„Mega bereit“ für Deutschlands Elite

Floorballer des SV Amendingen richten deutsche U15-Meisterschaft aus

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Sie wollen nicht nur würdiger Gastgeber sein, sondern auch sportlich auf sich aufmerksam machen. Hinten (v. links): Trainer André Streifer, Dominik Thiel, Florian Schneider, Patrick Streifer, Benedikt Föhr, Fabian Redle, Co-Trainer Johannes Föhr; Mitte v. links: Luis Voigtsberger, Kapitän Georg Nusstein, Luca Stiegeler, Maxine Abens, Sophie Mayer, Nils Karg; Vorne kniend von links: Robert Cockshott, Nick Kämpf, Florian Schütz, Lukas Zimmermann; Vorne liegend: Raphael Landherr.; es fehlen: Stammtorhüter Kilian Lechner und Betreuer Michael Landherr

Memmingen – Allmählich kribbelt’s in den Fingern: Am kommenden Wochenende sind die Floorballer des SV Amendingen erstmals Ausrichter einer deutschen Meisterschaft (DM). Von Samstagfrüh bis Sonntagnachmittag werden in der Sporthalle des BBZ die besten U15-Teams der Bundesrepublik ihre Zelte aufschlagen, um den deutschen Meister zu ermitteln.

„Wir sind mega bereit für die DM“, sagt Co-Trainer Johannes Föhr. Gemeinsam mit Cheftrainer André Streifer hatte er zuletzt zu einigen Sonderschichten gebeten, um den 17 Köpfe zählenden Kader fürs Turnier topfit zu machen. Neben etlichen Testspielen, unter anderem gegen den amtierenden deutschen Meister Red Hocks Kaufering, Floorball Heiden (Schweiz) und vereinsinternen Duellen gab es auch einen Besuch im Herzblut Sportclub, wo der Floorballschläger für einen Tag gegen Boxhandschuhe eingetauscht wurde. Nicht nur für die Fitness war das ein willkommener Ausgleich: „Ich bin mit der Turniervorbereitung durchaus zufrieden, da unsere Jungs und Mädels in der intensiven Vorbereitung zusammengewachsen sind und unser Zusammenspiel auf der Platte deutlich besser geworden ist“, meint Föhr.

Rekordmeister zum Auftakt

Trotzdem dürfte der SVA als DM-Debütant als vermeintlicher Außenseiter ins Turnier gehen. „Unser Ziel ist es auch weiterhin, nicht Letzter zu werden“, so der Co-Trainer. Gleich zum Start bekommen es seine Jungs und Mädels mit der deutschen Floorball-Großmacht schlechthin zu tun: dem UHC Weißenfels, vergleichbar mit dem FC Bayern München im Fußball. Im Herrenbereich sammelte der Primus aus Sachsen-Anhalt insgesamt 14 Meistertitel in den letzten 17 Jahren. Vor Ehrfurcht erstarren werde sein Team aber nicht, erklärt Johannes Föhr: „Natürlich gehen wir mit Respekt in das Spiel, aber wir wollen den Favoriten durchaus kitzeln.“ Schließlich koche der UHC auch nur mit Wasser.

Und dass diese bescheidene, aber nicht zu respektvolle Herangehensweise die richtige zu sein scheint, bestätigen auch die Aussagen anderer Teams im Vorfeld des Turniers. Bonns Trainer Johannes Weh beispielsweise sagte dem KURIER: „Die Stärke der anderen Teilnehmer ist im Vorfeld einer DM immer schwer einzuschätzen“, deshalb sei es vorerst vor allem sein Ziel, den Spielern Spielpraxis auf hohem Niveau zu verschaffen – unabhängig von einer Platzierung. Trotzdem peile er mit seinen SSF Dragons die Halbfinalteilnahme an.

Bald national bekannt?

