"Josef ist der Chef, ich bin der Gehilfe"

Hermann Gerland
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Hermann Gerland

Im tz-Interview spricht Hermann Gerland über seinen neuen Job als Interims-Co-Trainer und die Rollenverteilung mit Jupp Heynckes.

Herr Gerland, wie sehen Sie das Engagement von Mehmet Scholl?

Hermann Gerland: Das ist ja immer so: Die Jungs aus dem Profigeschäft denken, das wäre so einfach. Er hat gestern zum Uli gesagt, jetzt bekommen die Amateure endlich mal einen vernünftigen Trainer. Da habe ich gesagt: Ja, Mehmet, du hast ja jetzt in Erfurt ein leichtes Spiel vor der Brust, da haben die Profis ja schon locker mit 4:3 gewonnen. Spaß beiseite. Ich habe ihm gesagt: Hier reicht es nicht, dass du etwas zehn- oder 20-mal sagst. Ich sage dieselben Dinge seit 25 Jahren. Aber ich freue mich, dass er es macht und gehe davon aus, dass ich die Mannschaft nach den vier Wochen in einem besseren Zustand zurückbekomme.

Die besten Gerland-Sprüche

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Welche Tipps haben Sie ihm gegeben?

Gerland: Was soll ich dem für Tipps geben? Der war 20 Jahre Profi. Der braucht von einem Hermann Gerland keine Tipps. Er muss seine Linie finden, selber gestalten. Wenn er es schafft, so gut auszubilden, wie er selber war, wird er auch erfolgreich. Ich habe ihm die Leute geschildert, was die für Fähigkeiten haben – jetzt muss er sich selbst ein Bild machen.

Freuen Sie sich auch ein bisschen, wieder in der Öffentlichkeit zu stehen?

Gerland: Nein, deswegen bin ich ja weg von den Profis, weil ich eben nicht in der Öffentlichkeit stehen muss.

Sie haben ein besonderes Verhältnis zu Heynckes.

Gerland: Ja, er hat mich 1990 zu den Bayern geholt, ich habe ihn eineinhalb Jahre als Trainer erlebt. Wir kennen uns lange.

Empfinden Sie es als Ehre, dass die Bayern Sie gefragt haben?

Gerland: Ja. Das ist ein sensationeller Verein und ich bin stolz, dass es mich getroffen hat. Ich fühle mich geehrt, dass sie sich für mich entschieden haben. Aber meine Berufung bleibt die Ausbildung von jungen Spielern.

Die Bilder vom ersten Training unter Heynckes/Gerland

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Wie lange mussten Sie überlegen, ob Sie einspringen?

Gerland: Meine Frau musste ich jedenfalls nicht fragen. Ich musste überhaupt nicht überlegen. Wo ich helfen kann, da helfe ich.

Haben Sie eigentlich für die vier Wochen einen neuen Vertrag bekommen?

Gerland: Ich bin jetzt seit acht Jahren hier und habe überhaupt keinen Vertrag. Das brauchen wir nicht, das läuft alles per Handschlag.

Aber Geld bekommen Sie?

Gerland: Ja klar, sonst hätte ich ja keine 20 Kilo zu viel auf den Rippen.

Und wie sieht die Aufgabenteilung aus?

Gerland: Josef ist der Chef, ich bin sein Gehilfe. Beim Polier würde man sagen, ich bin der Handlanger. Er sagt mir, was ich zu tun habe. Ich werde mich nicht verändern. Mein Ton ist rau, aber mein Herz ist groß.

Interview: jj

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