo Lattek im DSF vermutet hatte? „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Udo Lattek weiß, was wir miteinander reden“, sagt Paul Breitner zur tz: „Es gibt überhaupt keine Kommunikationsprobleme.“

So sprach Klinsi nach der Hannover-Pleite mit den Bossen, aber auch mit dem Team. Für die Kicker setzte es ein Donnerwetter in der Kabine. Klinsmann: „Ich habe die Dinge in aller Deutlichkeit angesprochen. Aber das bleibt unter uns.“ Genauso ein Geheimnis macht der Trainer aus der Aufstellung gegen Lyon. Wird wieder rotiert? Spielt Ribéry? „Da müssen sie sich bis kurz vor Spielbeginn gedulden“, lächelt Klinsi – versichert aber vor: „So ein Spiel wie jetzt kommt gerade recht. Am meisten fuchsen die Niederlagen die Spieler selbst.“

Von Selbstzweifeln oder gar Angst war nichts zu merken: „Ich habe Geduld, das gehört alles mit dazu. Hin und wieder ein kleiner Rückschlag ist normal.“ Kleiner Rückschlag? Eine dritte Niederlage in Folge käme schon eher dem Super-GAU gleich. „Die Mannschaft befindet sich in einer Neudefinierung“, sagt Klinsmann auch mit Blick auf die Hierarchie, „das ist ein neuer Prozess, speziell nach dem Weggang von Oliver Kahn“. Ein Macht-Vakuum bei den Bayern? Klinsi: „Uns fehlt im Moment vor allem die Konstanz, mit dem gleichen Elan und der gleichen Power in jedes Spiel zu gehen.“ Gegen Lyon sollte eine gehörige Steigerung her – sonst wird’s endgültig unangenehm für Klinsi.

ta

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Quelle: DPA

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