Rosberg und Sutil

Formel 1: Scharfe Kritik an Gewichtsregeln

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Nico Rosberg musste im Winter vier Kilo abnehmen.

Melbourne - Die Formel-1-Fahrer Nico Rosberg und Adrian Sutil haben die neuen Gewichtsbeschränkungen in der Königsklasse scharf kritisiert.

„Es ist schade, dass der Sport so in diese Richtung gegangen ist. Das ist schon ein bisschen wie bei den Skispringern oder den Radfahrern“, sagte Rosberg vor dem Saisonauftakt am Sonntag (7.00 Uhr/RTL und Sky) im australischen Melbourne.

Im Winter mussten die Fahrer durch die umfassenden Regeländerungen mehr denn je auf die eigenen Kilos achten. Grund dafür ist das im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Gewicht der Autos. Zwar hat der Weltverband FIA das Mindestgewicht des Fahrzeug-Piloten-Pakets bereits von 642 auf 690 Kilo erhöht, doch das reicht längst nicht aus. Die ohnehin schon schmächtigen Fahrer mussten weiter abspecken.

Lange Fahrer werden bestraft

„Es ist ein klarer Nachteil, groß zu sein. Man wird hier bestraft“, sagte Sauber-Pilot Adrian Sutil, mit 1,83 m einer der Längsten im Fahrerfeld: „Das ist nicht fair, denn wir großen Fahrer können einfach nichts dafür. Ich hoffe sehr, dass das sehr bald wieder geändert wird.“

Das würde sich auch Rosberg wünschen. „Es ist dieses Jahr sehr extrem mit dem Gewicht, ich musste sehr darauf achten und versuchen, auf mein Gewichtsminimum zu kommen“, sagte der dreimalige Grand-Prix-Sieger, der im Winter vier Kilo abgenommen hat: „Das ist zwar okay so, aber es war eben auch ein sehr harter Winter dadurch.“

Nach eigenen Angaben verzichtete Rosberg, der bei einer Größe von 1,78 m nur noch 65 Kilo wiegt, auf sämtliche Süßigkeiten, selbst an Weihnachten. „Ich musste deshalb regelrecht hungern, um die Gewichtsvorgabe meines Teams zu erreichen, jedes Gramm zu viel am Körper kostet echte Runden-Zeit“, schrieb der 28-Jährige aus Wiesbaden in einem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag.

