Gastgeber schreibt Geschichte

Weltmeister! Spanien fertigt Dänemark ab

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Spanien krönt sein Wintermärchen mit dem Titelgewinn.

Barcelona, 27. Januar (SID) - Spaniens Handballer haben ihr Wintermärchen nach dem höchsten Sieg in einem WM-Finale aller Zeiten mit dem Titel gekrönt.

Die Mannschaft von Trainer Valero Rivera bezwang vor 16.500 Zuschauern in Barcelona Europameister Dänemark nach einer Gala-Vorstellung mit 35:19 (18:10) und setzte sich nach 2005 zum zweiten Mal die WM-Krone auf. Die schwachen Dänen verloren nach 1967 und 2011 auch ihr drittes WM-Endspiel und verpassten durch das Debakel den größten Erfolg ihrer Handball-Geschichte.

Vor den Augen der dänischen Kronprinzessin Mary und dem spanischen Kronprinzen Felipe war Joan Canellas mit sieben Toren bester Werfer der Iberer, die im Viertelfinale die deutsche Mannschaft aus dem Turnier geworfen hatten.

Bereits am Samstag hatte sich Kroatien durch einen 31:26 (14: 13)-Erfolg gegen Außenseiter Slowenien im kleinen Finale die Bronzemedaille gesichert. Im Halbfinale hatte der Weltmeister von 2003 gegen Dänemark verloren (24:30), das slowenische Überraschungsteam war Spanien unterlegen (22:26). Titelverteidiger Frankreich war bereits im Viertelfinale an Kroatien gescheitert (23: 30).

Die zehn besten ausländischen Handballer der Geschichte

Jackson Richardson war zu seiner aktiven Zeit ein überragender Techniker. Zu Beginn seiner Karriere machte er sich einen Namen als offensiver Deckungsspieler. Im Laufe der Jahre entwickelte er sich zum besten 1:1-Spieler der Welt. 1995 wurde er als Welthandballer ausgezeichnet. Außerdem erhielt er in seiner Heimat Frankreich den Titel als "Spieler des Jahrhunderts" und "Ritter der französischen Ehrenlegion". © dapd
Filip Jicha spielt seit 2007 beim THW Kiel. 2010 wurde er zum Welthandballer des Jahres gewählt. Außerdem wurde er 2009 und 2010 als Deutschlands Handballer des Jahres ausgezeichnet. Neben seiner überragenden Physis gilt er als kompletter Spieler, der sowohl in Abwehr als auch im Angriff zu den besten seiner Zunft gehört. © dapd
Nikola Karabatic ist für viele Experten der beste und kompletteste Handballer aller Zeiten. Der Franzose mit jugoslawischen Wurzeln hat bereits mit 25 Jahren alles gewonnen, was man im Welthandball erreichen kann. Er war u.a. Welthandballer 2007, Olympiasieger 2008 , Weltmeister (2009/2011), Europameister (2006/210), sowie mehrmaliger Deutscher und Französicher Meister. Schwächen gibt es bei ihm wenige. Er ist sowohl im Angriff als auch in der Abwehr flexibel einsetzbar und gilt als absoluter Führungsspieler. © dapd
Torwart Thierry Omeyer ist der Meister zwischen den Pfosten. Seine Paraden und seine Reaktionsschnelligkeit sind weltweit gefürchtet. Mit der französischen Nationalmannschaft war er Weltmeister, Europameister und Olympiasieger. 2008 wurde er zum Welthandballer gewählt. © dapd
Olafur Stefansson gewann in seiner Karriere bisher viermal die Champions League (2002 mit Magdeburg, 2006 und 2008-2009 mit BM Ciudad Real). Er führte die isländische Nationalmannschaft zu Olympiasilber 2008 und EM-Bronze 2010. In seinem Heimatland wird er als "lebende Legende" verehrt.  2008 wurde er mit dem isländischen Großritterkreuz ausgezeichnet. © dapd
Alexander Tutschkin ist untrennbar mit TuSEM Essen verbunden. Vor dem Fall des eisernen Vorhangs gewann er 1987, sowie 1989 und 1990 den Europapokal der Landesmeister. Dann wechselte er in die Bundesliga nach Essen und avancierte durch seine Wurfkraft zu einem der besten ausländischen Bundesliga-Handballer der Geschichte. Mit der russischen Nationalmannschaft wurde 1988 und 2000 Olympiasieger. © getty
Die IHF wählte den Schweden Magnus Wislander zum "Welthandballer des Jahrhunderts". Mit der Nationalmannschaft gewann der Welthandballer (1990) zweimal den Weltmeistertitel (1990/1999) und viermal die EM (1994/1998/2000/2002). Zu Beginn seiner Karriere spielte er hauptsächlich im Rückraum, vorwiegend als Spielmacher auf der Rückraum Mitte. Zum Ende seiner Karriere wechselte er auf die Kreis-Position. Auch dort verlörpterte er trotz hohen Alters absolute Weltklasse. In Schweden wurde er außerdem als Jahrhundertspieler ausgezeichnet. © dpa
Kyung-shin Yoon spielte insgesamt 12 Jahre in der deutschen Bundesliga und sicherte sich in dieser Zeit acht Mal die Krone des besten Torschützens (1997-2002, 2004, 2007). Obwohl ihm mit seinem Heimatland größere Titel versagt blieben, holte er auch bei Weltmeisterschaften zweimal die Trophäe als bester Torjäger (1995, 1997). Zu Beginn seiner Zeit in Deutschland wurde er beim VfL Gummersbach von Heiner Brand trainiert. Da er bei Besprechungen kein Wort verstand, aber stets teilnahmsvoll nickte, verpasste ihm Brand den Spitznamen "Nick". Mit 2.908 Toren ist er aktuell der Rekordhalter der ewigen Torschützenliste der Bundesliga. © dpa
Talant Dujshebaev wurde in seiner Karriere zweimal zum Welthandballer des Jahres gewählt (94/96). Er lief sowohl für die russische Nationalmannschaft auf (Olympiasieger 1992, Weltmeister 1993), als auch für die spanische Nationalmannschaft. Trotz seiner für einen Rückraumspieler geringen Körpergröße (1,83) galt er vor allem wegen seiner Übersicht und seiner verdeckten Würfe als unberechenbar. © dpa
Ivano Balic gilt als der beste Spielmacher aller Zeiten. Der Kroate war zweimal Welthandballer (2003 und 2006) und wurde sechsmal in Folge (2003-2007) zum wertvollsten Spieler bei Großereignissen gewählt. © dapd

