Neue RKI-Zahlen

Corona: Top Hotspots Deutschlands liegen in Bayern - mehrere Regionen melden volle Intensivstationen

Hof bleibt deutschlandweiter Corona-Hotspot. Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich bayernweit zu. Alle News im Ticker.

  • Die Sieben-Tage-Inzidenz* in Bayern ist gesunken, doch das RKI* warnt.
  • Kultusminister Michael Piazolo äußerte sich zu einem möglichem Aus für die Masken-Regel in Schulen (siehe Update vom 8. April, 12.33 Uhr).
  • In Städten und Regionen im Allgäu, Unterfranken, Nieder- und Oberbayern werden volle Intensivstationen gemeldet (siehe Update vom 9. April, 20.35 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie in Bayern wird regelmäßig aktualisiert.

Dieser Ticker ist beendet. Alle weiteren Infos rund um das Coronavirus in Bayern lesen Sie in unserem neuen Newsticker.

Update vom 9. April, 20.12 Uhr: Mehrere Regionen und Städte in Bayern melden volle Intensivstationen, berichtet der Bayerische Rundfunk. Im schwäbischen Kempten und in Memmingen sind bereits alle Betten belegt, Patienten werden nach Augsburg gebracht. Auch dort stehen allerdings nur noch 14 Betten zur Verfügung. Michael Beyer, ärztlicher Direktor des Klinikums Augsburg, sorgt sich auch um die Versorgung der „behandlungsbedürftigen Not- und Eilfälle“ jenseits von Corona.

„Die Kapazitäten zur Behandlung anderer Notfälle werden zunehmend eng“, schreibt auch das Klinikum Nürnberg. Kapazitätsengpässe auf den Intensivstationen melden außerdem Aschaffenburg, der Landkreis Miltenberg und der Landkreis Kitzingen - wegen Corona-Patienten und anderen Intensivpflichtigen. In Oberbayern sind die Intensivstationen der Kliniken in Erding, Fürstenfeldbruck und Dachau voll belegt, in Niederbayern die des Landkreises Landshut, wie das Divi-Zentralregister anzeigt. Aktuell würden 761 Corona-Patienten bayernweit in Krankenhäusern behandelt - und damit mehr als am Scheitelpunkt der ersten Welle, wo am 20.04.2020 noch 716 Patienten behandelt wurden.

Corona in Bayern: Region Hof meldet weiterhin höchste Inzidenzzahlen und bekommt AstraZenenca-Impfstoff

Update vom 9. April, 11.34 Uhr: Die Region Hof hat weiter die höchsten Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland. Das Robert Koch-Institut meldete für die Stadt Hof am Freitag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 571,7. Der Landkreis Hof folgt mit einem Wert von 451,5.

Stadt und Landkreis Hof erhalten nun zusätzlich 4000 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca. Dafür können sich von Freitag an alle Impfwilligen ab 18 Jahre unabhängig von Vorerkrankungen oder Beruf anmelden. Die Nachfrage sei so groß, dass der Server des Landkreises überlastet sei, sagte eine Sprecherin des Landkreises am Freitagvormittag.

Fast 20 Prozent der Menschen in Stadt und Landkreis Hof seien schon mindestens ein Mal gegen Corona geimpft worden, hatten Landrat Oliver Bär und Oberbürgermeisterin Eva Döhla am Donnerstag mitgeteilt.

Grenzstädte Ulm und Neu-Ulm mahnen einheitliche Corona-Regeln an

Die Grenzstädte Ulm und Neu-Ulm haben einheitliche Corona-Regeln angemahnt. Die Umsetzung der Regelungen aus zwei unterschiedlichen Landesverordnungen stelle beide Städte regelmäßig vor immense Herausforderungen. Das teilten die Oberbürgermeisterin von Neu-Ulm, Katrin Albsteiger (CSU), und ihr baden-württembergischer Kollege Gunter Czisch (CDU) am Freitag mit.

Mit Briefen haben sich die beiden jeweils an die Gesundheitsminister ihrer Länder gewandt. Sie fordern Manne Lucha und Klaus Holetschek auf, die Regeln auf beiden Seiten der Donau zu vereinheitlichen. „Für unsere Bürgerinnen und Bürger sind die unterschiedlichen Vorgaben schlicht nicht nachvollziehbar“, so Ulms OB Gunter Czisch. Für eine Akzeptanz der Maßnahmen müssten diese einheitlicher und nachvollziehbarer sein. So sprechen sich die Stadtoberhäupter etwa für eine Maskenpflicht in den Fußgängerzonen sowie eine generelle Ausgangssperre in den nächsten Wochen aus, „um dem nächtlichen Treiben wirksam zu begegnen“.

