"Schweini ist für Bayern Gold wert"

Effe freut sich, dass Schweini bei den Bayern bleibt.
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Effe freut sich, dass Schweini bei den Bayern bleibt.

Seit Montag ist es fix: Bastian Schweinsteiger bleibt beim FC Bayern. Einer, der seinen Werdegang genau beobachtet ist Stefan Effenberg.

Beide tauschen sich oft aus, Effe steht Schweini mit Rat und Tat zur Seite. Die tz sprach mit dem ehemaligen Kapitän.

Herr Effenberg, wie fällt Ihre Bilanz des ersten Halbjahres der Bayern unter Jürgen Klinsmann aus?

Effenberg: Am Anfang haben sie etwas geschwächelt, da haben sie sich das Leben durch die Rotation und durch zuviele Veränderungen selber schwer gemacht. Aber als das dann eingestellt wurde, hat sich die Mannschaft gefunden. Jetzt sind sie ins Rollen gekommen und haben insgesamt in der Bundesliga und auch in der Champions League wirklich eine tolle Leistung gebracht.

War Klinsi am Anfang zu unerfahren?

Effenberg: Es lag vor allem daran, dass Klinsmann einige Dinge zu extrem und zu schnell verändert hat. Aber das hat er eingesehen und dann ist er zurückgerudert. Denn er brauchte eine Stammelf, eine Hierarchie, das war ja offensichtlich. Und dann stimmten ja auch die Ergebnisse.

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Haben ihn die Bosse dahin gedrängt?

Effenberg: Mit Sicherheit. Jürgen hat ja auch gesagt, dass die Gespräche mit Hoeneß für ihn sehr wertvoll sind. Genauso wenn er mit Kalle oder Franz redet. Bessere Ratgeber kannst du ja gar nicht haben. Aber du musst eben auch auf sie hören und dann die Veränderungen vornehmen. Das hat die Bayern wieder in die Spur gebracht, das muss man klar so sagen.

Aber jetzt ist es wieder die Hitzfeld-Elf…

Effenberg: Ja, aber was ist daran so verkehrt? Hitzfeld war erfolgreich mit seiner Mannschaft, seinem System, seiner Rotation. Warum sollte Jürgen daran etwas ändern? Er legt eben andere Schwerpunkte: Fitness, Ausdauer, die Philosophie. Ob das funktioniert wird sich erst in der Rückrunde zeigen, da muss man das Achtelfinale in der Champions League abwarten müssen. aber dann wird es greifen. Und jeder erwartet natürlich, dass sie Meister werden und den Pokal gewinnen.

Sie auch?

Effenberg: Ja. Obwohl es eine harte Nuss wird. Nicht so leicht wie im letzten Jahr, mit zehn Punkten Vorsprung. Entscheidend ist aber ohnehin, was sie international machen. Gehen sie da einen Schritt weiter? Das ist ja das große Ziel von Jürgen Klinsmann.

Und? Was trauen Sie ihnen zu?

Effenberg: Das wird schwierig. Sie haben die Vorrunde problemlos überstanden, aber man sollte das auch nicht überbewerten. Da gab es in jedem Spiel noch Schwächen. Sie sollten sich nicht von den Ergebnissen täuschen lassen, das wäre ein Riesenfehler.

Trauen Sie ihnen den ganz großen Wurf zu?

Effenberg: Dafür muss alles greifen. Wie bei uns damals. Wir hatten einen tollen Sturm, waren variabel, wir hatten total verschiedene Spielertypen. Unheimlich viele Waffen, die sehe ich in der jetzigen Mannschaft nicht. Wenn vorne zum Beispiel Klose oder Toni ausfallen, dann ist da ziemlich wenig.

Hoffenheim ist ein echter Konkurrent oder erleiden die einen Rückschlag?

Effenberg: Nein, das glaube ich nicht. Was hat Hoffenheim? Die haben jetzt 17 Endspiele. Nichts anderes. Kein internationaler Wettbewerb, kein DFB-Pokal. Nur noch 17 Mal 90 Minuten. Und wenn die das kapieren – und ich glaube, dass sie das kapieren, weil sie mit Rangnick einen sehr guten Trainer haben – dann werden sie bis zum Ende oben bleiben, davon bin ich überzeugt.

Ist es gut für Bayern, dass Bastian Schweinsteiger verlängert hat?

Effenberg: Das ist gut für beide! Bastian ist für Bayern Gold wert! Und für ihn ist das auch gut. Den Schritt ins Ausland kann er in drei, vier oder fünf Jahren immer noch machen. Dann ist er immer noch jung genug. Er sieht bei Bayern etwas Großes heranwachsen und will in den nächsten Jahren mit den Bayern die Champions League gewinnen.

Hat er sich mit Ihnen beraten?

Effenberg: Ja, und er kennt meine Einstellung. Ich habe ihm gesagt, dass es gut ist für seine Entwicklung, wenn er bleibt.

Und was ist gut für Poldis Entwicklung?

Effenberg: Irgendwann bist du eben am Ende der Fahnenstange, dann ist es einfach gut. Es darf einfach nicht stören. Wenn du im Verein nur Unruhe hast, wegen so einer Personalie – das kann in der Rückrunde nicht gut gehen.

Also brauchen sie eine Alternative im Sturm?

Effenberg: Natürlich! Wenn vorne Klose oder Toni ausfallen, haben sie ein Problem. Und die Rückrunde wird hart! Bei Poldi muss man sagen: Er hatte zwar immer das Trikot des FC Bayern an, aber er hatte den Verein nie im Herzen. Das hat man immer gesehen. An seiner Ausstrahlung, seiner Gestik und auch an seiner Leistung.

Hat Ribéry Recht, wenn er neue Topstars fordert?

Effenberg: Ja, absolut. Das ist so! Du darfst dich nicht immer auf Ribéry verlassen. Seine Spielweise braucht viel Kraft und deswegen braucht er Unterstützung. Es darf nicht alles auf seinen Schultern liegen. Nach dem Motto: Gib dem Ribéry den Ball, der macht das schon. Dann ist der in zwei Jahren gefühlte 30. Wenn Bayern die Champions League gewinnen will, braucht er Unterstützung.

Interview: Jan Janssen

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Quelle: tz

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