Tennis-Zukunft in Deutschland

Mronz: Umbrella-Partner gesucht

Michael Mronz
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Michael Mronz (l.), hier beim tz-Besuch mit Mathias Müller.

München - Münchens neuer Chef Michael Mronz hat einen runden Tisch der fünf deutschen ATP-Turnierveranstalter initiiert - und spricht über die deutsche Tennis-Zukunft.

Edwin Weindorfer machte die Elefantenrunde komplett. Der Manager von Tommy Haas und Turnierdirektor in Stuttgart hatte sich in der Adresse geirrt und traf leicht verspätet am runden Tisch der fünf deutschen ATP-Turnierveranstalter ein, den Münchens neuer Chef Michael Mronz initiiert hatte. Zusammen mit Michael Stich (Hamburg), Dietloff von Arnim (Düsseldorf) und Horst Erpenbeck (Halle) diskutierten Mronz und Weindorfer wie die Ritter der Tafelrunde über die Zukunft des weißen Sports in Deutschland. Themen waren unter anderem der Deutsche Tennis Bund (DTB), die mediale Vermarktung sowie die Idee, eventuell eine übergreifende Turnierserie zu etablieren. Quasi eine Tennis-Deutschlandtour mit einem Gesamtsieger.

„Dafür bräuchten wir einen Umbrella-Partner“, erklärte Mronz. Zu deutsch: Ein Partner, der bei allen Turnieren als Sponsor auftritt, unter dessen Schirm sich die fünf Tennis-Ritter versammeln könnten. Und im besten Fall jemand, der bisher noch bei keinem Turnier tiefer verwurzelt ist. Deutsche Banken kämen da etwa infrage. Ob diese Vision realistisch ist, bleibt abzuwarten, auch ob die Association of Tennis Professionals (ATP) mitspielen würde. In einer Sache sind sich aber alle fünf einig: Es muss sich etwas ändern!

„Früher haben wir Geschichten produziert, ob wir wollten oder nicht. Aber die Generation um Nicolas Kiefer, Rainer Schüttler und Tommy Haas hat aktiv zu wenig für das Tennis in Deutschland getan“, sagte Stich und ergänzte: „Wir wollen wieder hoch und den Stellenwert heben.“

Dafür müsste auch beim DTB endlich mehr Ruhe und eine bessere Kommunikationsstrategie einkehren. Da der amtierende und umstrittene DTB-Präsident Karl-Georg Altenburg (51) im November sein Amt niederlegt, schlug Tommy Haas (36) Michael Stich für diesen Posten vor. Der hält sich aber bedeckt. „Schön, dass Tommy so denkt, aber es ist nicht seine oder meine Aufgabe, einen neuen Präsidenten zu finden, sondern die des Bundesausschusses und des DTB“, so der 45-Jährige. Bisher habe niemand mit ihm gesprochen, zu Spekulationen wolle er sich nicht äußern.

Ein Dementi klingt anders, großes Interesse aber auch. Dabei hätte er durchaus Verbesserungsvorschläge: „Sicher ist, dass der DTB in den internationalen Gremien zu wenig vertreten ist“, so Stich. Dort spielt die Musik. Wer in der ATP etwas bestellen will, muss sich dort gut positionieren. Ein Tipp, den in kleinem Rahmen auch die Tennisfans in München beherzigen sollten. Die Wettervorhersagen sind weiter durchwachsen. Ein rettender Schirm könnte da helfen.

Mathias Müller

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