Amendingen beziehungsweise Memmingen ist in Wehs Augen noch „Floorball-Neuland“. Dass der SVA nun eine solch große Bühne stellt, sieht der 22-Jährige als Chance: „Die Ausrichtung dieses Turniers dürfte die perfekte Gelegenheit bieten, die Bekanntheit zu steigern.“ Auch sportlich traut Weh dem SVA einiges zu: „Im direkten Vergleich mit weitaus erfahreneren Spielern werden es die Amendinger sicher nicht leicht haben. Aber wer weiß, wozu sie, getragen vom eigenen Publikum, imstande sind. Vielleicht sorgen sie ja für die ein oder andere Überraschung.“

Über seine sieben Kontrahenten hat sich der SV Amendingen vorab bereits schlau gemacht. Trainer André Streifer schätzt die Teilnehmer für den KURIER ein:

UHC Weißenfels:

„Haben die Weißenfelser ersatzgeschwächt in der Hinrunde zwei Niederlagen einstecken müssen, haben sie in den Playoffs und der Quali zur deutschen Meisterschaft eindrucksvoll bewiesen, was in ihnen steckt. Alle Gegner wurden deutlich besiegt. Das Team verfügt über einen sehr torgefährlichen Kader. Der Statistik zufolge haben sie fünf brandgefährliche Torjäger, die es in den Griff zu bekommen gilt. Sie gehören eindeutig zum Favoritenkreis um den DM-Titel.“

STV Sedelsberg:

„In der Vorrunde und der Meister- bzw. Qualifikationsrunde haben die Sedelsberger nichts anbrennen lassen. Alle Spiele wurden gewonnen. Trotz des etwas kleineren Kaders sind sie ein ernstzunehmender Gegner und können es durchaus weit schaffen.“

SC DHfk Leipzig:

„Während die Vorrunde souverän als Erster noch vor Weißenfels beendet wurde, kamen sie in der Quali nicht am UHC vorbei und qualifizierten sich als Zweiter für den ostdeutschen Verband für die DM. Ob es für den Einzug in das Halbfinale reicht, ist schwer einzuschätzen.“

FC Stern München:

„In der Meisterrunde noch knapp am amtierenden deutschen U15-Meister Kaufering gescheitert, konnten sie die süddeutsche Meisterschaft ungefährdet gewinnen und sich den letzten DM-Startplatz der Region Süd sichern. Die kompakte Mannschaft überzeugt durch schnelles Aufbauspiel und ist jederzeit torgefährlich. Der DM-Titel ist für Stern München greifbar nahe.“

Wyker TB:

„Der kleine aber feine Kader hat großes Potenzial. Der Meistertitel im Verband Schleswig-Holstein war zu keiner Zeit in Gefahr. Der Einzug ins Halbfinale kann durchaus erreicht werden und so könnten die Wyker an ihren Erfolg der letzten DM (Bronze) anknüpfen.“

SSF Dragons Bonn:

„Ihre reguläre Runde schlossen die Bonner ohne Niederlage ab. Auch in der DM-Quali unterlagen sie nur den Frankfurt Falcons im Finale. Ob sie unter die Top Vier kommen können, ist schwer einzuschätzen.“

Frankfurt Falcons:

„Alle Spiele der Saison wurden souverän gewonnen. Die Frankfurter verfügen über eine wahre Torfabrik. Können die Gegner diese nicht unter Kontrolle bringen, können die Frankfurter auf jeden Fall den Einzug ins Halbfinale schaffen.“

Marco Tobisch

Info:

Die acht Teams sind in zwei Vierergruppen unterteilt und ermitteln am Samstag, 29. Juni, die Halbfinalteilnehmer. Für dieses qualifizieren sich jeweils die besten zwei jeder Gruppe. Am Sonntag, 30. Juni, finden zunächst die Halbfinals statt, anschließend die Platzierungsspiele um den 5. und 7. Platz, und schließlich das Bronzespiel und das Finale (15.15 Uhr). Ein Spiel dauert 2 x 20 Minuten.

Der SV Amendingen spielt in der Vorrunde zu folgenden Zeiten:

• 11 Uhr: SV Amendingen gg. UHC Sparkasse Weißenfels 

• 13 Uhr: SV Amendingen gg. STV Sedelsberg 

• 17 Uhr: SVA gg. Frankfurt Falcons

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