"Einfach gigantisch"

Ringen: Mindelheimer Physiotherapeut Christian Halbig für Österreich im Einsatz

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Christian Halbig (links), Physiotherapeut in Mindelheim, betreute zuletzt Österreichs Ringer auf internationalen Bühnen.

Mindelheim – Im Ostallgäu ist er daheim, aktiv rang er viele, viele Jahre für den TSV Westendorf. Der gelernte Physiotherapeut mit eigener Praxis in Mindelheim ist trotzdem dem Ringkampfsport treugeblieben. Christian Halbig gehört seit Anfang Februar 2017 dem Betreuer- und Physioteam des Österreichischen-Ringsportverbandes (ÖRSV) an. In diesem Jahr war der 40-Jährige nicht nur bei den European Games in Minsk, sondern auch bei den Weltmeisterschaften in Nur-Sultan (Kasachstan).

Die Europaspiele in Weißrussland gehören für Halbig bisher zu den Höhepunkten. Als ihn nämlich die E-Mail vom Österreichischen Olympischen Comité für die Einladung erreichte, sei er total glücklich gewesen. Die Einkleidung erfolgte vier Wochen vor den Spielen in ­Wien. „Dort durfte ich schon vorab sehr viele Top-Athleten aus Österreich kennenlernen“, erzählt Halbig begeistert. Am Ankleidetag stand auch ein Medical Meeting auf dem Programm. Hier trafen sich alle Physiotherapeuten und Ärzte zu einer Lagebesprechung. In Minsk selbst war der 40-Jährige sehr beeindruckt von der Größe des Athletendorfes. „Besonders wenn alle Sportler abends ihre Wettkämpfe beendet hatten, gab es dieses besondere Flair im Dorf.“

Obwohl die Wettkämpfe bei den österreichischen Ringern nicht allzu erfolgreich verliefen, erlebte der Allgäuer zusammen mit allen Teilnehmern eine atemberaubende und unvergessliche Abschluss-Zeremonie im Dynamo-Stadion in Minsk. „In ein voll besetztes Stadion zu marschieren, wie bei einer Olympiade, ist einfach gigantisch. Das sind Erfahrungen, die man sich überhaupt nicht kaufen kann und von dem ich noch meinen Enkelkindern erzählen kann“, kommt er noch Wochen und Monate nach diesem Event nicht mehr aus dem Staunen heraus.

Auch in Kasachstan war die Stimmung sensationell. Zig-Tausende Fans und Zuschauer strömten täglich in die Arena, um die Besten der Besten hautnah zu erleben. „Dort ist Ringen Volkssport“, konnte Halbig auch hier dieses Flair tagtäglich aufsaugen. Doch in erster Linie ist der Allgäuer natürlich für die ÖRSV-Athleten da. Neben Massagen und Tapes kleben, steht er als „Statist“ beim Warmmachen für die Athleten zur Verfügung. In den letzten Wochen des Jahres 2019 gibt es für ihn keine Einsätze mehr. Daher kann er sich wieder ganz um seine Familie kümmern. Seine Frau Martina hält ihm natürlich immer wieder den Rücken frei, wenn er mit dem ÖRSV-Team in aller Herren Länder unterwegs ist. „Sie ist ringerverrückter als ich“, sagt er über sie. Erst im kommenden Jahr wird Halbig wieder bei beiden Olympiaqualifikationsturnieren in Budapest (März) und Sofia (April) die ÖRSV-Athleten betreuen.

Stefan Günter

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