Er war tief enttäuscht

Nach Rafinha-Attacke auf Kovac: Co-Trainer Hermann schützt den FC-Bayern-Coach

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Kovac und Rafinha waren nicht die aller besten Freunde.

FC Bayern: Rafinha hat Trainer Niko Kovac heftig kritisiert – Co-Trainer Peter Mann will das so nicht stehen lassen und nimmt den Bayern-Coach in Schutz.

Update vom 18. Juli, 14.10 Uhr: Peter Hermann stand als Co-Trainer an der Seite von Niko Kovac in dessen erstem Jahr beim FC Bayern München. Die Kritik von Ex-Star Rafinha will er so nicht stehenlassen und ergreift klar Partei für den Bayern-Coach. 

„Nachtreten macht man nicht. Ich mag Rafinha. Er ist ein guter Spieler, der seine Rolle gut erfüllt hat und zuverlässig war. Man wusste, was man an ihm hat. Aber sein Nachtreten gefiel mir nicht“, kritisierte Hermann Rafinhas Verhalten in einem Interview mit Sport1. Der ehemalige Bayern-Spieler hatte unter anderem eine fehlende Teamchemie zwischen Mannschaft und Trainer angeprangert. Ein Satz, den Hermann so nicht stehen lassen wollte.

„Es war das erste Jahr von Niko Kovac bei den Bayern, und man hat dort als Trainer den schwierigsten Job der Bundesliga. Das muss man erstmal schaffen. Man hat mit den Medien unheimlich viel am Hals und hat es auch mit anderen Spielertypen zu tun“, erklärte der Co-Trainer.

„Das war der negative Höhepunkt“: Ex-Bayern-Star tritt gegen Kovac nach

München - Acht lange Jahre trug Rafinha das Trikot des FC Bayern. Nicht immer war er erste Wahl, dennoch spielte er meist eine wichtige Rolle im Kader des Rekordmeisters. 

266 Spiele, davon 193 von Beginn an für die Bayern. Diese Statistik ist dem Brasilianer wichtig, hat er sie doch im Kopf, wie er in einem Interview mit der Sport Bild verrät. 

Nun schnürt Rafinha die Schuhe für Flamengo Rio de Janeiro in Brasilien. Sein Vertrag beim FC Bayern war im Sommer ausgelaufen. Mit 33 Jahren gab‘s kein neues Angebot mehr, wie auch für Franck Ribéry und Arjen Robben. „Ich hatte mehr glückliche als traurige Jahre“, zieht Rafinha insgesamt eine positive Bilanz.

FC Bayern: Rafinha tritt gegen Trainer Niko Kovac nach

Ein Abschiedsspiel hätte er sich dennoch gewünscht, wie der Rechtsverteidiger verrät. „Das war ein Tiefschlag, der negative Höhepunkt. Ich war so enttäuscht!“, sagt Rafinha angesprochen auf das letzte Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt, bei dem er nicht zum Einsatz kam, obwohl die Bayern am Ende deutlich führten. 

„Der Trainer wusste, dass es mein letztes Spiel ist. Ich habe zehn Finals für Bayern gespielt, ich kann mit Druck umgehen. Der Trainer hat mir mein Abschiedsspiel weggenommen“, zeigt sich Rafinha noch enttäuscht. 

Generell gesteht der emotionale Brasilianer ein, dass es zwischen ihm und Kovac nicht so wirklich gepasst hatte: „Ich wünsche Niko Kovac alles Gute, er ist ein junger Trainer“, so Rafinha, „aber zwischen ihm und mir hat es einfach nicht funktioniert, vielleicht hatte er kein Vertrauen in mich. Es gab eine Phase, in der ich mehr Spiele hatte. Danach hat der Trainer einfach nicht mehr auf mich gesetzt, und das konnte ich nicht nachvollziehen.“

FC Bayern: Rafinha war sauer auf Trainer Kovac

Kovac und Rafinha waren nicht die aller besten Freunde.

Als er am 34. Spieltag 90 Minuten auf der Bank verbringen musste, war er anschließend „fertig, total traurig“. Dabei wirkt er noch immer sauer auf Kovac: „Mein Abschied wurde mir verwehrt, obwohl ich topfit war. Ich hätte so gerne noch mal vor unseren Fans gespielt. Er hätte mir mit geschlossenen Augen vertrauen können, aber das hat er nicht.“

In der abgelaufenen Saison kam Rafinha wettbewerbsübergreifend auf 26 Einsätze. Zu wenig in seinen Augen. Dabei hatte er vor der Saison das Gepräch mit dem Trainer gesucht. 

„Niko Kovac und ich hatten vor der Saison ein Gespräch, in dem ich ihn gebeten habe: ‚Wenn du nicht mit mir planst, lass mich gehen!‘“, so Rafinha. „Er hat gesagt, dass ich meine Einsätze bekomme. Aber es kam anders – zumindest hatte ich ihn anders verstanden.“

FC Bayern: Rafinha mit besonderem Verhältnis zu Rummenigge und Neuer

In seiner Bayern-Zeit waren vor allem zwei Personen wichtig für ihn: „Karl-Heinz Rummenigge war für mich wie ein Vater: Er hat sich immer um mich gekümmert, wenn ich traurig war. Er war für mich der wichtigste Mensch bei Bayern“, so Rafinha. 

Mit Manuel Neuer hat der Außenverteidiger zudem eine ganz besondere Verbindung: „Er ist mein bester Freund in Deutschland. Er hat so viel für mich gemacht, ich kenne seine ganze Familie. Unsere Freundschaft wird unser ganzes Leben lang bestehen. Manuel ist eigentlich kein Freund, er ist mein Bruder“, so Rafinha.

Sein Nachfolger auf der Rechtsverteidiger-Position könnte Benjamin Pavard werden. Doch der Weltmeister muss sich wohl erst noch etwas steigern, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Außerhalb des Fußballs gibt es dagegen Neuigkeiten von Boris Becker. Seine Trophäen sollen versteigert werden - aber er findet ausgerechnet diesen besonderen Pokal nicht mehr.

fs

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