Baskets: "Einen Heiland brauchen wir nicht"

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Dirk Bauermann verlangt von seinen Spielern eine Steigerung.

München - Bitte nicht schon wieder – nicht in Tübingen! Für Coach Dirk Bauermann und seine Bayern-Basketballer blieb es beim Hoffen und Bangen. Zum gewünschten Auswärts-Erfolgserlebnis am Freitag bei den Walter Tigers Tübingen reichte es nicht!

 Stattdessen wurde mit 65:80 (27:35) die nächste Auswärtsklatsche abgeholt – die achte in dieser Saison! Ein harter Schlag, da halfen auch keine 17 Punkte von Topscorer Jonathan Wallace. Dementsprechend fallen auch die Worte des Trainers aus. Bauermann zur tz: „Man muss ehrlich sagen, das war keine gute Leistung – das war die Schwächste, die die Mannschaft in dieser Saison auswärts gezeigt hat. Insofern dürfen wir uns nicht wundern.“

Und noch etwas wird nicht getan: Nach Erklärungen für die Niederlage gesucht. „Die hören sich schnell wie Entschuldigungen an. Es lohnt sich nicht, viel zu philosophieren und zu analysieren“, meint Bauermann. Stattdessen gilt das bekannte Credo: Weitermachen! „Es gibt nur die Möglichkeit: Im Training hart und intensiv arbeiten und die Qualität der Mannschaft sehr intensiv verbessern.“

Das Auswärtsproblem in der Praxis lösen! Die Grundlage dafür wäre ein Sieg am kommenden Sonntag gegen Göttingen. Bauermann: „Da wollen wir Boden unter die Füße bekommen. Dann, und auch eine Woche später in Trier, wird sich eine andere Mannschaft präsentieren.“ Dass das zumindest nächste Woche in der eigenen Halle klappt, scheint gut möglich. Schließlich wirken die Roten zu Hause wie ausgewechselt. Im Audi Dome wurde in dieser Saison nur einmal – gegen Berlin – verloren.

„Das Team tritt zu Hause mit einer ganz anderen Präsenz, einem ganz anderen Vertrauen auf, als sie es auswärts tut“, sagt Bauermann zur tz. Die Auswärtsschwäche – also wirklich das häufig angesprochene Kopfproblem? „Genau so wie das Team zu Hause fest erwartet, zu gewinnen, ist auswärts mittlerweile eine Unsicherheit eingekehrt“, erklärt der Coach. Und die will er schnellstmöglich aus den Köpfen bekommen: „Es geht darum, sich durch harte Arbeit in eine Situation zu bringen, in der man die Kraft und das Vertrauen zurückgewinnt.“ Deshalb lautet Bauermanns Rezept: „Einerseits den Finger in die Wunde legen, dort wo es notwendig ist, und andererseits die Mannschaft aufbauen und stark machen.“

Ein weiterer Neuzugang – das Transferfenster schließt Ende Februar – wird nicht benötigt. Bauermann zur tz: „Es gibt keinen Anlass, die Mannschaft zu verändern. Einen Heiland brauchen wir nicht. Das werden wir mit der Qualität dieser Mannschaft hinbekommen, davon bin ich überzeugt.“

lm

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