„Um mich braucht sich niemand zu sorgen...“

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Mario Gomez setzt sich mit seiner Situation bei den Bayern kritisch auseinander.

München - Krise? Problemfall? Nein. Es gab wahrlich schon schlechtere Zeiten in der Karriere des Mario Gomez.

Beim letzten EM-Gruppenspiel am 16. Juni 2008 gegen Österreich schaffte es der Nationalstürmer, den Ball aus einem halben Meter Entfernung freistehend nicht im Tor unterzubringen. Im Vergleich dazu erledigte der Stürmer seine Aufgabe im Pokal gegen Oberhausen äußert souverän. Eine von Torwart Pirson abgefälschte Flanke köpfte der 24-Jährige kurz vor der Pause aus circa 60 Zentimetern ins Tor. Es blieb trotz bester Chancen das einzige Erfolgserlebnis.

Mario Gomez ganz privat

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„Natürlich will ich am liebsten jeden Ball versenken – im Training, im Garten und auch im Pokalspiel“, erklärte Gomez nach dem 5:0. Seine Ansprüche sind derzeit jedoch bescheiden: „In meiner jetzigen Situation bin ich froh, dass ich überhaupt ein Tor gemacht habe. Aber da werden auch wieder mehr kommen.“ Richtig glücklich wirkte der 35-Millionen-Angreifer nach Abpfiff nicht. Zwei Großchancen vergab er in der zweiten Halbzeit, dann kam Konkurrent Toni für ihn ins Spiel. Gomez macht derzeit vor dem Tor, was für einen Stürmer Gift ist: nachdenken. „Klar hat es mir nicht gefallen, dass ich ausgewechselt wurde“, sagt Gomez: „Aber ich habe mit keinem meiner Kollegen ein Problem. Die Konkurrenzsituation im Sturm ist enorm, aber ich werde mich durchsetzen.“

Gomez und Co. gegen Oberhausen - die Bilder

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Der Ex-Stuttgarter will kämpfen. „Um mich braucht sich keiner Sorgen zu machen“, erklärt Gomez der tz. „Wenn ich nicht gewusst hätte, was mich hier erwartet, wäre ich doch gar nicht erst gekommen. Ich brauche keine Hilfe oder so was. Alles ist okay, ich werde mir meinen Platz zurückholen.“ Dennoch: Dass sein Selbstvertrauen unter den Auswechslungen und der Verbannung auf die Ersatzbank gelitten hat, gibt der Angreifer zu. „Ich wurde geholt, um Tore zu schießen. Dann saß ich gegen Haifa auf der Bank. Das hat mich schon verunsichert“, spricht der Stürmer über seine Erfahrung in der letzten Woche.

Gomez zu sport1.de: „Dadurch hatte ich nicht mehr das Selbstvertrauen, das ich eigentlich habe. Ich habe von Haus aus sehr viel Selbstvertrauen. Ich weiß, was ich kann. Aber ich brauche für mein Spiel volles Selbstvertrauen.“ Seinen besten Kumpel hat Gomez bei Bayern in Bastian Schweinsteiger gefunden. Beide kennen sich aus der Nationalmannschaft, verbringen in München viel Zeit miteinander. Nach dem 5:0 gegen Oberhausen trafen sich beide in den Katakomben der Arena. Schweini, gegen Oberhausen geschont, blödelte ausgiebig herum, scherzte mit Fans und Journalisten. Gomez stand etwas teilnahmslos daneben. Über die Aufregung wegen seines Wiesn-Besuchs mit Freundin Silvia kann er nur den Kopf schütteln („Ich habe Wasser getrunken!“), an die Medienpräsenz in München muss er sich genauso gewöhnen wie an die Ansprüche auf dem Platz.

„Natürlich habe ich mich in den letzten Spielen gefragt, warum ich ausgewechselt wurde“, meint Gomez. „Vier Stürmer für eine Positionen wären schon viel, jetzt haben wir mit Ivica Olic gleich fünf.“ Das oberste Gebot für Gomez lautet nun: Einfach nicht drüber nachdenken.

Tobias Altschäffl

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