Die Länder Bayern und Baden-Württemberg sollten sich deshalb abstimmen, um gemeinsame Regeln in den beiden Städten schaffen zu können, fordern die beiden Politiker.

Corona in Bayern: Hof bleibt Spitzenreiter

Update vom 9. April, 7.10 Uhr: In Bayern wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden 4553 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz im Freistaat liegt nun bei 129 (RKI, Stand 3.08 Uhr). Das bedeutet einen enormen Sprung im Vergleich zum Vortag (119). Allerdings ist es möglich, dass in den Zahlen auch Nachmeldungen aus den Ostertagen einfließen.

Traurige Inzidenz-Spitzenreiter in Deutschland sind nach wie vor das Stadtgebiet von Hof mit einer Inzidenz von 571,7, der dazugehörige Landkreis folgt mit einer Inzidenz von 451,5 auf Platz zwei. Der Landkreis Kronach liegt auf dem vierten Rang. Dazwischen geschoben hat sich der thüringische Hotspot Greiz (346). Die niedrigste Inzidenz in Bayern weist derzeit der Landkreis Starnberg mit 71 auf, gefolgt vom Landkreis Miltenberg mit 71,5. Die Landeshauptstadt München liegt bei 95,5.

Update vom 8. April, 21.20 Uhr: Ab Montag gilt in Bayerns Schulen eine strenge Corona-Testpflicht. Nun fordern auch Wirtschafts- und Kulturverbände für die bayerische Landeshauptstadt eine kommunale Teststrategie. Dadurch sollen Geschäfte, Restaurants und Theater in der Pandemie wieder öffnen können. „Sobald es dauerhaft wärmer wird, werden die Bürger wieder zu vielen Tausenden den öffentlichen Raum nutzen, ob mit oder ohne Teststrategie“, argumentieren die Verbände am Donnerstag.

Corona in München: Verbände fordern Teststrategie für Öffnungen

Als eine der von der Landesregierung geplanten Modellstädte für vorsichtige Öffnungen kommt München wegen seiner Größe nicht infrage. Verbände, wie die Tourismus Initiative München, die Stadtinnenwirte oder der Handelsverband, fordern nun: Die Stadt sollte unabhängig davon ein Konzept für einheitliche und flächendeckenden Corona-Schnelltests entwickeln. Dafür müsse München unter anderem Teststationen aufbauen, kostenlose Corona-Tests ermöglichen und eine Koordinierungsstelle einrichten.

Update vom 8. April, 16.25 Uhr: Seit ein paar Tagen dürfen auch Hausärzte im Freistaat gegen das Coronavirus impfen. Geht es nach den Medizinern, sollen in bayerischen Praxen künftig alle Corona-Impfstoffe zur Verfügung stehen. „Je nach Indikation können wir unsere Patienten mit dem für sie geeigneten Impfstoff versorgen“, äußert sich Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, am Donnerstag zu diesem Thema.

Corona-Impfung in Bayern: Hausärzte fordern für Praxen alle Impfstoffe - nicht nur Biontech

Aus diesem Grund müssten alle zugelassenen Impfstoffe gerade in Hausarztpraxen verfügbar sein. Denn die Entscheidung, welcher Impfstoff verabreicht werde, sei eine medizinische. Nach Angaben des bayerischen Hausärzteverbandes stand für den Impfstart vor Ostern der Astrazeneca-Impfstoff zur Verfügung. Künftig sollen die Praxen eher mit Biontech beliefert werden. Doch Quitterer betont: Die Mitwirkungsbereitschaft der niedergelassenen Ärzte dürfe nicht durch ein Hin und Her bei den Impfstoffen, die den Praxen zur Verfügung gestellt werden, gefährdet werden.

Update vom 8. April, 13.57 Uhr: Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) möchte Schulkindern nach einem negativen Corona-Test Unterricht ohne Maske erlauben. In einigen Wochen solle es seiner Ansicht nach heißen: „negativ getestet heißt runter mit der Maske“, sagte er am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung mit der Initiative „Lasst uns öffnen“, die sich für Lockerungen der Corona-Maßnahmen einsetzt.

