Interview mit Robin Benzing

"Wir müssen weiter optimistisch sein!"

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Robin Benzing (li.) glaubt an den zweiten Coup in Bamberg.

München - Trotz der Playoff-Heimpleite gegen die Brose Baskets Bamberg ist Forward Robin Benzing weiterhin zuversichtlich. Im tz-Interview analysiert er die Niederlage und schaut auf das dritte Spiel.

Enttäuscht, verärgert, ein wenig resigniert. Die Gemütslage Bayern-Baskets war nach der Niederlage im zweiten Playoff-Spiel gegen Bamberg nicht gerade rosig. Verständlicherweise. Schließlich haben die Münchner am Sonntag mit der 83:93-Niederlage ihren hart erkämpften Vorteil – Spiel eins der Best-of-five-Serie hatten sie in Bamberg gewonnen – wieder verspielt. „Wir waren nicht frisch genug und haben nicht immer die besten Entscheidungen getroffen“, meinte Coach Svetislav Pesic einsichtig. Dennoch ist er sich sicher: „Wir können eine viel bessere Defense abrufen und das müssen wir jetzt in Bamberg zeigen.“ Am Donnerstag geht es dort um 16.05 Uhr mit dem dritten Halbfinale weiter. Und da wollen sich die Bayern unbedingt wieder einen Vorsprung erarbeiten. Im Falle eines Sieges stünde es 2:1.

Bevor es aber so weit ist, musste Coach Pesic noch ein wenig Dampf ablassen. „Wir brauchen Schiedsrichter, die gut vorbereitet und unabhängig sind“, schimpfte Pesic, der sich am Sonntag besonders von Referee Moritz Reiter benachteiligt gefühlt hatte. „Reiter ist nicht gut genug für die Playoffs.“ Der kritisierte Unparteiische hatte bereits in der Viertelfinalserie der Bamberger gegen Hagen im Mittelpunkt gestanden. Bei den Tumulten im dritten Duell hatten er und seine Kollegen fälschlicherweise ausschließlich Hagener Spieler bestraft.

In Sachen Halbfinale sind die Bayern aber weiterhin zuversichtlich. Was nun besser gemacht werden muss? Das Interview mit FCB-Forward Robin Benzing (24).

Herr Benzing, am Sonntag haben Sie zum ersten Mal unter Svetislav Pesic ein Duell im Audi Dome verloren.

Benzing: Ja, leider. Das ist natürlich enttäuschend. Gerade nach dem Sieg am vergangenen Mittwoch in Bamberg hatten wir uns mehr vorgestellt. Aber es ist einfach so: Wir waren am Sonntag nicht auf der Höhe von Bamberg. Das Team von Chris Fleming hat ganz klar besser gespielt und verdient gewonnen.

Was lief dieses Mal falsch?

Benzing: Unsere Verteidigung in der ersten Halbzeit war nicht akzeptabel: In der ersten Hälfte fast 50 Punkte in der eigenen Halle zu kassieren, das geht nicht! Nach der Pause haben wir zwar gekämpft, aber Bamberg hatte viel Selbstbewusstsein geschöpft und immer die passenden Antworten parat.

In der letzten Saison lief es in Runde eins gegen Quakenbrück ähnlich. Sie gewannen das erste Spiel auswärts, daheim erfolgte dann eine Pleite. Kommen nun Erinnerungen hoch?

Benzing: Nein, das nicht. Es wäre auch der falsche Weg, sich an negative Ereignisse zu erinnern. Wir müssen einfach optimistisch bleiben. Wir wissen schließlich, dass wir Bamberg schlagen können. Insofern müssen wir die wichtigen Dinge eben das nächste Mal besser machen.

Und das wäre?

Benzing: Wir haben beispielsweise im Fastbreak zu viele Punkte abgegeben. Wir müssen wesentlich härter verteidigen, dürfen nicht so viele freie Würfe zulassen.

Gerade jetzt, da Bambergs Leistungsträger Anton Gavel wieder im Kader steht, oder?

Benzing: Ja, man hat am Sonntag gesehen, wie wichtig Anton für Bamberg ist. Er ist für sein Team eine große Stütze in der Verteidigung und in der Offense. Er hat uns das Leben schwer gemacht.

Bamberg hat sich nun den Heimvorteil zurückerobert. Würden Sie trotzdem noch immer von einer ausgeglichenen Serie sprechen?

Benzing: Natürlich ist der Heimvorteil ein Vorteil für Bamberg. Aber wir haben Bamberg im ersten Spiel geschlagen, warum also nicht noch einmal am kommenden Donnerstag?

Interview: Lena Meyer

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