Dirk Bauermann: „Klum oder Tyra Banks?“

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Bundestrainer Dirk Bauermann und Bayern-Manager Uli Hoeneß.

München - Bayern-Basketballtrainer Dirk Bauermann steht vor den wohl spannendsten Monaten seiner Laufbahn. Mit Perspektiven so reizvoll wie Supermodels – allerdings auch mit Sicherheiten so standfest wie Stilettos…

Bauermann will mit den Bayern ja aus der Zweiten in die Erste Liga aufsteigen – hat dann aber das Problem, dass er als Bundestrainer (das ist er ja auch noch) eigentlich keinen Oberhaus-Klub betreuen darf. Er selber findet: Diese Beschränkung muss irgendwie fallen. Bauermann im Interview mit Sport1: „Ich möchte auch mittelfristig nicht vor diese Entscheidung gestellt werden, zwischen dem FC Bayern und dem Nationalteam wählen zu müssen. Das ist, als ob man sich zwischen Heidi Klum und Tyra Banks entscheiden müsste.“ Denn: „Die beiden Dinge lassen sich nicht vergleichen. Mein Herz hängt an der Nationalmannschaft, den jungen Spielern und natürlich auch an Dirk Nowitzki, keine Frage. Aber andererseits darfst du als Basketball-Chefcoach nur acht Wochen im Jahr Trainer sein. Das war ein Grund für mich, in die Pro A zu gehen.“

24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann

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9:34 Uhr: Der frühe Vogel fängt den Wurm… Dirk Bauermann betritt als einer der Ersten den Arbeitsplatz an der Säbener Straße. Die nachdenkliche Miene verrät, dass er bereits an das heutige Training denkt © sampics
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10:36 Uhr: Los geht’s mit einer Fitnesseinheit. Dabei erklärt Bauermann seinen Spielern, wie die Übungen korrekt auszuführen sind. © sampics
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Nicht der geringste Fehler entgeht dem Blick des Trainers. © sampics
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Selber geht er auch an die Gewichte, um auch weiterhin eine gute Figur in seinem schwarzen Anzug abzugeben. © sampics
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Selber geht er auch an die Gewichte, um auch weiterhin eine gute Figur in seinem schwarzen Anzug abzugeben. © sampics
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12:07 Uhr: Es wird Zeit, sich den wartenden Journalisten zu widmen. © sampics
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Bauermann nimmt im TV-Studio an der Säbener Straße Platz und beantwortet geduldig die Fragen der Reporter. © sampics
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Ob Fragen zum nächsten Spiel, zur Reha der Verletzten oder zu den einzelnen Spielern: Bauermann hat auf jede Frage die passende Antwort. © sampics
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12:53 Uhr: Mahlzeit! In der vereinseigenen Kantine an der Säbener Straße isst Bauermann gemeinsam mit dem Team zu Mittag. © sampics
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Zeit zum Gaudimachen bleibt da natürlich auch, wie hier mit dem Dreiergaranten seines Teams, Jonathan Wallace… © sampics
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13:26 Uhr: Es wird Zeit, sich um das anstehende Training zu kümmern. Während die Mannschaft noch ihr Mittagessen zu sich nimmt, ist Bauermann schon wieder in der Halle ... © sampics
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... und bereitet sorgfältig die Trainingsutensilien vor. © sampics
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Oft kriegt er dabei Besuch, wie hier vom für Basketball zuständigen zweiten Vizepräsidenten Bernd Rauch. © sampics
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13:43 Uhr: Auf geht’s zum Training! Zunächst gibt es ein Einzeltraining, bei dem sich Bauermann speziell um seine verletzten Spieler wie hier Steffen Hamann kümmert. © sampics
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Steffen Hamann © sampics
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Danach leitet der Coach das Training mit dem gesamten Team. Wurftraining, Koordination, Verhalten in der Defense bzw. in der Offense – je nachdem, was ansteht. © sampics
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Bauermann beim Training mit dem gesamten Team. © sampics
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15:54 Uhr: Nach dem Training hat die Mannschaft erst mal Pause. Regeneration steht auf dem Pro­gramm. Bauermann nutzt diese Zeit, um in aller Ruhe die Videos über die Gegner des FCB zu studieren. © sampics
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Dabei macht er sich Notizen und erstellt Profile zu jedem einzelnen Spieler des gegnerischen Teams. © sampics
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Kein Wunder, dass die roten Riesen gut auf ihre Gegner eingestellt sind… © sampics
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Bauermann ist kein Aufwand zu viel © sampics
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17:11 Uhr: Mit einem Lächeln verlässt Dirk Bauermann wieder das Gelände. Das nächste Spiel kann kommen © sampics
24 Stunden Basketball: Ein Tag mit Dirk Bauermann
Bauermann macht sich auf den Heimweg © sampics
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Bauermann macht sich auf den Heimweg © sampics
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17:18 Uhr: Auf nach Hause! Im Bayern-Audi macht sich Bauermann wieder auf den Weg zu seinem Haus in der Nähe von Holzkirchen. Gute 60 Kilometer sind das jeden Tag. Für ein Leben in der Idylle nimmt das der Coach in Kauf © sampics
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19:33 Uhr: Daheim angekommen setzt sich Bauermann auf seine rote Couch und liest die Abendausgabe der tz. Egal, ob Spielbericht oder Porträt, der Coach der Bayern-Baskets will in Sachen Sport-Berichterstattung stets auf dem neusten Stand sein © sampics

