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Affenpocken: WHO mahnt nach erstem Fall bei Hunden zur Vorsicht – Impfung „kein Allheilmittel“

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Von: Patrick Huljina

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Die Zahl der Affenpocken-Fälle steigt weiter an. Inzwischen wurde auch die erste Infektion bei einem Hund gemeldet. Die WHO schätzte die Lage nun ein.

Genf - In der Fachzeitschrift The Lancet wurde in der vergangenen Woche über die vermeintlich erste Affenpocken-Infektion eines Hundes berichtet. Bei dem Fall handelt es sich um zwei in Paris lebende Männer und ihren Hund der Rasse Italienisches Windspiel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun Menschen mit einer Affenpocken-Infektion zur Vorsicht aufgerufen, um ihre Haustiere zu schützen. „Dies ist der erste gemeldete Fall einer Mensch-zu-Tier-Übertragung“, sagte die Affenpocken-Expertin der WHO, Rosamund Lewis, am Mittwoch (17. August) in Genf. „Wir glauben, dass es der erste Fall ist, in dem ein Hund infiziert wurde.“

Affenpocken: WHO mahnt nach erstem Fall bei Hunden zur Vorsicht – Haustiere aber „kein Risiko“

Experten seien sich des theoretischen Risikos bewusst gewesen, dass es eine derartige Übertragung geben könne. Öffentliche Gesundheitsbehörden würden Betroffene bereits darauf hinweisen, dass sie sich von ihren Haustieren fernhalten sollten, sagte Lewis. Wichtig sei im Infektionsfall auch das „Abfallmanagement“, um das Risiko zu verringern, dass sich Nagetiere und andere Tiere außerhalb des Haushalts mit dem Virus infizieren. Betroffene müssten darüber informiert werden, wie sie ihre Tiere schützen können und wie sie mit ihrem Abfall umgehen, „damit Tiere grundsätzlich nicht dem Affenpockenvirus ausgesetzt werden“.

Wenn Viren auf eine andere Spezies überspringen, besteht die Sorge, dass sie zu einer gefährlicheren Variante mutieren können. Die Sorge der WHO gilt jedoch vor allem Tieren, die nicht mit dem Menschen zusammenleben. Gefährlicher sei es dort, „wo ein Virus in eine kleine Säugetier-Population mit einer hohen Tierdichte eindringt“, sagte WHO-Notfalldirektor Michael Ryan. „Durch den Prozess, dass ein Tier das nächste und das nächste und das nächste ansteckt, kommt es zu einer schnellen Evolution des Virus“, erklärte er.

In Bezug auf Haustiere gebe es wenig Grund zur Besorgnis, sagte Ryan. Er gehe nicht davon aus, „dass sich das Virus bei einem einzelnen Hund schneller entwickelt als bei einem einzelnen Menschen“, sagte er. „Wir müssen zwar wachsam bleiben“, so Ryan, aber „Haustiere stellen kein Risiko dar“.

WHO: Affenpocken-Impfung „kein Allheilmittel“

Für Menschen gibt es inzwischen eine Affenpocken-Impfung. Diese ist laut WHO allerdings kein Allheilmittel. „Wir haben von Anfang an gewusst, dass dieser Impfstoff kein Allheilmittel sein würde, dass er nicht alle Erwartungen erfüllen würde, die in ihn gesetzt werden“, sagte Lewis. Das sei aber auch nicht zu erwarten gewesen. Impfdurchbrüche würden sowohl bei Menschen gemeldet, die nach einem möglichen Kontakt mit einem Infizierten geimpft wurden als auch bei jenen, die sich vorsorglich hatten impfen lassen.

Die Affenpocken-Expertin der WHO, Rosamund Lewis, äußerte sich am Mittwoch zur aktuellen Lage.
Die Affenpocken-Expertin der WHO, Rosamund Lewis, äußerte sich am Mittwoch zur aktuellen Lage. © Screenshot/YouTube/World Health Organization (WHO)

Lewis betonte, dass Geimpfte mindestens zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis warten müssen, damit der Stoff seine volle Wirksamkeit entfalten könne, ehe sie sich riskantem Verhalten aussetzen. Mehr als 90 Prozent der Affenpocken-Fälle werden bei Männern gemeldet, die häufigen Sex mit wechselnden Partnern haben. Sie rief diese Männer auf, die Zahl ihrer Sexualpartner zu reduzieren und Gruppensex zu vermeiden.

Der WHO wurden bis Mittwoch mehr als 35.000 Affenpocken-Nachweise aus 92 Ländern gemeldet. Zwölf Menschen kamen ums Leben. Innerhalb einer Woche waren es 7500 Fälle, 20 Prozent mehr als in der Vorwoche. In Deutschland wurden laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) bislang (Stand: 18. August) insgesamt 3242 Affenpocken-Fälle gemeldet.

Auch in München breiten sich die Affenpocken aus – ein Experte erklärt, wie man sich schützt und was bei einer Erkrankung zu tun ist. (ph/afp/dpa)

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