Die Regel-Änderungen der Formel 1

Formel 1
2014 ist das Jahr des großen Umbruchs in der Formel 1. Vor allem die neuen Turbomotoren und das veränderte Aerodynamik-Konzept stehen im Blickpunkt und bescherten einigen Teams wie auch den Fahrern wie Sebastian Vettel & Co. eine turbulente Vorbereitungsphase - doch die Neuerungen in der Königsklasse gehen weit darüber hinaus. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten neuen Regeln für die Formel-1-Saison 2014: © dpa
Formel 1
TECHNISCHES REGLEMENT - MOTOR: Die neuen Motoren sind der tiefste Einschnitt im Reglement der Formel 1. Nach acht Jahren haben die 2,4-Liter V8-Saugmotoren ausgedient, ab 2014 sorgen 1,6-Liter V6-Turbomotoren für den Antrieb - und für einen deutlich veränderten, weniger aggressiven Klang an den Rennstrecken. Auch die Leistung der Sechszylinder-Aggregate ist mit rund 600 PS deutlich geringer, als in den vergangenen Jahren (rund 750 PS). © dpa
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HYBRIDSYSTEM: Ein verändertes Hybridsystem soll die verringerte Motorenleistung auffangen. Das neue System zur Energierückgewinnung ist leistungsstärker als das bisherige Modell, statt der bisherigen 80 Zusatz-PS leistet es etwa 160 PS. Zudem kann es pro Runde etwa 33 Sekunden genutzt werden, fünfmal so lange wie bisher. Gespeist wird das System nicht mehr allein aus der kinetischen Bremsenergie, zusätzlich wird nun Wärmeenergie aus den Auspuffgasen verwendet - aus KERS (Kinetic Energy Recovery System) wird ERS (Energy Recovery System). © dpa
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GEWICHT: Die Boliden werden 2014 schwerer. Ab sofort müssen die Fahrzeuge mindestens 691 kg wiegen, in der vergangenen Saison betrug das Mindestgewicht noch 642 kg. Die Anhebung ist den schwereren Hybridsystemen geschuldet. © dpa
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SPRITVERBRAUCH: Bislang war der Benzinverbrauch nicht beschränkt, 2014 müssen 100 kg Treibstoff für das Rennen ausreichen. Eine Herausforderung für die Fahrer, die sich das Rennen nun einteilen müssen. Bislang gingen die Autos mit bis zu 160 kg an den Start. © dpa
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FAHRZEUGNASE: Aus Sicherheitsgründen müssen die neuen Boliden ihre Nasenspitze deutlich tiefer tragen, die maximale Höhe der Frontspitze wird von 550 mm auf 185 mm reduziert. Kollisionen sollen auf diese Weise weniger gefährlich sein. Die Regelauslegung durch die Teams führt dabei zu optischen Grenzerfahrungen - Spitznamen wie Ameisenbär, Staubsauger und Gabelstapler machten während der ersten Testfahrten die Runde. © dpa
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FLÜGEL: Ebenfalls aus Sicherheitsgründen sind die Frontflügel in der neuen Saison schmaler als zuletzt, die Breite wurde von 1800 mm auf 1650 mm reduziert. Auch am Heck bietet sich ein neues Bild. Der sogenannte Beam-Wing unter dem Hauptflügel ist nicht mehr erlaubt. Ohne diesen Zusatzflügel geht den Autos deutlich Abtrieb verloren. © dpa
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AUSPUFF: Die Abgase dürfen künftig nicht mehr zur Verbesserung der Aerodynamik genutzt werden. Um dies zu gewährleisten, schreibt die FIA Anzahl und Position des Endrohrs vor: Der einzige Auspuff muss nun mittig und am Ende des Fahrzeugs münden. © dpa
SPORTLICHES REGLEMENT - DOPPELTE PUNKTE: Die am heftigsten kritisierte Regeländerung betrifft die Vergabe der WM-Punkte. Der bisherige Schlüssel bleibt zwar bestehen, Punkte gibt es für die ersten Zehn (25-18-15-12-10-8-6-4-2-1). Doch 2014 wird beim Saisonfinale in Abu Dhabi die doppelte Punktzahl vergeben, sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurswertung - damit soll eine frühzeitige Entscheidung im Kampf um die WM verhindert werden. © dpa
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STARTNUMMERN: Die Vergabe der Startnummern richtet sich nicht mehr nach dem Abschneiden in der Vorsaison. Jeder Pilot wählt seine Nummer von nun an selbst, diese soll er dann während seiner gesamten Formel-1-Karriere behalten. Wählen kann er dabei aus den noch freien Zahlen zwischen 2 und 99, denn die eins bleibt für den Weltmeister reserviert. Sebastian Vettel tritt 2014 damit an, hat sich zusätzlich aber die fünf gesichert. Nico Rosberg trägt die sechs, Nico Hülkenberg die 27 und Adrian Sutils Auto ziert die 99. © dpa
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STRAFPUNKTE: Ein Punktesystem ähnlich der Sünderkartei in Flensburg soll künftig für Ordnung auf den Rennstrecken sorgen. Die Piloten erhalten für ihre Vergehen ein bis fünf Strafpunkte. Erreicht ein Fahrer innerhalb einer Saison 12 Punkte, wird er für ein Rennen gesperrt. Das neue System ist ein Zusatz, kurzfristige Strafen gibt es auch weiterhin. © dpa

Ein Kilo mehr oder weniger macht pro Rennrunde etwa 0,035 Sekunden Unterschied aus. „Diese Zeit fehlt einfach, das kann man unmöglich aufholen, und das ist unfair“, sagte Sutil, der vor den Gefahren eines möglichen Magerwahns in der Königsklasse warnte: „Wenn man schon am Limit ist, kann man nicht einfach noch mal fünf Kilo verlieren. Ich muss mich immer noch gut fühlen.“

sid

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