Interview mit Bayerns Neuzugang

Idbihi: "Meine Familie ist einfach alles"

+
Der Mann hat Spaß:Yassin Idbihi auf dem Spielfeld.

München - FCB-Neuzugang Yassin Idbihi ist in Marokko aufgewachsen und für den Basketball nach Deutschland gekommen. Die tz sprach mit ihm über München, Konkurrenz und seine Kinder.

Aus drei mach vier! Am Sonntag (18 Uhr, Audi Dome) will der FC Bayern den vierten Sieg in Serie einfahren, die Basketballer bekommen Besuch aus Bayreuth. Auch FCB-Center Yassin Idbihi will wieder alles geben. Der Neuzugang ist in Marokko aufgewachsen und für den Basketball nach Deutschland gekommen. Die tz sprach mit ihm über München, Konkurrenz und seine Kinder.

Herr Idbihi, Sie und Ihr Team sind sehr erfolgreich in die neue Saison gestartet. Drei Spiele, drei Siege. Und das, obwohl Ihr Trainer betont hat, man sei frühestens erst Ende Oktober auf dem angestrebten Niveau…

Yassin Idbihi: Im ersten Spiel in Bonn haben wir wirklich nicht gut gespielt – und trotzdem gewonnen. Das war wichtig für das Selbstbewusstsein. Gegen Bamberg und in Ludwigsburg haben wir gut gespielt – und auch Coach Pesic war zufrieden. Natürlich gibt der Trainer die Frist bis Ende Oktober – aber er erwartet von uns, dass wir immer alles geben und gewinnen.

Sie sind einer der vier Zugänge, die von Alba Berlin hierher gewechselt sind. Haben Sie sich schon eingelebt?

Idbihi: Ja, das war nicht schwer. Der Verein ist sehr professionell, sodass man sich als Spieler voll und ganz auf Basketball konzentrieren kann. Und auch München gefällt mir sehr. Bisher habe ich es leider noch nicht geschafft, mir alles anzusehen – aber zum Beispiel der Tierpark Hellabrunn hat meiner Familie und mir sehr gefallen!

Wann haben Sie den Entschluss gefasst, Berlin zu verlassen und nach München zu kommen?

Idbihi: Im Sommer kam die Anfrage von Bayern. Für mich war das noch mal eine Herausforderung. Meine Familie hat mich bei diesem Vorhaben sehr unterstützt. Und ich wollte nicht bei Alba bleiben und mir später in Berlin die Frage stellen müssen: Was wäre gewesen, wenn ich dieses Angebot angenommen hätte und ich nach München gegangen wäre?

Rot, Weiß, Blau - die Bayern Baskets präsentieren ihr neues Outfit

Rot, Weiß, Blau - die Bayern Baskets präsentieren ihr neues Outfit

Mit gleich drei Outfits gehen die Bayern-Basketballer auf Titeljagd. Steffen Hamann, Robin Benzing und Chevon Troutman präsentierten am Montag im Münchner Kickz Store die neuen Trikots für die kommende Saison. © Christina Pahnke / sampics
Mit gleich drei Outfits gehen die Bayern-Basketballer auf Titeljagd. Steffen Hamann, Robin Benzing und Chevon Troutman präsentierten am Montag im Münchner Kickz Store die neuen Trikots für die kommende Saison. © Christina Pahnke / sampics
Mit gleich drei Outfits gehen die Bayern-Basketballer auf Titeljagd. Steffen Hamann, Robin Benzing und Chevon Troutman präsentierten am Montag im Münchner Kickz Store die neuen Trikots für die kommende Saison. © Christina Pahnke / sampics
Mit gleich drei Outfits gehen die Bayern-Basketballer auf Titeljagd. Steffen Hamann, Robin Benzing und Chevon Troutman präsentierten am Montag im Münchner Kickz Store die neuen Trikots für die kommende Saison. © Christina Pahnke / sampics
Mit gleich drei Outfits gehen die Bayern-Basketballer auf Titeljagd. Steffen Hamann, Robin Benzing und Chevon Troutman präsentierten am Montag im Münchner Kickz Store die neuen Trikots für die kommende Saison. © Christina Pahnke / sampics
Mit gleich drei Outfits gehen die Bayern-Basketballer auf Titeljagd. Steffen Hamann, Robin Benzing und Chevon Troutman präsentierten am Montag im Münchner Kickz Store die neuen Trikots für die kommende Saison. © Christina Pahnke / sampics
Sie könnten sich vorstellen, länger als die vertraglich fixierten zwei Jahre zu bleiben?

Idbihi: Ich würde gern lange in München bleiben. Aber das ist im Basketball immer so eine Sache. Mein Vertrag läuft über zwei Jahre, danach muss man sehen. Aber ich hoffe, dass ich dann noch eine Chance bekomme.

Ein Vorteil gegenüber anderen Mannschaften ist momentan die Tiefe im Kader – und damit die interne Konkurrenz. Wie verstehen Sie sich mit Ihren direkten Konkurrenten John Bryant und Deon Thompson?

Idbihi: Ich

Yassin Idbihi (Mitte) mit seinen Söhnen Malik (links) und Khalil in Marrakesch

bin mittlerweile keine zwanzig mehr. Ich weiß, dass viele gute, jüngere Spieler nachkommen. Aber wir haben alle ein gemeinsames Ziel: Meister werden. Ein gewisser Konkurrenzkampf ist im Training zu spüren. Die Stimmung im Team ist aber sehr gut. Alle wollen eine erfolgreiche Saison spielen.

In der nächsten Woche startet die Euroleague – ist die Doppelbelastung ein Fluch oder ein Segen?

Idbihi: In der letzten Saison mit Berlin war es eher ein Fluch. Wir hatten nur eine Neun- oder Zehn-Mann-Rotation, hinzu kamen Verletzungen. Das belastet. Hier in München ist der Kader tief genug. Die Euroleague ist also eine gute Entwicklungsmöglichkeit.

Sie sind in Marokko aufgewachsen und haben spät mit Basketball angefangen.

Idbihi: Stimmt. Es fing damit an, dass ich mit 14 in drei Monaten 20 Zentimeter gewachsen bin. Da haben meine Freunde gesagt: Mit 1,94 bist du zu groß für Fußball. Und da hat mir mein deutscher Großvater eine Woche in einem Basketball-Camp in Deutschland geschenkt. Ich war nicht sehr gut, aber groß und man hat mir mein Talent vielleicht angesehen (lacht). Mir wurde ein Stipendium angeboten und ich bin geblieben.

Ihre Eltern wohnen noch in Marokko. Wie ist Ihr Kontakt?

Idbihi: Ich versuche, jeden Sommer dorthin zu fahren. Auch in diesem Jahr war ich mit meiner Frau und meinen Kindern dort.

Mittlerweile haben Sie bereits drei. Am 25. September kam ihr Sohn Sammy zur Welt.

Idbihi: Das stimmt. Meine Familie bedeutet mir alles. Es ist das Wichtigste, dass es ihnen gut geht. Und es ist einfach etwas unbeschreiblich Schönes, sie bei mir zu haben. Wenn man mal ein schlechtes Spiel hatte, oder einen schlechten Tag, kommt man nach Hause und hält seine Kinder in den Armen. In dem Moment ist dann alles andere vergessen und man merkt, worauf es am meisten ankommt.

Interview: Lena Meyer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare