Rensing: Gegenwind und Rückendeckung

Zuletzt ein gewohntes Bild: Michael Rensing holt einen Ball aus dem Netz.
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Zuletzt ein gewohntes Bild: Michael Rensing holt einen Ball aus dem Netz.

Fünf Gegentore waren einfach zu viel. Seit der heftigen 2:5-Klatsche des FC Bayern gegen Werder Bremen verspürt Michael Rensing als neue Nummer 1 in München Gegenwind.

Auch wenn den 24-Jährigen bei der ersten Saison-Niederlage des deutschen Fußball- Meisters nur beim letzten Gegentreffer die Hauptschuld traf, wurden postwendend Zweifel am insgesamt nicht souveränen Schlussmann laut. Die Frage lautet: Hat der seit Jahren als Kronprinz gehandelte Rensing wirklich das Zeug dazu, das Erbe von Oliver Kahn anzutreten?

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Vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwochabend gegen den 1. FC Nürnberg erhielt der Torwart demonstrativ Rückendeckung. “Er bleibt meine Nummer 1 und muss sich keine Gedanken machen“, versicherte Trainer Jürgen Klinsmann. Man lasse sich “nicht beunruhigen“, sekundierte auch Karl-Heinz Rummenigge: “Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir auf Michael Rensing setzen. Und daran wird sich auch nichts ändern“, äußerte der Vorstandsvorsitzende in der “Bild“-Zeitung.

Rensing selbst hielt vor dem Nürnberg-Spiel lieber den Mund - Bälle halten muss seine Antwort sein. Jahrelang hatte er auf der Bank ausharren müssen, bis Kahn im Sommer endlich den ihm versprochenen Platz zwischen den Pfosten räumte. Jetzt ist Rensing rasend schnell in die Kritik geraten. Schon beim 1:0-Sieg der Bayern zum Champions- League-Auftakt bei Steaua Bukarest hatte er nicht souverän gewirkt und unter anderem bei zwei Pfostentreffern der Rumänen Glück gehabt.

“Das ist ein geiles Gefühl, Nummer 1 zu sein. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, hatte Rensing anschließend berichtet. Prompt folgte das Debakel gegen Bremen, das ihm im 28. Bundesliga- Einsatz die erste Niederlage überhaupt bescherte. Klinsmann war bemüht, die Debatten um seinen Stammtorwart einzudämmen: “Um einen Spieler weiter zu entwickeln, muss ein Spieler Fehler machen. Beim Torwart wiegt ein Fehler immer viel mehr als bei einem Feldspieler, deshalb ist die Diskussion größer“, meinte der Coach.

Zumal da noch der überlebensgroße Vorgänger ist - Oliver Kahn. “Michael hat nun mal das Pech, dass vor ihm mit Oliver Kahn eine Legende zwischen den Pfosten stand“, sagte Mannschaftskapitän Mark van Bommel. Aus Sicht von Kahn wäre es “fatal“, wenn die Bayern- Verantwortlichen Rensing gleich infrage stellen würden. Schon nach seinem Abschiedsspiel hatte der “Titan“ Geduld angemahnt und auf das Beispiel von Iker Casillas verwiesen. Der Spanier machte in seiner Lehrzeit als blutjunge Nummer 1 bei Real Madrid ebenfalls etliche Fehler - im Sommer wurde der heute 27-Jährige Europameister.

“Michael ist jung, er wird seinen Weg machen“, glaubt Kahn. Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte Rensing vor einem Jahr sogar schon als künftige Nummer 1 in Deutschland ausgerufen. Die Nationalelf ist das erklärte Ziel des ehemaligen U 21-Keepers. “Ich wäre liebend gern dabei“, sagte er erst vor knapp zwei Wochen nach dem 3:0 der Bayern beim 1. FC Köln. Der Kampf um das Erbe von Jens Lehmann erzeugt zusätzlichen Druck, zumal in René Adler (Bayer Leverkusen) und Manuel Neuer (Schalke 04) zwei junge Mitkonkurrenten bei Bundestrainer Joachim Löw aktuell höher im Kurs stehen. Um daran etwas zu ändern, muss Rensing zunächst beweisen, dass er tatsächlich das Kahn-Erbe schultern kann. “Nach dem Olli die Karriere zu starten, ist alles andere als einfach“, bemerkte auch Klinsmann.

Quelle: DPA

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