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Amoklauf in den USA: Drei Todesopfer - Bewaffneter Passant erschießt Todesschützen

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Von: Markus Hofstetter

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Schüsse in Einkaufszentrum in Indiana
Ein bewaffneter Passant erschießt einen Amokschützen, der in einem Einkaufszentrum in Greenwood/Indiana drei Menschen getötet hat. (Foto vom 18. Juli 2022) © Kelly Wilkinson/dpa/picture alliance

Ein bewaffneter Zivilist erschießt in den USA einen Amokläufer, der zuvor drei Menschen getötet hat. Die Polizei feiert ihn als „Helden“ und „barmherzigen Samariter“.

Greenwood/Indiana - Amokläufe mit Schusswaffen sind ein großes Problem in den USA. Das FBI zählte 2021 in dem Land insgesamt 61 sogenannte Mass Shootings, 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch 2022 setzt sich die Serie fort. So tötete am 24. Mai ein Amokschütze in Uvalde, Texas, 19 Kinder und zwei Lehrer. Am 4. Juli erschoss ein Mann bei Chicago bei einer Parade sieben Menschen und verletzte 35 weitere. Und das sind nur zwei Beispiele.

Bewaffneter Passant erschießt Amokschützen: Angreifer tötet drei Menschen

Die Antwort der Waffenlobby NRA auf diese Amokläufe sind noch mehr Waffen. Und die Organisation steht nicht allein mit dieser Ansicht da. Ex-Präsident Donald Trump sagte nach dem Amoklauf in Uvalde bei der NRA-Jahrestagung in Houston (Texas): „Die Existenz des Bösen ist einer der allerbesten Gründe, gesetzestreue Bürger zu bewaffnen.“

Nun scheint ein erneute tödliche Schusswaffenattacke am Sonntagabend (Ortszeit) diese Ansicht zu unterstützen. In einem Einkaufszentrum in Greenwood im US-Bundesstaat Indiana hat ein Mann im Gastronomiebereich das Feuer eröffnet und mindestens drei Menschen getötet. Drei weitere Personen wurden verletzt. Das erklärte der Bürgermeister der Stadt, Mark Myers, in einer Mitteilung. Der Angreifer sei von „einer bewaffneten Person“ erschossen worden, heißt es weiter.

Bewaffneter Passant erschießt Amokschützen: Polizei nennt ihn „barmherzigen Samariter“

Auch ein Vertreter der Polizei teilte mit, dass der mutmaßliche Schütze von einem bewaffneten Zivilisten getötet worden sei. Dabei handele es sich um einem 22 Jahre alten Mann, der ebenfalls in dem Einkaufszentrum gewesen sei und legal eine Waffe bei sich getragen habe. Dieser sei ein „barmherzigen Samariter“ und ein „Held“, so der Polizeivertreter. „Wir sind erschüttert über einen weiteren Vorfall dieser Art in unserem Land, in unserer Stadt“, sagte er weiter. In einer Mitteilung auf Facebook forderte die Polizei Zeugen des Angriffs auf, sich zu melden.

Bei dem mutmaßlichen Amokläufer handelt es sich um einen erwachsenen Mann. Sein Motiv sei unklar, heißt es weiter. Den Angaben zufolge hatte er weitere Munition dabei und man habe einen verdächtigen Rucksack gefunden.

Streit um Waffengesetze in den USA: Supreme Court weitet Waffenrecht aus

Angesichts der vielen Amokläufe und der vielen Toten durch Schießereien tobt in den USA eine Debatte um strengere Waffengesetze. In zahlreichen Bundesstaaten sind die Regelungen sehr lax. Erst vor kurzem hat der Supreme Court in den USA in einer Mehrheitsentscheidung das Waffenrecht sogar ausgeweitet

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