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Boykott der WM 2018 Russland? Das sagt DFB-Präsident Grindel

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Fußball-WM 2018 in Russland: 32 Mannschaften werden den Weltmeister-Titel ausspielen
Fußball-WM 2018 in Russland: 32 Mannschaften werden den Weltmeister-Titel ausspielen. © dpa / Maxim Shipenkov

Verbandsboss Reinhard Grindel äußert sich in einem Interview über den brisanten Schauplatz der nächsten Fußball-WM und die Zukunft von Joachim Löw. Außerdem: Was hat E-Soccer eigentlich mit Sport zu tun?

Bundestrainer Joachim Löw soll auch im Fall eines vorzeitigen Scheiterns des Titelverteidigers bei der WM-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) seinen Job behalten. "Ja", antwortete DFB-Präsident Reinhard Grindel in der Nordwest-Zeitung auf die Frage, ob Löw bei einem Viertelfinal-Aus weiter die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) betreuen würde. Der Vertrag des 58-Jährigen beim DFB läuft bis 2020.

Mit Blick auf die politischen Fragen rund um die WM verteidigte Grindel ("Olympia 1980 hat doch gezeigt, dass Boykotte nichts bringen") seine Zurückhaltung. "Ich verweise darauf, dass sich der Fußball überheben würde, wenn man glaubt, dass wir Probleme lösen könnten, die im Augenblick weder die UNO oder die Mächtigen dieser Welt lösen können", sagte der 56-Jährige: "Wir müssen deutlich machen, welche Erwartungen wir an die Ausrichter der WM haben - allerdings ohne den erhobenen Zeigefinger oder als besserwisserisch daherzukommen."

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E-Soccer? "Sport ist Begegnung, ist Austausch und frische Luft“

In der Frage der Übernahme von Polizeikosten bei sogenannten "Hochrisikospielen" durch den Profifußball ließ sich Grindel zu einem gewagten Vergleich hinreißen: "Wenn bei einem Millionär eingebrochen wird, soll die Polizei dann die Ermittlungsarbeiten in Rechnung stellen, weil er wegen seines Reichtums die Verbrecher angelockt hat?"

Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bei einer Präsentation für die Fußball-WM 2018
Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bei einer Präsentation für die Fußball-WM 2018. © dpa / Christophe Gateau

In diesem Zusammenhang warnte Grindel mögliche Nachahmer der Stadt Bremen. Der DFB werde "erst einmal mit Länderspielen in Stadien gehen, wo wir nicht Gefahr laufen, die Polizeikosten übernehmen zu müssen". Somit könnten zukünftig einige Spielstätten wegfallen. Unter anderem liebäugelt das Land Rheinland-Pfalz damit, sich dem Bremer Vorbild anzuschließen.

Mit Blick auf den E-Sports-Bereich bleibt Grindel bei seiner kritischen Haltung. "Sport ist Begegnung, ist Austausch und frische Luft. Kurze Hose, Fußballplatz und ein richtiger Fußball, dem man hinterherläuft und sich gesund hält", sagte der DFB-Boss: "Wir entwickeln in unseren Gremien aktuell eine gemeinsame Haltung zu dem Thema. Dabei bin ich mir mit den Landesverbandspräsidenten einig, dass es für uns in dieser Frage um E-Soccer gehen muss, also um Fußballspiel-Formate."

SID

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