NFL

Neuanfang für Quarterbacks Brady und Newton

Quarterback Tom Brady spielt nun für die Tampa Bay Buccaneers. Foto: Chris O&#39meara/AP/dpa
+
Quarterback Tom Brady spielt nun für die Tampa Bay Buccaneers. Foto: Chris O'meara/AP/dpa

Ein NFL-Team legt sich normalerweise auf einen Quarterback fest und baut um ihn herum über Jahre ein Team auf. In diesem Sommer wechselten ungewöhnlich viele Star-Spielmacher ihre Mannschaft. Einer blieb trotz vieler warmer Worte wieder ohne Job.

New York (dpa) Mega-Vertrag für Wunderkind Patrick Mahomes, ein neues Kapitel für Tom Brady: Vor der am 10. September startenden NFL-Saison war auf dem Quarterback-Markt so viel Bewegung wie seit Jahren nicht.

Die Schlüsselposition wird von Football-Fans am leidenschaftlichsten diskutiert. Folgende Spielmacher könnten die kommende Saison prägen oder zumindest für Aufsehen sorgen.

Patrick Mahomes: Der Anführer der Kansas City Chiefs ist erst 24 Jahre alt, aber besitzt ein so komplettes Spielvermögen wie kaum ein Konkurrent. Mahomes kann passen, laufen, Partien an sich reißen und verliert weder Ruhe noch Überblick. Nach dem Sieg im Super Bowl gab's die logische Belohnung: Einen Megavertrag über zehn Jahre, der durch Bonuszahlungen auf ein Volumen von mehr als 500 Millionen Dollar steigen kann. Dennoch wird's schwerer für Mahomes. Denn aufgrund der Gehaltsobergrenze müssen die Chiefs künftig an anderen Stellen sparen.

Tom Brady: Für den Weltstar beginnt eine neue Zeitrechnung. Nach sechs Triumphen im Super Bowl mit den New England Patriots soll der 43-Jährige die Tampa Bay Buccaneers zum zweiten Titel nach 2003 führen. Zumindest mit Blick auf die Offense stehen die Chancen nicht schlecht. Brady lotste Tight End Rob Gronkowski nach einjähriger Auszeit nach Florida und hat in Mike Evans und Chris Godwin zwei hochkarätige Ballfänger vor sich. Godwin trat seine Rückennummer 12 an Brady ab und wird als Gegenleistung millimetergenaue Pässe erwarten.

Cam Newton: Der Nachfolger von Brady bei den Patriots ist das wohl spannendste Quarterback-Experiment der Saison. Einst Rookie des Jahres und später als wertvollster Spieler gefeiert, war der Weg zum Superstar für den extravaganten Newton geebnet. Doch der 31-Jährige erwies sich als zu verletzungsanfällig, die Carolina Panthers trennten sich von ihm nach acht Jahren ohne Titel. Für Patriots-Coach Bill Belichick ist Newton genau das richtige Projekt und mit einem Grundgehalt von nur 1,75 Millionen Dollar ein Schnäppchen. Vergangene Woche legte sich Belichick auf Newton als Starting Quarterback fest.

Aaron Rodgers und Drew Brees: Für die Altmeister ist mit Blick auf den Super Bowl so langsam die Jetzt-oder-nie-Zeit angebrochen. Am deutlichsten bekam das der 36-jährige Rodgers zu spüren. Im Draft überraschten seine Green Bay Packers damit, sich in der ersten Runde die Dienste von Nachwuchs-Quarterback Jordan Love zu sichern. Rodgers hatte sich statt eines neuen Konkurrenten einen Wide Receiver gewünscht und nahm die Wahl ziemlich verstimmt auf. Brees gilt auch aufgrund des Super-Bowl-Sieges 2010 noch immer als Heiliger von New Orleans. Doch der Saints-Spielmacher sorgte im Juni mit kontroversen Kommentaren zum Hymnen-Protest für einen Eklat und ist mit 41 Jahren im Spätherbst seiner Karriere.

Lamar Jackson: Der 23-Jährige ist eigentlich mit einem ähnlichen Talent wie Mahomes gesegnet, ihm mangelt es allerdings am Nervenkostüm. Zweimal gelang es Jackson nicht, mit den Baltimore Ravens ein Playoff-Spiel zu gewinnen. Mit seinem angestrebten ersten Sieg in der K.o.-Runde könnte es allerdings weit gehen auf dem Weg zum Titel - hoffen sie zumindest in Baltimore.

Jimmy Garoppolo: Der einstige Schattenmann von Tom Brady führte die San Francisco 49ers erstmals seit 2012 in den Super Bowl. Trotzdem muss sich der 28-Jährige beweisen, war er doch schon in der vergangenen Saison nicht unumstritten. Der Vorwurf: Er könne zwar ein Spiel gut managen, sei aber kein Unterschiedsspieler wie der im Super Bowl siegreiche Mahomes. In der Bay Area fragen sich die Fans, ob Garoppolo schon am Zenit und sein Jahresgehalt von garantierten fast 16 Millionen Dollar wert ist. Jimmy G. muss sich beweisen.

Colin Kaepernick: Nach dem Einlenken der Liga beim Thema Rassismus war der Weg für ein Comeback des mittlerweile 32-Jährigen eigentlich geebnet. Seit seinem Hymnenprotest 2016 galt Kaepernick als unerwünschte Person. Nun sprachen sich Liga-Boss Roger Goodell und selbst Präsident Donald Trump für ein Comeback aus. Doch daraus wurde nichts. Und die Karriere von Kaepernick dürfte definitiv zu Ende sein.

© dpa-infocom, dpa:200908-99-481432/5

Website der NFL

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Deutscher Sport in Sorge vor neuen Corona-Auflagen
Deutscher Sport in Sorge vor neuen Corona-Auflagen
«Wir hatten Real am Haken» - Gladbach verspielt 2:0-Führung
«Wir hatten Real am Haken» - Gladbach verspielt 2:0-Führung
Man United ohne Fans - RB selbstbewusst im Old Trafford
Man United ohne Fans - RB selbstbewusst im Old Trafford

Kommentare