Norweger verhaftet

Brisante Wende in Entführungsfall: Spur führt zum Ehemann - Hat der Multimillionär seine Frau ermordet?

Verschwundene Milliardärsfrau in Norwegen
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Es gibt neue Hinweise zum Verschwinden der Milliardärsfrau Hagen in Norwegen.

Wende im Entführungsfall: Nach dem Verschwinden der Millionärsgattin Anne-Elisabeth Hagen im Jahr 2018 wurde ihr Ehemann Tom Hagen überraschend verhaftet. 

  • Ende 2018 sorgte die Entführung von Millionärsgattin Anne-Elisabeth Hagen für Aufsehen.
  • Nun wurde ihr Ehemann Tom Hagen, der zu den reichsten Norwegern zählt, überraschend verhaftet.
  • Die Polizei hält ihn für den Tatverdächtigen und geht von Mord aus.

Oslo - Anfang letzten Jahres machte die Entführung der norwegischen Millionärsgattin Anne-Elisabeth Hagen Schlagzeilen. Das Verschwinden der damals 68 Jahre alten Frau des Investors Tom Hagen, einem der reichsten Menschen Norwegens, scheint sich derzeit aufzuklären. Die Spur führt dabei überraschend zurück auf ihren Ehemann, der zum Zeitpunkt der angeblichen Entführung die Polizei verständigte.

Wende im Entführungsfall in Norwegen: Ermittler verhaften Ehemann Tom Hagen

Tom Hagen, dessen Vermögen laut Medienberichten 1,9 Milliarden norwegische Kronen, also umgerechnet etwa 170 Millionen Euro, betragen soll, wird nun mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Der 70-Jährige wird der Tötung oder der Beihilfe zur Tötung seiner Frau beschuldigt. Er wurde am Dienstag noch vor seinem Weg ins Büro verhaftet, als er um 8:30 Uhr das Haus verließ, wie die norwegische Zeitung Verdens Gang berichtete.

Kommissarin Ida Melby Øystese bestätigte dies bei einer Pressekonferenz. „Tom Hagen steht unter dringendem Tatverdacht. Der Verdacht hat sich mit der Zeit verstärkt. Die Verhaftung zeigt, dass wir in einer neuen Phase unserer Ermittlungen sind“, so Øystese.

Spektakulärer Fall in Norwegen: Ermittler hörten Multimillionär ab

Der SoKo-Leiter Tommy Brøske erzählte von den Verdachtsmomenten gegen den Ehemann. „Die Kommunikation, die angeblich zwischen Tom Hagen und den Entführern stattgefunden haben soll, verschwand, nachdem man einen Brief mit einer Forderung nach Lösegeld gefunden worden war. Wir sind der Auffassung, dass es keine Entführung gegeben hat und dass es deshalb auch keinen reellen Verhandlungspartner oder Kidnapper gegeben hat. Die ganze Sache ist davon geprägt, dass wir in die Irre geführt werden sollten. Es ist noch zu früh zu sagen, welche Rolle er gespielt hat. Unsere Nachforschungen richten sich nun gegen Tom Hagen.“ 

Bereits letzten Sommer soll verdeckt gegen Tom Hagen ermittelt worden sein. Laut Verdens Gang soll die Polizei seine Villa sowie seine Telefonate abgehört haben. Während der Zeit der Abhörmaßnahmen behauptete Tom Hagen, mit den Entführern gesprochen zu haben. Das Gegenteil konnte mit den Aufnahmen bewiesen werden.

Eine weitere wichtige Frage ist, ob Tom Hagen einen Komplizen hatte. Anne-Elisabeth Hagen führte am Tag der Tat um 9:14 nachweislich ein Telefonat, zu dieser Zeit war ihr Ehemann im Büro. Brøske schließt weitere Festnahmen nicht aus. Nun sei es wichtig, Anne-Elisabeth Hagen zu finden und die Rolle ihres Ehemanns zu verstehen.

Wende im Fall Hagen: Ermittler glauben nicht an eine Entführung

Erst einige Monate nach der Tat wurde die Öffentlichkeit damals über die Entführung der 68-Jährigen aus ihrer in Villa in Lørenskog nahe der Hauptstadt Oslo informiert. Am 31. Oktober 2018 war sie verschleppt worden, erst am 9. Januar wurde die Meldung allgemein bekannt, da alle Versuche, die Entführer zu kontaktieren, fehlschlugen. Die Polizei ermittelte weiter und kommunizierte bereits im Sommer, man sei nicht mehr auf der Suche nach einem Kidnapper, sondern wohl nach einem Mörder. Die Ermittler gingen vor einer bewusst als Entführung vertuschten Tötung aus. Vielen Hürden bei der Auszahlung der Lösegeldsumme machte die Ermittler zudem stutzig.

Bislang äußerte sich Tom Hagen nicht zu den Vorwürfen, auch sein Anwalt Svein Holden, der die Anklage gegen Massenmörder Anders Breivik leitete, verzichtete auf einen Kommentar zur Verhaftung. Hagen wird nun einem Haftrichter vorgeführt, die Staatsanwaltschaft beantragt vier Wochen Untersuchungshaft.

ajr

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