Auch im Pokal eine Runde weiter

ESV Türkheim schlägt Bezirksliga-Primus mit veränderter Taktik

+
Wie schon hier im Hinspiel gegen die SG Lindenberg/Lindau erwies sich Türkheims Torhüter Michael ­Bernthaler auch am vergangenen Wochenende als extrem starker Rückhalt.

Türkheim – Ein Wochenende wie im Bilderbuch erlebten die Bezirksliga-Eishackler des ESV Türkheim. Während am Samstagabend der bis dato ungeschlagene Tabellenführer SG TV Lindenberg/EV Lindau 1b mit 2:4 in die Knie gezwungen wurde, folgte schon am Sonntag das nächste Erfolgserlebnis – mit dem Pokalsieg in Bad Aibling und dem damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale.

Beim Bezirksliga-Spitzenreiter im Westallgäu entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der der ESV aus einer sicheren Defensivausrichtung heraus agierte. Michael Bernthaler im Türkheimer Tor war aufmerksam und konnte einige Schüsse der Lindenberger gleich sicher parieren. Die Hausherren konnten ihr schnelles Offensivspiel an diesem Spieltag nicht in gewohnter Weise aufziehen, der ESV stand ab der neutralen Zone sehr gut und unterband dieses bereits im Ansatz. Türkheims Offensivaktionen wurden zunächst aus schnellen Kontern generiert. Wenige Sekunden, nachdem ein ungenutztes Überzahlspiel abgelaufen war, schlug der ESVT dann zu: Der Schlagschuss von Michi Urbanek von der blauen Linie wurde von einem Gegner leicht abgefälscht und landete hinter Dominik Hattler im Tor (6.).

Souveräner Auftakt

In der 13. Minute musste erneut ein Spieler der Hausherren auf die Strafbank. Der ESV spielte sein Powerplay nun sehr genau und strukturiert herunter und suchte seine Möglichkeit zum Torerfolg: Eingeleitet von Andi Pross kam die Scheibe über Kapitän Sascha Hirschbolz dann durch die Mitte auf den am langen Eck lauernden Maximilian Döring, der mit einem perfekten Direktschuss Hattler keine Chance ließ und für die Gelb-Blauen auf 2:0 erhöhte (16.). Danach mussten zwei ­ESVler in die Kühlbox, was die Defensive aber mit beherztem Einsatz beim 3-gegen-5 wieder wett machte, sodass Bern­thaler im Tor seine weiße Weste bewahrte.

Im Mitteldrittel kamen die Lindenberger zum Anschluss. Daniel Paster gewann im Türkheimer Drittel das Bully und legte die Scheibe auf Manuel Merk, der auf 1:2 verkürzte (25.). Der Druck der Hausherren wurde in der Folge größer, die Türkheimer kämpften aber verbissen um jede Scheibe und hatten auch Möglichkeiten. Nach einem überzogenen Check von hinten gegen Andi Pross war für den soeben erst von der Strafbank kommenden Merk das Spiel beendet. Der ESVT hatte deshalb im fünfminütigen Überzahlspiel die Chance zur Vorentscheidung. Die Hausherren arbeiteten aber hart in der Defensivzone und Goalie Hattler hielt seine Farben im Spiel, sodass es schlussendlich mit 1:2 erneut in die Kabinen ging.

Tempo nimmt zu

Wer den Tabellenführer schlagen will, muss aber in der Regel über drei Drittel bestehen: Und so hofften die mitgereisten Türk­heimer Fans, dass ihre Mannschaft den Sack zu machen würde. Tatsächlich nutzte Maxi Döring mit einem Geistesblitz die erste sich bietende Chance: Nach einem Bully zog er blitzschnell ab und stellte auf 1:3 (44.). Beide Teams drückten dann nochmal gewaltig aufs Tempo: Nach einem Konter, den Fabian Guggemos einleitete, liefen die Türk­heimer im 2-gegen-1 auf Hattler zu. Der scheibenführende ­Maxi Sams legte den Puck auf den links laufenden Sirch, der in der 56. Minute auf 1:4 erhöhte und die Lindenberger an den Rand einer Niederlage schoss.

Doch die Qualität im Lindenberger Kader hatte auch in dieser Saison schon oft für Überraschungen gesorgt und Rückstände umgebogen. Allerdings nicht an diesem Tag: Zu konzentriert und selbstbewusst spielte das Türkheimer Team die Führung herunter. Zwar gelang Michael Wellenberger wenige Sekunden vor dem Ende nur noch eine Ergebniskosmetik für seine Mannschaft zum 2:4. In einem spannenden Spiel gewann die Türk­heimer Mannschaft verdient und sicherte sich drei wichtige Punkte bei einem direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze. Trotz dieser Leistung drückte Trainer Michael Fischer aber auf die Euphoriebremse: „Bis auf die zu häufigen Strafen und das manchmal zu langsame Umschaltspiel war das von uns ein sehr ordentliches Spiel. Ich sehe aber noch Luft nach oben und daran müssen wir weiter hart arbeiten“, so Fischer. Immerhin: Man habe die Konsequenzen aus dem ersten Spiel gegen den Liga-Spitzenreiter gezogen und taktische Veränderungen vorgenommen – „und das ging voll auf“, freut sich der Trainer.

Auch im Achtelfinal-Rückspiel im BEV-Pokal in Bad Aibling, gegen das der ESVT das Hinspiel mit 8:3 noch deutlich gewonnen hatte, gingen die Jungs von Trainer Fischer als Sieger vom Eis – mussten sich aber diesmal strecken. Schon vom Start weg zeigten die „Aibdogs“ insbesondere mit ihrer Konterstärke, dass sie sich nicht als Laufkundschaft erweisen würden. Vor dem Tor waren aber wie schon im Hinspiel die Türkheimer effektiver: Gleich doppelt ebnete die Powerplay-Formation den Weg zum späteren Erfolg, als zunächst Darius Sirch mit einem harten Schuss traf (9.) und sich kurz darauf Fabian Guggemos durchsetzte und auf 0:2 stellte. Nachdem Bad Aibling im zweiten Abschnitt zum 2:2 ausgeglichen hatte, gehörte die Aktion des Spiels im letzten Drittel U20-Spieler Jonas Müller. Er setzte vor dem Tor gut nach und erzielte das Siegtor.

Am kommenden Wochenende – dann wieder in der Liga – gastieren die Türkheimer beim Tabellenzweiten, der SG EC Oberstdorf/ERC Sonthofen.

wk

Auch interessant

Meistgelesen

Eishockey-Bezirksliga: Türkheim findet nach Wasserschlacht die richtige Antwort
Eishockey-Bezirksliga: Türkheim findet nach Wasserschlacht die richtige Antwort
Ringen: Mindelheimer Physiotherapeut Christian Halbig für Österreich im Einsatz
Ringen: Mindelheimer Physiotherapeut Christian Halbig für Österreich im Einsatz
Eishockey: Junge Türkheimer U9 holt sich ungeschlagen den Turniersieg
Eishockey: Junge Türkheimer U9 holt sich ungeschlagen den Turniersieg
Eishockey: Memminger Indians-Frauen treffen im Dezember viermal auf Mannheim
Eishockey: Memminger Indians-Frauen treffen im Dezember viermal auf Mannheim

Kommentare