Corona in Bayern: Masken-Aus für Schulen? Aiwanger legt deutlich nach

Aiwanger verteidigte die Planung, Tests direkt in den Schulen abzunehmen. Wenn man sie die Eltern und Kinder zuhause machen lasse, müsse man bedenken, dass es auch 20 Prozent Kinder gebe, die ohne Frühstück in die Schule geschickt würden. Daher müsse man dann damit rechnen, dass ein zweistelliger Prozentsatz „ohne Test in der Schule aufschlägt“. Ein Test in der Schule berge zwar das Risiko, dass ein positiv getestetes Kind „mit hochrotem Kopf in der Klasse sitzt“, weil ihm das Ergebnis peinlich sei, dennoch glaube er, dass dies der richtige Weg sei. Ursprünglich seien die Freien Wähler zwar für Elterntests gewesen, hätten sich in der Koalition aber nicht durchsetzen können.

Update vom 8. April, 12.33 Uhr: Am Mittwoch verkündeten Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo eine generelle Testpflicht an Schulen. Diese soll ab kommendem Montag gelten und kam nicht bei allen gut an.* In der BR-Talkrunde „Jetzt red i“ verteidigte Piazolo am Abend aber die neue Maßnahme. Unter Aufsicht der Lehrkräfte müssen sich dann alle Schüler:Innen eigenständig testen. Auf die Frage, ob durch das Testen die Maskenpflicht im Klassenzimmer falle, stellte er klar: „Im Moment haben wir das nicht angefasst.“ Der Minister schloss aber nicht aus, dass die Maskenpflicht mit der Zeit fallen wird, wenn die Teststrategie funktioniere.

Corona in Bayern: Deutschlands Top 3 Super-Hotspots liegen im Freistaat - Zoff um Söders Schul-Entscheidung

Erstmeldung vom 8. April, 9.05 Uhr: München - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist erneut gesunken und liegt am Donnerstag bei 119,0. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (Stand 3.08 Uhr) hervor. Am Mittwoch lag sie noch bei 121. Das RKI* weist aber nach wie vor darauf hin, dass die aktuellen Corona*-Zahlen wegen der Osterfeiertage verzerrt sein könnten, da Menschen nicht zum Arzt gingen oder Ergebnisse später gemeldet werden.

Corona: Deutschlands drei größte Hotspots liegen in Bayern - Hof weiter Spitzenreiter

Mit der Stadt Aschaffenburg gibt es im Freistaat nun wieder einen Kreis unter der 50er-Inzidenz. 32 weitere liegen zwischen 50 und 100, 63 Landkreise und kreisfreien Städte über 100. Aus den RKI-Zahlen geht auch hervor, dass die drei Kreise beziehungsweise Städte mit der höchsten Inzidenz Deutschlands in Bayern liegen.

  • Platz 1: Stadt Hof - Inzidenz von 429,9
  • Platz 2: Landkreis Kronach - Inzidenz von 365,6
  • Platz 3: Landkreis Hof - Inzidenz von 337,5

Mit dem Landkreis Cham (278,9) auf Platz sechs befindet sich eine weitere bayerische Region in den Top 10. Die Sieben-Tage-Inzidenz München liegt derweil bei 87,4.

Corona-Lockdown in Bayern: Söder verkündet neue Regeln für den Freistaat

Am Mittwoch verkündete Markus Söder auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung: „Die Gefahr der dritten Welle bleibt.“ Die Belegung der Intensivbetten steige, außerdem erlebe man längere Krankheitsverläufe, warnte Bayerns Ministerpräsident* und stellte klar: „Es ist nicht die Zeit für unsichere Öffnungen und Experimente.“ Damit erteilte der CSU*-Chef geplanten Lockerungen eine Absage. Neuerungen verkündete Söder auch bei den Schulen - einen Überblick über die künftig geltenden Regeln im Freistaat finden Sie in unserer Übersicht.*

Die Reaktionen auf die angekündigte Testpflicht* an Schulen folgte prompt. Nicht nur die Pflicht zum Testen* wird dabei kritisiert, auch die Rückkehr nach Ostern in die Schulen halten manche für gänzlich falsch. Auch eine bayerische Lehrerin zog nach einem Jahr Corona Bilanz - auf Twitter fand Sie deutliche Worte, die sie direkt an Söder richtete.*(kam)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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