Bayern-Trainer völlig offen

Nagelsmann verrät in Sendung plötzlich seine komplette Taktik - von Defensive bis Offensive

FC-Bayern Coach Julian Nagelsmann.
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FC-Bayern Coach Julian Nagelsmann.

Julian Nagelsmann sorgt für frischen Wind beim deutschen Rekordmeister. Der Bayern-Trainer stellt einiges um. Aus seinem System-Wechsel zwischen Defensive und Offensive macht der 34-Jährige kein Geheimnis.

München - Julian Nagelsmann (34) macht als Cheftrainer des FC Bayern viele Dinge anders als seine Vorgänger. Der gebürtige Landsberger rollt mit seinem Longboard über das Trainingsgelände an der Säbener Straße - und sorgt auch taktisch für frischen Wind beim deutschen Rekordmeister. Ungewöhnlich: Nagelsmann hat kein Problem damit, vor TV-Kameras ausführlich über seine Spielphilosophie und die taktische Ausrichtung der Münchner zu sprechen. So geschehen in der neuen DAZN-Sendung decod3d, in der Nagelsmann an der Seite von „Fußball-Professor“ Ralf Rangnick (63) interessante Einblicke in seine Trainer-Gedanken gibt.

FC-Bayern Coach Nagelsmann offenbart seine Vorliebe

Zwei Themen treiben den Fußballlehrer Nagelsmann besonders um: Der Spielaufbau und die Strafraumbesetzung. „Die meisten Gegner stehen tief und rechnen sich die größten Chancen im Konter aus. Das verlangt ein paar Dinge von dir als Mannschaft: Dass du eine gewisse Idee hast, wie du das Spiel eröffnen willst“, sagt Nagelsmann und erklärt: „Manche Trainer lieben es, mit einer sehr breiten Viererkette zu spielen, um den Gegner im Mittelfeld auseinanderzuziehen. Ich bin eher einer, der gerne die gegnerische Abwehrkette auseinanderzieht und da versucht, im vorderen Drittel mehr Räume zu kreieren.“

Und das machen die Nagelsmann-Bayern wie folgt: Im Spielaufbau rutschen die Innenverteidiger Dayot Upamecano und Niklas Süle weiter nach vorne, während Rechtsverteidiger Benjamin Pavard nach innen einrückt und sich als eine Art dritter Zentrumsspieler an der Doppel-Sechs Joshua Kimmich/Leon Goretzka orientiert. Zeitgleich steht Linksverteidiger Alphonso Davies genauso hoch wie Flügelspieler Serge Gnabry auf der gegenüberliegenden Seite, der gemeinsam mit Thomas Müller die Gegenspieler binden soll. Dadurch entstehen im letzten Angriffsdrittel größere Räume für die Münchner. Auch weil die gegnerischen Abwehrspieler häufig nicht wissen, wie sie im Defensivverhalten mit Davies umgehen sollen.

Nagelsmann: „Mir ist immer wichtig, dass wir das Zentrum geschlossen halten“

„So haben wir eine Staffelung, die sicherlich anders aussieht als bei vielen anderen Teams. Da geht’s darum, dass wir die Mittelfeldkette eher eng halten und durch die beiden Flügelspieler die Abwehrkette vom Gegner auseinanderziehen“, erläutert Nagelsmann seine Herangehensweise. Ein weiterer Vorteil dieser taktischen Ausrichtung ist laut Nagelsmann die Konterabsicherung: „Mir ist immer wichtig, dass wir das Zentrum geschlossen halten. Wir haben oft zwei Sicherungsspieler gegen eine Spitze vom Gegner. Wir haben dann drei Sechser, die das Zentrum kompakt halten und wir im Gegenpressing dadurch viel Personal haben. Der Gegner soll nicht diesen direkten Weg durchs Zentrum haben.“

Und hier kommt die Besetzung der „Box“ (Trainersprache für Strafraum) ins Spiel. Der Bayern-Coach möchte so viele Spieler wie möglich im gegnerischen Sechzehner sehen. „Mit Personal in der Box bindest du Gegner. Der Gegner hat schon mal weniger Konterpersonal.“ Nagelsmann weiter: „Wenn wir auf das Tor schießen, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Treffer zu erzielen deutlich höher, weil ein Abpraller zu uns prallt. Wenn du fünf oder sechs Spieler im Sechzehner hast, dann kriegst du fast jeden zweiten Ball. Dein Gegenpressing wird viel leichter und die Wahrscheinlichkeit auf einfache Tore wird höher.“

FC Bayern: Nach dem Sieg gegen Greuther Fürth ärgern sich Münchner über eigene Fehler *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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