Wobei die Pro A bei Bayern für alle Beteiligten nur als Durchgangsstation gilt. Von Anfang an haben alle Verantwortlichen klar gesagt: Der Aufstieg muss her, und zwar sofort. Schaut auch gut aus, dass das klappt, Bayern dominiert die Liga. Aber: Was ist denn dann, wenn der Aufstieg tatsächlich geschafft ist? Darf Bauermann dann weitermachen, als Vereins- und Bundestrainer in Personalunion? Oder gibt’s Zweifel? Er selber sagt: „Ja sicher, da bestehen noch viele Zweifel. Das ist eine ganz besondere Situation. Es wird ja auch immer viel Kritisches über mich gesagt. Aber wenn mir einer wie Uli Hoeneß den Ritterschlag erteilt und sagt, das ist eine der interessantesten und überzeugendsten Persönlichkeiten im Sport, die ich je kennengelernt habe, dann bedeutet das auch ein großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit. Ich weiß es nicht sicher, aber es könnte sein, dass es in die Richtung geht: FCB nicht ohne Bauermann…“

Aber eben auch gleichzeitig: Dirk Bauermann nicht ohne Nationalmannschaft. Der Coach: „Momentan ist es undenkbar, die Nationalmannschaft zu verlassen.“

Bleibt eigentlich bloß zu hoffen, dass man zu einer gemeinsamen Lösung kommt. Zu einer, von der dann alle profitieren können – inklusive der kompletten Liga. Zum Beispiel, wenn im kommenden Herbst die NBA-Spieler streiken sollten, was ziemlich wahrscheinlich ist… Wenn Bayern dann in der Ersten Liga spielt und wenn der Trainer immer noch Dirk Bauermann heißt. Dann könnte es gut sein, dass Nowitzki sich für ein Gastspiel in Deutschland (also in München) entscheidet. Bauermann: „Natürlich liegt für Dirk immer ein Trikot bereit. Aber man muss die Kirche im Dorf lassen. Wir spielen momentan in der ProA. Und auch wenn die Zukunft rosig aussieht, empfehle ich allen Beteiligten, sich auf die nächsten Aufgaben zu konzen­trieren und sich nicht um Dirk Nowitzki zu kümmern. Wenn etwas passiert, muss man darüber nachdenken, aber bis dahin fließt noch so viel Wasser die Spree, die Regnitz und auch die Isar herunter. Es ist alles möglich…“

tz

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