Bauermann: "Chancen sind eher gering"

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In der sogenannten Frankenhalle sind die Fans besonders heißblütig.

München - Es ist wie verhext! Die Bayern-Basketballer und Auswärtsspiele – das scheint einfach nicht zusammenzupassen. Die Bayern Baskets wollen diese Auswärtsfluch ausgerechnet beim Meister beenden.

Am Samstag endet mit der Partie in Bamberg (20.00 Uhr, Sport1) die Hinrunde und bis jetzt konnten die Roten Riesen gerade mal einen Sieg in sieben Auswärtsspielen verbuchen. Besonders bitter: Bei nahezu allen Niederlagen hatte das Team von Trainer Dirk Bauermann in letzter Sekunde das Nachsehen – am Mittwoch in Ulm fehlte den Bayern nur ein Punkt (75:76)! „Das gehörte einfach zu den vielen Nackenschlägen, die wir in dieser Hinrunde schon bekommen haben“, meint Coach Bauermann. Die Münchner fielen auf Platz acht der Tabelle zurück und die Teilnahme am Pokal rückte in weite Ferne. Um sich für die Top Vier, die den Titel unter sich ausmachen, qualifizieren zu können, müssten die Roten mindestens auf Platz sechs der Tabelle stehen. Bauermann: „Der Pokal ist uns sehr wichtig. Deshalb war die Enttäuschung in Ulm auch so groß!“

Das sind die Roten Riesen: Basketball-Kader und -Trainer des FC Bayern München

Das sind die Roten Riesen: Der Kader vom FC Bayern München

Mit dem Aufstieg in die Bundesliga hatte der FC Bayern Basketball sein erstes Etappenziel erreicht. Die Premierensaison verlief einigermaßen zufriedenstellend, in der ersten Runde der Playoffs war allerdings Schluss. In der Saison 2012/13 schafften es die Roten Riesen in den Playoffs dann schon bis ins Halbfinale. Springt heuer NOCH mehr heraus? © dpa
Bayern-Präsident Uli Hoeneß (r.) unterstützt das ehrgeizige Projekt nach Kräften. © dpa
Nachdem Dirk Bauermann (r.) zu Beginn der Saison 2012/13 entlassen wurde, übernahm zunächst der bisherige Co-Trainer Yannis Christopoulos (l.) die Verantwortung. © sampics
Ende November 2012 übernahm dann Ex-Bundestrainer Svetislav Pesic. © dpa
Steffen Hamann (r.) ist Point Guard und einer der erfahrensten Profis im Kader. Sein Motto lautet: Don't be a part of the problem - be a part of the solution. © sampics
Der 2,08 Meter große Small Forward Robin Benzing ist deutscher Nationalspieler und einer der größten Hoffnungsträger des Klubs. © sampics
Der passionierte Kaugummikauer Chevon Troutman ist das Kraftpaket des Teams. Als Center räumt der US-Amerikaner unter dem Korb ab. © dpa
Der gebürtige Texaner Demond Greene spielt seit 2010 für die Roten Riesen. Mit 1,85 Meter ist der Shooting Guard einer der kleinsten im Team, macht das aber mit seiner Athletik und teilweise spektakulären Spielweise wett. © sampics
Mauricio Marin kommt von ALBA Berlin - mit ihm haben die Bayern Baskets einen der vielversprechendsten deutschen Nachwuchsspieler unter Vertrag genommen. Derr 1,92 Meter große Shooting Guard wurde 2011 zum besten Nachwuchsspieler der NBBL gewählt. © imago
John Bryant hat im Sommer 2013 einen Zweijahresvertrag bei den Bayern unterschrieben. Der 2,11-Meter-Riese aus den USA spielt auf der Position des Centers. © Christina Pahnke / sampics
Malcom Delaney eignet sich mit seinen 1,91 Metern bestens als Combo Guard. Im Sommer 2013 wechselte der Amerikaner von Budiwelnyk Kiew zu den Bayern nach München. © AFP
Nihad Djedovic spielte schon beim FC Barcelona und Alba Berlin, zur Saison 2013/14 wechselte der Bosnier an die Isar. © dpa
Yassin Idbihi spielt auf der Position des Centers. Der 2,08-Meter-Hüne aus Köln wechselte im Juli 2013 von ALBA Berlin zum FC Bayern. © sampics
Power Forward Boris Savovic kam eine Woche vor Saisonstart 2013/14 noch an die Isar. "Er war kurzfristig auf dem Markt, deshalb haben wir sofort reagiert", sagt Geschäftsführer Marko Pesic. © Christina Pahnke / sampics
Heiko Schaffartzik hat die Position des Point Guard. Im Jahr 2013 wechselte er aus der Hauptstadt an die Isar. Der 1,83 Meter große Berliner hat ein aufregendes Leben hinter sich: Als Jugendlicher erkrankte er an Leukämie, konnte die Krankheit aber besiegen. Später wurde der junge Spieler des Marihuanakonsums überführt und für einige Spiele gesperrt. © dpa
Lucca Staiger wechselte zur Saison 2013/14 zum FC Bayern und spielt dort die Position des Shooting Guards. © AFP
Auch Bryce Taylor hat bei den Roten Riesen die Position des Shooting Guards inne. Der US-Spieler wechselte ebenfalls zur Saison 2013/14 zu den Münchnern. Davor stand er bei den Artland Dragons und Alba Berlin unter Vertrag. © Christina Pahnke / sampics
Alassane Dioubate ist eines der hoffnungsvollen Nachwuchstalente im Bayern-Kader. Der Kölner kam 2010 als 16-Jähriger nach München, er spielt auf der Forward-Position. © fcb-basketball.de

