Umstrittenes Interview

Hitzfeld über Nagelsmann: „Das kam bei Bayern nicht so gut an“

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Der ehemalige Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld hat ein paar Ratschläge für Trainer-Shootingstar Julian Nagelsmann parat.

„Julian Nagelsmann ist für 1899 Hoffenheim ein Glücksgriff“: Was Ex-Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld dem Shootingstar der TSG mit auf den Weg gibt, um ein großer Trainer zu werden.

München - Mit einem Eurosport-Interview vor einigen Wochen sorgte Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann für ein gewaltiges Medien-Echo. Zu den Aussagen des Trainer-Shootingstars nimmt nun Ottmar Hitzfeld Stellung, welcher die Abläufe beim FC Bayern sehr gut kennt: „Ich finde es richtig, dass man sagt: Bayern ist ein Wunsch von mir, dort einmal trainieren zu können, mit den Nationalspielern, mit dem Druck etc. Das ist offen und ehrlich. Aber er hat da ein bisschen zu viel Sympathie für Bayern gezeigt und das kam in Hoffenheim nicht gut an und bei Bayern kam es sicherlich auch nicht so gut an", so der frühere Erfolgscoach des deutschen Rekordmeisters gegenüber der Sportplattform DAZN.

Hitzfeld: „In einigen Jahren wird Nagelsmann Thema bei Bayern“

Hitzfeld, der mit Borussia Dortmund 1997 und dem FC Bayern München 2001 die Champions League gewinnen konnte, ist allerdings überzeugt, dass Nagelsmann aus dem entstandenen Echo in der Medienlandschaft lernen wird. Außerdem gibt der frühere Meistertrainer dem erst 30-Jährigen Nagelsmann einen möglicherweise wertvollen Tipp für dessen nähere berufliche Zukunft: Julian Nagelsmann solle nicht zu schnell den Schritt zu einem Weltverein wie Bayern München machen, sondern noch bei der TSG 1899 Hoffenheim bleiben. „Für mich ist wichtig, um sich eben auch weiterzuentwickeln. Aber ich bin überzeugt, in ein paar Jahren wird er sicherlich ein Thema bei Bayern München sein", so Hitzfeld weiter.

Von den Qualitäten des Hoffenheim-Trainers ist Hitzfeld beeindruckt: Die Kraichgauer seien ein enormes Risiko eingegangen, Nagelsmann habe das Vertrauen jedoch zurückzahlen können. "Er ist ein Trainer, der sehr viel Selbstbewusstsein besitzt. Da spürt man, dass er eine Führungspersönlichkeit ist. Er ist gewohnt, ein Team zu führen. Das war ein Glücksgriff von Hopp", ist der 68-Jährige überzeugt. Der Vertrag von Julian Nagelsmann bei der TSG läuft noch bis 2021, eine Ausstiegsklausel existiert nicht, wie dessen Berater Marc Kosicke erst kürzlich verriet.

Ottmar Hitzfeld (l.) und Karl-Heinz Rummenigge bei einer Preisverleihung im August 2017.

Auch den Faktor Medienlandschaft ließ Hitzfeld in dem Interview nicht außen vor: „...Wenn man bei Hoffenheim Schlagzeilen oder Fehler macht, fällt das vielleicht nicht so auf wie bei Bayern München“, so Hitzfeld weiter, der Nagelsmann nach eigenen Angaben am liebsten noch „drei, vier Jahre“ bei der TSG 1899 sehen möchte: „Ein Trainerleben kann sehr lange sein, da gibt es viele Stationen. Und man sollte auch - so war zumindest immer mein Credo als Trainer - möglichst langfristig bei einem Verein bleiben und nicht zu schnell den nächsten Klub anstreben, sonst verbraucht man sich auch zu schnell. Und so viele interessante Topklubs gibt es ja nicht."

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Tedesco lobt Nagelsmann: "Wäre Lehrgangsbester geworden"

Im Frühjahr 2016 schloss Schalkes Trainer Domenico Tedesco seine Ausbildung zum DFB-Fußballlehrer als Jahrgangsbester ab - vor Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann. Am Samstag treffen beide mit ihren Mannschaften erstmals in der Bundesliga aufeinander.

Video: Glomex

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