Im ausverkauften Palau Sant Jordi erwischten die Spanier mit Kreisläufer Gedeon Guardiola von den Rhein-Neckar Löwen gegen die mit fünf Bundesliga-Legionären angetretenen Dänen einen Blitzstart und führten nach fünf Minuten mit 3:0. Dänemarks Trainer Ulrik Wilbek nahm eine Auszeit, doch seine Mannschaft agierte auch in der Folge übernervös und leistete sich zahlreiche technische Fehler. Zudem fand der Europameister kein Mittel gegen das spanische Abwehrbollwerk vor dem starken Torhüter Arpad Sterbik.

Zwar brachte der Flensburger WM-Torschützenkönig Anders Eggert die Dänen um Topstar Mikkel Hansen in der 17. Minute beim 7:8 auf einen Treffer heran, doch danach spielten sich die Gastgeber in einen Rausch. Der im Turnierverlauf zuvor enttäuschende spanische Rückraum traf wie er wollte, zudem kamen die Iberer immer wieder zu leichten Toren über Tempogegenstöße. Die Folge war eine beruhigende 16:9-Führung in der 27. Minute.

Auch nach dem Wechsel hatten die überlegenen Spanier das Geschehen klar im Griff und setzten sich schnell auf zehn Tore ab (21:11/34. Minute). Die spanischen Fans begannen frühzeitig mit den Siegesfeierlichkeiten auf den Tribünen, während sich die enttäuschende Vorstellung der Dänen fortsetzte. Von Danish Dynamite war nichts zu sehen. Spätestens beim 24:11 (38.) war die Entscheidung gefallen. Die dänischen Angriffsbemühungen wirkten hilf- und kraftlos.

sid

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