Coach ist sauer

Dicke Luft bei den FCB-Basketballern

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Geharnischte Worte vom Spielfeldrand: Der wütende Bayern-Trainer Sasa Djordjevic.

München – Die lasche erste Hälfte der FC Bayern-Basketballer gegen Braunschweig löste bei Bayern-Trainer Djordjevic einen Wutanfall aus.

Die Stimmung hätte eigentlich nicht besser sein können. Der angesagte Sänger Max Giesinger und die Band „Lions Head“ spielten nach Spielschluss fröhlich auf, auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß schunkelte im mit 6700 Zuschauern restlos gefüllten Audi Dome innig mit. Doch im Konferenzraum saß ein Mann, dem so gar nicht zum Feiern zumute war. Allein schon die Miene von Sasa Djordjevic sprach Bände. Grimmig und finster schaute der kahlköpfige Partyschreck in die Runde. Immer wieder rang er mit den Worten; die blanke Wut schien den Redefluss des Cheftrainers zu hemmen. Djordjevic machte ganz den Eindruck, als stünde er kurz vor der Explosion.

Dabei hatten die Basketballer des FC Bayern zuvor einen mit 89:74 (43:47) letztlich deutlichen Sieg über die Löwen Braunschweig errungen. Doch der lasche Auftritt in der ersten Halbzeit hatte im Coach den Poltergeist geweckt. In der Pause, so der schwer verärgerte Serbe, habe er seine Spieler angebrüllt. „Was für eine schlechte Einstellung!“ grollte er noch in der Pressekonferenz.

Kein Zweifel, es herrschte dicke Luft im Lager der roten Basketballer. Noch immer haben die neuformierten Münchner ihre liebe Not, sich zu geschlossenem Kämpfertum zu stabilisieren. Noch immer schleichen sich Rumpelphasen ins Bayern-Spiel. Schon nach der Heimschlappe (79:87) gegen Tabellenführer ratiopharm Ulm hatte sich Sportdirektor Marko Pesic veranlasst gesehen, „100 Prozent Konzentration und 100 Prozent Einstellung“ zu fordern. Davon aber war in den ersten 20 Minuten gegen Braunschweig, Drittletzter der Bundesliga-Tabelle, nichts zu sehen. „So ein Spiel ist ein Geschenk, und was machen wir? Spazieren da unten herum“, giftete Djordjevic.

Nun, die Bayern haben die Partie noch locker gedreht, die zweite Halbzeit mit 19 Punkten Vorsprung gewonnen. „Das ist aber fast sekundär“, sagte Pesic, der sich der Kritik des Cheftrainers voll anschloss: „Die Worte von Sasa kann man so stehen lassen, wie er sie gesagt hat. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.“ Dass die mit sieben Neuzugängen bestückte Mannschaft ihren Findungsprozess noch nicht abgeschlossen hat, hält Pesic zwar für normal: „So eine Entwicklung braucht Zeit.“ Aber nach der Ulm-Pleite sei eines klar gewesen: „Jeder hat die Eigenverantwortung, aufs Spielfeld rauszugehen, von Anfang an Druck zu machen und das Maximum zu geben.“

Doch stattdessen luden die zunächst zaghaften Münchner ihre Kontrahenten zu Drei-Punkte-Würfen ein, verpassten Offensiv-Rebounds. „Es gibt keinen Grund, in der ersten Halbzeit nicht so zu spielen wie in der zweiten“, rügte Pesic. „Es hatte anscheinend nicht jeder verstanden, um was es geht.“ Angeblich hat das Djordjevic seinen Spielern bereits am Freitag mit überaus geharnischten Worten klar gemacht. Pesic meinte dazu nur: „Was in der Umkleidekabine passiert, bleibt auch dort.“

Schon morgen (20 Uhr) haben die Bayern Gelegenheit, zu beweisen, dass sie lernfähig sind. Auswärtsgegner sind erneut die in 16 Bundesligaspielen noch ungeschlagenen Ulmer. „Ich erwarte sicher nicht, dass jeder Dreier versenkt wird“, sagte Marco Pesic, „aber es ist endgültig die Zeit gekommen, dass jeder Spieler die notwendige Aggressivität zeigt. Das Motivationslevel muss mindestens auf dem Niveau des Gegners sein. Ich gehe davon aus, dass diese Botschaft angekommen ist.“ Andernfalls dürfte es morgen Abend in der Bayern-Kabine mehr als ungemütlich werden.

Einen Kommentar zur Lage bei den Bayern-Baskets lesen Sie hier

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