Rensing: „Ich denke nicht an Abschied“

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Michael Rensing will den Kampf um die Nummer 1 im Bayern-Tor nicht aufgeben.

München - Er wurde abgesägt, von Jürgen Klinsmann hinter’s Licht geführt: Michael Rensing hat schwere Zeiten hinter sich.

Im großen tz-Interview spricht der Torwart über seine Fehler – und warum er nicht aufgibt.

Herr Rensing , mit welcher Trikotnummer gehen Sie in die neue Saison?

Rensing: Ich hab die Nummer eins. Genauso wie im letzten Jahr. Aber die Nummer auf dem Trikot entscheidet ja nicht darüber, wer spielt.

Gab es schon Gespräche darüber mit van Gaal?

Rensing: Nein, noch nicht.

Was erwarten Sie sich?

Rensing: Eine Chance zu spielen.

Sind Sie beim Trainingsstart der Herausforderer?

Rensing: Ja, das kann man so sehen.

Wie wird der Konkurrenzkampf mit Butt ablaufen?

Rensing: Kollegial. Ein normaler Konkurrenzkampf, wie es sich gehört für Sportsmänner.

Sie hält zu ihm: Rensings Freundin Saskia

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Droht Krach?

Rensing: Nein, wieso auch? Man muss immer sein Bestes geben und die Entscheidung des Trainers akzeptieren. Das werde ich tun.

Was haben Sie sich persönlich im Rückblick auf die letzte Saison vorzuwerfen?

Rensing: Sportlich denke ich, habe ich eine ordentliche Saison gespielt. In der Champions League sogar richtig gut. Leider war ich mir meiner Situation als Nachfolger von Oliver Kahn nicht bewusst und habe bei Kritik dünnhäutig reagiert.

Fehlt Ihnen Ausstrahlung?

Rensing: Nein – wenn ich mich mit Adler oder Neuer vergleiche. Natürlich ist ein Vergleich mit Oliver Kahn in seinen besten Jahren noch nicht zulässig.

Sie haben gesagt, dass Sie auch Fehler im Umgang mit den Medien gemacht haben. Welche?

Rensing: Wie gesagt, ich habe zu dünnhäutig reagiert. Es waren zwei, drei Wochen dabei, in denen ich aus Selbstschutz nicht mit der Presse gesprochen habe. Das werde ich anders machen. In Zukunft werde ich mich stellen, egal in welcher Situation.

Sind Sie in der vergangenen Saison demütiger geworden?

Rensing: Ja. Es ist eine große und schwierige Aufgabe der Nachfolger von Oliver Kahn zu werden. Ich denke, dass ich die Fähigkeiten, das Talent habe, das zu bewerkstelligen und freue mich jetzt auf diese Herausforderung.

Wird die nächste Saison die Wichtigste Ihrer Karriere?

Rensing: Schwer zu sagen. Es wird eine große Herausforderung für mich, wieder für den FC Bayern im Tor zu stehen und endgültig die Nachfolge von Kahn anzutreten.

Nummer eins oder Abschied?

Rensing: Ich denke nicht an Abschied. Ich will mich beim FC Bayern durchsetzen.

Was passiert, wenn Butt am ersten Spieltag im Tor steht? Nutzen Sie dann die Chance, um den Verein noch vor Ablauf der Wechselfrist am 31. August zu verlassen?

Rensing: Mit derartigen Fragen beschäftige ich mich überhaupt nicht. Meine Aufgabe ist es jetzt, den neuen Trainer zu überzeugen, dass ich ein erstklassiger Torhüter und die richtige Wahl bin.

Glauben Sie wirklich, dass doch kein neuer Torhüter mehr geholt wird?

Rensing: So sieht es im Augenblick aus.

Kommt noch ein Torwart? Wenn ja, wer? Die Transferbörse

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Zeigt das Interesse an Manuel Neuer nicht ein grundsätzliches Misstrauen?

Rensing: Die abgelaufene Saison ist nicht so gelaufen, wie gewünscht. Deshalb ist es normal, dass sich der FC Bayern über viele Positionen Gedanken macht. Ich muss mir das Standing erst erarbeiten, dass ich nicht mehr in Frage gestellt werde.

Zu Jürgen Klinsmann haben Sie vermutlich keinen Kontakt aufgenommen…

Rensing: Nein, wir haben keinen Kontakt.

Haben Sie noch Klinsmanns Handynummer?

Rensing: Nein, auch nicht.

Interview: Tobias Altschäffl

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