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Vettel läuft in Unterhose durchs Fahrerlager – für Hamilton

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Von: Christoph Klaucke

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In der Formel 1 sind Schmuck und private Unterwäsche künftig verboten. Sebastian Vettel springt Lewis Hamilton zur Seite und präsentiert sich in Unterhose.

Miami – „Safety first“ – dieses Motto steht für die Regelhüter der Formel 1 an erster Stelle. Viele Stars wie Lewis Hamilton von Mercedes wollen sich jedoch an bestimmte lebensrettende Maßnahmen nicht halten und begehren auf.

Die Königsklasse des Motorsports hat schon für viele skurrile Geschichten gesorgt. Diesmal gibt es einen seltsamen Streit um das Tragen von Schmuck und privater Unterwäsche. Aus Solidarität für Hamilton stolzierte Sebastian Vettel vor dem Grand Prix in Miami (Rennen hier im Live-Ticker) sogar mit einer Unterhose bekleidet durchs Fahrerlager.

Sebastian Vettel
Geboren: 3. Juli 1987 in Heppenheim
Rennstall: Aston Martin
Vertrag bis: Ende 2022
Größte Erfolge: 4 x Formel-1-Weltmeister (2010, 2011, 2012, 2013)

Formel 1: Vettel fühlt sich bevormundet und solidarisiert sich mit Hamilton

„Das ist persönliche Freiheit. Wir sind alt genug, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Dann sollten wir das auch im Auto tun können“, sagte Vettel, mit 34 Jahren einer der ältesten Piloten im Fahrerfeld der Formel 1, vor dem Premieren-Rennen in Miami. Zuvor hatte der deutsche Renndirektor Niels Wittich angekündigt, das Vorgehen gegen das Tragen von Schmuck und nicht feuerfester Unterwäsche im Cockpit zu verschärfen.

Hamilton hatte dies als „Rückschritt für unseren Sport“ und „sehr, sehr dumm“ kritisiert. Der Rekordweltmeister trägt meist viel Schmuck am Körper. Mindestens zwei Schmuckstücke könne er auch nicht problemlos ablegen, sagte der Brite. Er habe sich deshalb auch schon an Weltverbands-Chef Mohammed bin Sulayem gewendet. Nach längeren Diskussionen lenkte der 37-Jährige aber ein und entfernte seine Ohrringe. Für sein Nasen-Piercing erhielt er eine Ausnahme-Erlaubnis bis zum Rennen in Monaco Ende Mai.

Sebastian Vettel setzt sich in der Formel 1 für die Rechte der Fahrer ein.
Sebastian Vettel setzt sich in der Formel 1 für die Rechte der Fahrer ein. © Doug Murray/Imago

Formel 1: Kuriose Unterwäsche-Regel – Vettel läuft in Boxershorts durch Boxengasse

Vettel hat kein Verständnis für die neue harte Linie der Formel-1-Regelhüter. „Es ist unnötig, dieses Thema aufzublasen. Das fühlt sich nach einer persönlichen Sache an, die auf Lewis abzielt“, sagte der Pilot von Aston Martin. Und Vettel wäre nicht Vettel, wenn er sich nicht noch eine spezielle Aktion einfallen lassen würd.

Als Zeichen des Ungehorsams lief der Heppenheimer am Freitag vor dem Auftakttraining mit über seinen Rennanzug gezogenen grauen Boxershorts durch die Boxengasse. „Das war ja mehr ein Gag. Die ganze Diskussion ist so bescheuert“, sagte der Aston-Martin-Pilot dem Fernsehsender Sky. Vettel schließt übrigens einen bestimmten Job nach der Formel-1-Karriere aus.

Rennleiter Wittich hatte die Teams in Miami informiert, dass sie künftig auch in offiziellen Dokumenten versichern müssen, dass ihre Piloten weder Schmuck noch private Unterwäsche im Auto tragen. Wittich kündigte zudem Stichproben an. „Wenn sie mich aufhalten, dann ist es so. Wir haben einen Ersatzfahrer“, sagte Hamilton trotzig.

Formel 1 verbietet Schmuck und private Unterwäsche bei Rennen

Als Grund für die Maßnahmen gibt der Weltverband Fia an, dass Ringe, Ketten oder Piercings bei Notfällen unnötige Hindernisse für Ersthelfer und Ärzte darstellen könnten. Zudem könne Schmuck auf der Haut als Hitzeleiter die Schutzwirkung darüber liegender feuerfester Kleidung verringern. „Das erhöht das Risiko von Verbrennungen bei einem Feuer“, heißt es. Nicht zuletzt berge der Schmuck selbst die Gefahr von Verletzungen und könnte bei Unfällen verschluckt werden.

Auch das Tragen handelsüblicher Unterwäsche, wie zuletzt angeblich noch bei einigen Fahrern gang und gäbe, ist unzulässig. Erlaubt ist nur Kleidung, die den Formel-1-Normen der Fia entspricht. Die Bußgelder für Verstöße gegen das Verbot von Schmuck und regelwidriger Kleidung im Auto sind happig. Das erste Vergehen werde mit 50.000 Euro Geldstrafe geahndet, berichtete das Fachmagazin Auto, Motor und Sport. Wiederholungstäter müssten 125 000 Euro zahlen. Bereits kurz vor Saisonstart kam es zu einer kuriosen Regeländerung: Der Overall muss jetzt zu sein. (ck/dpa)

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