Endlich wieder Eis unter den Kufen

Erster Test: ESV Türkheim ärgert Landesligist nur phasenweise

Der ESV Türkheim ist zurück auf gewohntem Terrain.
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Der ESV Türkheim ist zurück auf gewohntem Terrain. Nach dem Auftakt gegen die Wölfe steht der nächste Test am Sonntag, 26. September, an – ab 20.30 Uhr in Bad Wörishofen gegen den ESV Dachau.

Türkheim – Fast ein Jahr ist es her, dass die Bezirksliga-Saison wegen Corona abgebrochen wurde. Am letzten Freitag kehrten die Türkheimer dann erstmals wieder aufs Eis zurück. Gleich zum Auftakt der laufenden Vorbereitung baten die Nachbarn vom EV Bad Wörishofen zum Testspiel. Trainer Michael Fischer und Co-Trainer Felix Furtner sahen vor 100 Zuschauern zwar eine knappe Niederlage, Klassenunterschied gegen den Landesligisten machten sie aber keinen aus. 

Beide Trainer mussten auf einige Akteure verzichten und so standen im 19-köpfigen Kader der Türkheimer auch sechs Nachwuchsspieler aus der U20, die ihre Sache gut machten. ESV-Coach Michi Fischer ließ von Beginn an vier Sturmreihen auflaufen und es entwickelte sich eine muntere Partie, in der es hin und her ging. Im Türkheimer Tor machte Michael Bernthaler einen sicheren Eindruck.

In der 6. Minute hatten die Türk­heimer ihr erstes Powerplay, kurz darauf sogar eine doppelte Überzahl – allerdings ohne Ertrag. „Das fehlende Eis­training der letzten zehn Monate kann man nicht in sechs Trainingseinheiten aufholen. Unser Trainerduo hat zunächst andere Schwerpunkte gelegt“, weiß Türkheims Sportlicher Leiter Franz Döring. Der EVW dagegen, der bereits Testspiele gegen Forst und Fürstenfeldbruck auf dem Buckel hatte, spielte sein Powerplay in der 12. und 17. Minute strukturierter. „Man hat den Wölfen den Trainingsvorsprung angesehen“, so Franz Döring. Dennoch war es der ESV, der Sekunden vor der Drittelpause in Führung ging: Darius Sirch und Luca Ottleben trieben die Scheibe ins Angriffsdrittel, den Pass von der linken Seite konnte Kapitän Sascha Volger (vormals Hirschbolz) an Andreas Nick vorbei ins Netz bugsieren.

Nach dem Seitenwechsel vergingen nur wenige Sekunden bis zum Ausgleich. Beim ESV stimmte die Zuordnung nicht, zudem brachten die Gelb-Blauen die Scheibe hinter der verlängerten Torlinie nicht raus. Die Situation nutzte der Tscheche Michal Horky, der auch schon in der Bayernliga aufgelaufen war. Er eroberte den Puck und spielte den vor dem Tor freistehenden Simon Steiner an – der Bernthaler im Türkheimer Tor keine Chance ließ. In der 22. Minute machten die Türkheimer dann ihr erstes Powerplaytor: Benni Hofmann spielte auf Lucas Lerchner, der den Puck vors Tor zu Felix Ambos passte. Ambos schob die Scheibe mit der Rückhand zur erneuten Führung ins Tor. Besonders auch an der Aktion: Benni Hofmann, der die Kombination initiiert hatte, absolvierte sein Debüt bei den Erwachsenen und erklärte hinterher: „Ich fand es super aufregend, mit denen zusammen zu spielen, zu denen man seine ganze Jugend aufgeschaut hat. Hartes und schnelles Eishockey zu spielen hat unglaublich Spaß gemacht. Ich fand es toll, dass mir auch so viel zu getraut wurde und ich das Vertrauen des Trainers und der Mannschaft hatte“, so der junge Verteidiger.

Wölfe drehen auf

Anschließend hatte der EVW mit zwei Breaks zwei große Torchancen. Doch Bernthaler parierte beide Aktionen stark. Auf Seiten der Hausherren wurde ein weiteres Überzahlspiel zum erneuten Ausgleich genutzt (29.). Die Scheibe wurde noch durch einen ESV-Spieler ins Tor abgefälscht und der Treffer Horky gutgeschrieben. Noch in derselben Spielminute gingen die Wölfe in Führung – und das etwas unglücklich aus Türkheimer Sicht: David Vycichlo schoss hinter der Torlinie stehend Bernthaler am Rücken an und die Scheibe sprang zum 3:2 in die Maschen. Und es kam noch dicker: Während Fabian Guggemos die Großchance aufs 3:3 verpasste, erhöhten die Wölfe durch Schmidt auf 4:2 (39.).

Im Schlussdrittel wollte der ESV das Spiel nochmals drehen. Der EVW spielte ab der 43. und 46. Minute in Unterzahl, sodass der ESV zu einigen Abschlüssen kam. Die größte Möglichkeit zur Ergebniskorrektur hatte Darius Sirch, der den Puck am fast leeren Tor vorbeischoss.

Sehenswert dann der Türkheimer Anschluss zum 3:4: In der 57. Minute gingen Maxi Sams und Maxi Döring im Zwei-gegen-Zwei ins Angriffsdrittel. Döring kam mit dem Puck durch die Mitte, sein Pass ans lange Eck nahm Sams an und legte die Scheibe elegant am Goalie vorbei ins Netz. Den Schlusspunkt setzte dann aber der EVW mit dem Treffer zum 5:3 (59.).

Türkheims Trainer Michael Fischer erklärte nach der Partie: „Beim ersten Spiel nach der langen Pause hat man gesehen, dass die Abstimmung noch nicht passt und die Reihen sich noch finden müssen. Dennoch müssen wir, in Führung liegend, intelligenter spielen und unsere Torchancen besser nutzen. Ein Sieg wäre heute durchaus machbar gewesen.“

wk

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