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Abgetrennter Kopf vor Bonner Landgericht: Urteil am Freitag

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Von: Benjamin Stroka

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Grausiger Fund: Im Juni lag vor dem Bonner Landgericht ein abgetrennter Kopf. Im Januar wird nun das Urteil gegen den 39-jährigen Mann fallen.

Update vom 20. Januar, 6:33 Uhr: Nachdem der Prozess gegen den Beschuldigten am 12. Dezember gestartet ist, soll nun am Freitag, 20. Januar 2023, ein Urteil fallen. Dem Angeklagten wird nicht nur die Störung der Totenruhe, sondern auch Verletzung des Pietätsgefühls von Passanten vorgeworfen. Der Staatsanwalt hat zweieinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung hat auf Freispruch plädiert.

Der 39-Jährige, der auf der Straße lebt und im Bonner Drogenmilieu verkehrte, soll den Kopf seines bereits gestorbenen Freundes mit einem Messer abgetrennt haben. Danach steckte er das Leichenteil laut Anklage in eine große Umhängetasche und ging damit zu Fuß zum Gerichtsgebäude, wo er den Kopf am Eingangsportal ablegte. Anschließend setzte er sich mit der Tasche auf die gegenüberliegende Straßenseite. Später führte er die Ermittler direkt zum Torso seines verstorbenen Freundes, der in der Nähe eines Biergartens in einem Schlafsack lag. Zu den Vorwürfen hat der Angeklagte im Prozess geschwiegen.

Abgetrennter Kopf vor Bonner Landgericht: Prozess am 12. Dezember

Erstmeldung: Bonn – Der Fall sorgte deutschlandweit für Aufsehen: Am 28. Juni 2022 wurde vor dem Bonner Landgericht ein abgetrennter menschlicher Kopf gefunden. Ein Mann wurde kurze Zeit später in der Nähe des Landgerichts in Bonn festgenommen. Am 12. Dezember beginnt der Prozess wegen Störung der Totenruhe gegen den Verdächtigen.

Die Polizei hat den Bereich vor dem Bonner Landgericht abgesperrt.
Nach dem Fund des menschlichen Kopfes hatte die Polizei den Bereich vor dem Bonner Landgericht abgesperrt. © Thomas Banneyer/dpa

Bonn: Mann soll Kopf eines Toten mit Messer abgetrennt und vor Landgericht abgelegt haben

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 38 Jahre alten Angeklagten vor, am Nachmittag des 28. Juni, den Kopf eines zuvor verstorbenen Mannes am Bonner Rheinufer mit einem Messer abgetrennt und dann am frühen Abend in einer Tüte zum Landgericht getragen, dort aus der Tüte genommen und vor dem Gerichtsgebäude abgelegt zu haben.

Passanten hatten damals die Polizei alarmiert und berichtet, dass ein menschlicher Kopf vor dem Landgericht an der Wilhelmstraße liege. Kurze Zeit später nahmen Polizisten einen 38-Jährigen in der Nähe des Landgerichts fest. Noch am selben Abend wurde im Bereich des Alten Zolls am Rhein in Bonn ein Leichnam gefunden. Der Fundort der Leiche liegt rund einen Kilometer vom Landgericht entfernt.

Abgetrennter Kopfes vor Bonner Landgericht: Prozess beginnt am 12. Dezember

Kurz darauf stellte sich heraus, dass es sich bei dem Toten um einen 44 Jahre alten Mann handelt. Eine Obduktion ergab, dass er nach einer schweren Erkrankung eines natürlichen Todes starb. Die Abtrennung des Kopfes war somit nicht die Todesursache. Die Polizei hatte zunächst wegen eines mutmaßlichen Tötungsdeliktes ermittelt.

Der Verdächtige hatte sich nach seiner Festnahme nicht zu den Vorwürfen geäußert, aber den Hinweis auf den Fundort des restlichen Körpers gegeben. Er ist aufgrund von Drogendelikten bereits polizeibekannt und soll aus dem Obdachlosenmilieu stammen. Auch der Tote soll aus der Obdachlosenszene stammen.

Der 38-Jährige wird laut Angaben des Gerichts wegen „Störung der Totenruhe in der Variante des Verübens beschimpfenden Unfugs am Körper eines verstorbenen Menschen“ angeklagt. Der Prozess beginnt am 12. Dezember (Montag). Bislang sind fünf Verhandlungstermine im Dezember und Januar angesetzt. (bs)

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