Letzter Ausweg, um die Serie der Auswärtspleiten nicht mit in die Rückrunde zu nehmen und eine Chance auf die Pokal-Qualifikation zu wahren? Ein Sieg bei Meister Bamberg – in der Frankenhölle, wie die Halle dort genannt wird! „Keine Frage, das ist sicherlich die schwerste Auswärtsaufgabe, die man in dieser Liga haben kann. Unsere Chancen sind eher gering, das muss man realistischerweise so einschätzen“, weiß Bauermann. Besonders die Fans der Franken werden alles geben, um es dem Aufsteiger zu zeigen. Wolfgang Heyder, Manager der Brose Baskets Bamberg, zur tz: „Ich gehe davon aus, dass die Partie einen absoluten Play-off-Charakter haben wird. Das Spiel war innerhalb einer Stunde ausverkauft.“

Aber, so erklärt Bauermann, auch der Meister habe Schwächen: „Wir werden versuchen, es so zu machen wie die Litauer.“ Das Team aus Kaunas durchkreuzte das Ziel der Bamberger, die Top 16 der Euroleague zu erreichen. Heyder zur tz: „Das hat uns ins Mark getroffen.“ Liegt da also die Angriffsstelle für die Bayern? Bauermann: „Wir werden sicher das ein oder andere vorbereiten, das sie so nicht erwarten.“ Um die Moral seines Teams macht er sich nach wie vor keine Sorgen. „Die Jungs mussten in dieser Saison schon eine Menge Dreck fressen“, so der Coach. „Aber sie beweisen eine tolle Moral und stellen sich den Dingen.“

Dass noch einiges von den Münchnern zu erwarten ist, das glaubt auch Heyder. „Die Mannschaft wird sich noch entwickeln. Wenn Je’Kel Foster wieder spielen kann, sich Jared Homan und Chevon Troutman noch besser eingefunden haben, dann wird Bayern ganz oben mitspielen“, so der Manager zur tz. Bleibt die Frage, ob die Bauermänner schon am Samstag in Bamberg einen Schritt in diese Richtung machen werden.

lm

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