Wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend - Größerer Umbruch im Regionalligakader

FC Memmingen tritt nicht im Totopokal-Halbfinale an

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Memmingen - Nach reiflicher Überlegung haben sich die FCM-Verantwortlichen entschlossen, zum anstehenden Halbfinale im BFV-Totopokal gegen den TSV 1860 München, das wegen der aktuellen Situation bereits verschoben werden musste, nicht anzutreten. Damit zieht der Drittligist aus der Landeshauptstadt kampflos ins Endspiel ein.

Sollte im anderen Halbfinale zwischen dem SV Viktoria Aschaffenburg und den Würzburger Kickers Letztgenannter die Oberhand behalten und ins Finale einziehen, so wäre auch die im Endspiel unterlegene Mannschaft für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde qualifiziert, da den Würzburger Kickers als Aufsteigern in die Zweite Bundesliga dort ohnehin die Teilnahme zusteht.

Beim FCM wurde die in enger Absprache mit den Verantwortlichen des TSV 1860 München getroffene Entscheidung aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Pandemie auf den Fußball getroffen. So hält FCM-Präsident Buchmann die vorgesehene Durchführung des Spiels in der Memminger Arena wegen der nach wie vor bestehenden „Corona-Auflagen“ nicht für möglich und eine grundsätzlich denkbare Verlegung nach München ins Stadion an der Grünwalder Straße wäre für den FCM als ausrichtendem Verein organisatorisch und vor allem auch wirtschaftlich nicht zu stemmen. Als Entschädigung für das entgangene „Pokal-Highlight“ hat sich der FCM mit den Verantwortlichen der „Löwen“ auf ein Freundschaftsspiel in der Memminger Arena im Sommer 2021 geeinigt, dessen Einnahmen in vollem Umfang dem FCM zufließen werden. Denjenigen Fans, die bereits ein Ticket für das Pokal-Halbfinale erworben haben und auf eine Rückerstattung verzichten, winkt hierbei ein spürbarer Preisnachlass. Ansonsten wird der FCM wie bereits angekündigt in nächster Zeit eine Rückabwicklung in die Wege leiten, bei der für im Vorverkauf erworbene Eintrittskarten der volle Preis erstattet wird.

Personell steht der FCM vor der geplanten Wiederaufnahme der laufenden Regionalligasaison im September vor einem größeren Umbruch. So werden neben den bereits vermeldeten Abgängen Marco Greisel (TSV Schwaben Augsburg), Lukas Ender (USA-Studium), Marco Schad, Timo Lutz (zum TSV Kottern) auch Philipp Boyer, Natsuhiko Watanabe und Lukas Rietzler (alle zum FV Illertissen) den Verein verlassen. Ebenso Marcel Leib (TSV Schwaben Augsburg) und Luca Sirch (Ziel unbekannt). Aufgelöst wurde der Vertrag ferner mit Mario Jokic, der aufgrund fehlender beruflicher Perspektiven bereits in sein Heimatland Kroatien zurückgekehrt ist. Der von der U21 des FC Bayern ausgeliehene Can Karatas wird aller Voraussicht nach München zurückkehren. Bleiben wird dagegen der im Winter als Führungsspieler verpflichtete Ex-Profi Vladimir Rankovic, sofern sich ihm keine Möglichkeit zur Rückkehr in den bezahlten Fußball bietet. Die Winterneuzugänge Oktay Leyla und Elias Kollmann haben ebenfalls bis 2021 verlängert und der als Führungsspieler in die U21 zurückgetretene Routinier Stefan Heger soll zu einem Comeback in der Regionalliga bewegt werden, sofern dies seine berufliche Zukunft als Gymnasiallehrer zulässt. Als ersten echten Neuzugang vermeldet der FCM David Mihajlovic vom TSV Kottern.

Erfreulich aus FCM-Sicht ist die Tatsache, dass sich immer wieder beim Allgäuer Vorzeigeclub ausgebildete Talente im bezahlten Fußball durchsetzen. So hatte der im Winter 2019 zur U21 des FC Bayern München gewechselte Jannik Rochelt letzte Saison maßgeblichen Anteil am Aufstieg der „kleinen Bayern“ in die Dritte Liga und konnte dieses Jahr trotz nur geringer Einsatzzeiten in der Drittliga-Meistermannschaft einen Marktwert von 225.000 Euro erreichen. Sein Verbleib beim Nachwuchs des Rekordmeisters ist aktuell allerdings ungewiss. Patrick Sontheimer, der als Fünfzehnjähriger aus der Jugend des FCM ins Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth wechselte, feierte diese Saison als Stammspieler mit den Würzburger Kickers den Aufstieg in die Zweite Bundesliga, der aus den A-Junioren des FCM zum TSV 1860 München gewechselte Noel Niemann war dort zuletzt Stammspieler in der Dritten Liga und gilt als großes Talent. Er wechselt zur neuen Spielzeit ablösefrei zum Bundesligaaufsteiger Arminia Bielefeld. (gp)

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