Zurück in der Erfolgsspur, aber für einen hohen Preis

Sieg mit bitterem Beigeschmack für den ESV Türkheim

Es darf wieder gejubelt werden: Gegen Senden gewann der ESV Türkheim vor rund 80 Zuschauern mit 10:4.
+
Es darf wieder gejubelt werden: Gegen Senden gewann der ESV Türkheim vor rund 80 Zuschauern mit 10:4.

Türkheim – Einen souveränen 10:4-Sieg gegen den 1.EC Senden hätte Trainer Michael Fischer vor der Bezirksligapartie am Sonntag sicher sofort unterschrieben. Dass die Leistungskurve nach oben zeigt, hatte der ESV Türkheim schon im Test-Derby (5:6 nach Penaltyschießen) gegen den EV Bad Wörishofen gezeigt. Doch der Kantersieg gegen Senden hatte auch eine Kehrseite.

Dass am Ende ein 10:4 auf der Anzeigetafel stand, darüber konnte sich Trainer Fischer nur teilweise freuen: „Im letzten Drittel war der Gegner nur darauf aus, unser Spiel kaputt zu machen. Mit drei verletzten Spielern haben wir einen hohen Preis gezahlt. Das hatte mit Eishockey wenig zu tun, was Senden im letzten Drittel bot.“ So musste der zuvor starke ­Fabian Guggemos nach einem nicht geahndeten Foul in den Schlussminuten verletzt vom Eis, für ihn ist die Saison nach Einschätzung des ESVT bereits vorzeitig beendet. Vorher waren schon Verteidiger Florian Zacher nach einem Ellbogencheck sowie Joel Sirch nach einem Check von hinten verletzt ausgefallen.

Sportlich hatte es derweil gut angefangen: Mit dem Eröffnungsbully hatten die Unterallgäuer das Spiel in die Hand genommen und bestimmten dieses über den gesamten Spielverlauf. Bereits in der ersten Spielminute hatten die Blau-Gelben Chancen in Überzahl. Der erste Treffer fiel kurz nach Ablauf der Strafzeit: Sirch gewann ein Bully, legte die Scheibe auf Michi Urbanek an der blauen Linie, der per Direktschuss traf zum 1:0 traf. Nur eine Minute später erhöhten die Türkheimer durch Markus Kerber mit der Rückhand. Und den bereits erwähnten Ellbogencheck gegen Zacher beantwortete der ESVT sportlich: Ein Powerplay führte nach wenigen Sekunden zum Erfolg, als Kapitän Sascha Volger von der blauen Linie abzog und Jonas Müller den Puck zum 3:0 ins Tor lenkte. Zwar verkürzten die Crocodiles zwischenzeitlich zum 1:3 (15.), doch die Gastgeber schlugen prompt zurück: Maxi Döring scheiterte noch am Pfosten, doch Benjamin Biddle stellte mit dem 4:1 den alten Torabstand pünktlich vor der Drittelpause wieder her.

Ins Mitteldrittel startete der ESVT mit U20-Goalie Johannes Schöner, der den kaum geprüften Michael Bernthaler ablöste. Türkheim setzte das Spiel mit dem gleichen Schwung fort und erhöhte bereits nach 60 Sekunden auf 5:1 – wieder durch Biddle von der blauen Linie. Dann durften die Gäste wieder jubeln: Einen Abpraller verwandelte Manuel Vacca (24.). Doch die Blau-Gelben ließen sich nicht beirren und erhöhten in der 31. Minute wieder: Andreas Pross kam von der Strafbank und eroberte die Scheibe in der Sendener Defensivzone, seinen Pass verwandelte Jonas Müller. Schnell ging es zwei Minuten später auch im Powerplay des ESV: Senden verlor im eigenen Drittel den Puck, Guggemos passte gedankenschnell auf Döring, der zum 7:2 traf. Zur zweiten Drittelpause war die Partie dann bereits entschieden, denn Markus Kerber und Andi Pross hatten mit ihren weiteren Treffern für einen 9:3-Zwischenstand gesorgt.

Im Schlussdrittel wurde es dann ruppig: Die Gäste, offenbar durch den Spielstand gefrustet, zogen sechs Strafen und eine Spieldauer und spielten so 13 Minuten in Unterzahl. Die Hausherren nahmen das Tempo etwas raus und trafen nur noch ein weiteres Mal: Fabian Guggemos schlug den Puck zum 10:3 in die Maschen, ehe Senden in der 56. Minute den Schlusspunkt setzte.

Trotz der Verletzten erklärte Trainer Fischer auch: „Ich bin froh, dass bei einigen Spielern der Knoten geplatzt ist und sie wieder das Tor treffen. Die letzten Wochen waren wir in Sachen Abschluss und Chancenverwertung nicht gerade vom Glück gesegnet.“

Am Samstag, 29. Januar, tritt der ESV Türkheim auswärts bei der EG Woodstocks Augsburg an. Spielbeginn im Curt-Frenzel-Stadion ist um 20.15 Uhr.

wk

Kommentare