Wolfgang Heyder im Imterview

Bamberg-Manager: "Wir sind im Vorteil!"

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Wolfgang Heyder.

Bamberg - Vor dem dritten Playoff-Duell der Bayern Baskets in Bamberg (Donnerstag, 16.05 Uhr) spricht Brose-Manager Wolfgang Heyder über die momentane Situation in seinem Team.

Irgendwie passt die ganze Aufregung um die Schiri-Schelte von Coach Svetislav Pesic gerade gar nicht. Schließlich liegt vor den Bayern-Baskets am Donnerstag eines der schwersten Spiele der bisherigen Playoffs. Nachdem die Roten Riesen am Sonntag ihre 1:0-Führung in der Best-of-five-Serie gegen Bamberg verspielt haben, müssen sie an Fronleichnam um 16.05 Uhr wieder in Freak City ran (live bei Sport1). „Wir werden alles daransetzten, um das Niveau unserer Defense wieder zu steigern“, so der Coach. „Ich will mich jetzt ausschließlich auf meine Mannschaft konzentrieren, ihr helfen.“

Eine klare Ansage!

Doch Basketball-Deutschland diskutiert momentan eher über Äußerungen, die der Trainer nach der Partie am Sonntag über Schiedsrichter Moritz Reiter tätigte (wir berichteten). BBL-Boss Jan Pommer nannte diese „respektlos und verkehrt“ und legte Pesic ans Herz, sich Jupp Heynckes zum Vorbild zu nehmen. Die Frage ist: Hat Pesic den Referee, der bereits im dritten Playoff-Duell der Bamberger gegen Hagen mit Fehlentscheidungen aufgefallen war und zurechtgewiesen wurde, persönlich angegriffen – so wie es mehrere Medien darstellen? „Nein, das ist nicht meine Art“, sagt Pesic nun. „Ich bin nicht der Typ, der hinter dem Rücken schlecht über jemanden spricht.“ Er sei in einiger Hinsicht falsch zitiert worden, so der 63-Jährige. Die BBL hat Svetislav und Marko Pesic wegen der Schiri-Schelte zu einer Stellungnahme aufgefordert. Danach soll über eine Strafe entschieden werden. Bis dahin rückt wieder das sportliche Duell in den Fokus. Die tz sprach mit Bamberg-Manager Wolfgang Heyder – „den ich sehr respektiere“ (Pesic) – über sein Team und die Meisterschaft.

Herr Heyder, bisher hat Ihre Mannschaft zwei verschiedene Gesichter im Halbfinale gezeigt. Zuletzt das bessere. Auf welches müssen sich die Bayern einstellen?

Heyder: Ich hoffe auf das, das wir bei unserem Sieg am Sonntag gezeigt haben. Unserem Coach, Chris Fleming, ist es gut gelungen, das Team auf die Härte und Aggressivität der Münchner Mannschaft einzustellen. Wir haben Erkenntnisse erlangt, die uns gegen die Bayern noch helfen werden.

Inwiefern hat dabei das Comeback von ­Spielmacher Anton Gavel eine Rolle gespielt?

Heyder: Das war sicherlich ein ganz wichtiger Punkt. Anton Gavel übernimmt viel Verantwortung, ist sowohl im Angriff als auch der Verteidigung eine große Stütze für uns. Meine Hoffnung liegt nun aber auch auf Alex Renfroe, der am Sonntag eine tolle Leistung gezeigt hat. Ich hoffe, dass er die im dritten Spiel wiederholt.

Es steht 1:1. Kann man noch immer von einer ausgeglichenen Serie sprechen?

Heyder: Es hat uns sehr wehgetan, das erste Heimspiel zu verlieren und damit den Heimvorteil zunächst abzugeben. Nun haben wir uns den zurückerobert. Das war immens wichtig. Ich hoffe, dass die Mannschaft jetzt einen kühlen Kopf behält. Das wird gegen die Bayern sehr wichtig sein. Wenn uns das gelingt, haben wir gute Chancen.

Für die Münchner ist es die zweite Saison in der BBL-Erstklassigkeit. Das Ziel lautet: „Um die Meisterschaft mitzuspielen.“ Sie haben als dreifacher Doublesieger in dieser Saison bereits den ­Pokal an Berlin verloren: Ist der Druck auf Ihre Mannschaft größer?

Heyder: Pflicht und Druck – es ist immer die Frage, ­woher so etwas kommt. Klar ist, dass wir uns von Anfang an das Ziel gesetzt haben, Meister zu werden. Diesen Druck macht sich die Mannschaft selbst. Das hat man am Sonntag gut gesehen. Aber ich denke, jede Mannschaft, die Qualität hat, muss sich dieses Ziel setzen. Das machen die Bayern ja auch.

Interview: Lena Meyer

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