News-Ticker zur Pandemie

Corona-Ausbruch in Kita: Verdacht auf Delta-Variante - fast 200 Personen in Quarantäne

Die Gesundheitsminister beraten nächste Schritte - damit es bei der Beruhigung der Corona-Lage bleibt. Karl Lauterbach warnt währenddessen vor der Delta-Variante. Der News-Ticker.

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI)* meldet eine 7-Tage-Inzidenz* von 13,2.
  • Karl Lauterbach warnt währenddessen vor der Ausbreitung der Delta-Variante (siehe Update vom 16. Juni, 9.40 Uhr).
  • Die Impfstoff-Lieferungen vom Hersteller Biontech werden im Juli deutlich reduziert (siehe Update vom 16. Juni, 10.50 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland* wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 16. Juni, 15.58 Uhr: Die als hoch ansteckend geltende Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Baden-Württemberg aus. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes in Stuttgart gab es in den vergangenen zwei Wochen einen leichten Anstieg der Delta-Variante. Aktuell habe sie einen Anteil an den Virus-Varianten von 2,73 Prozent, teilte Gottfried Roller, Leiter des Landesgesundheitsamtes, am Mittwoch mit. „Das ist noch moderat, jedoch gehen wir derzeit davon aus, dass der Anteil noch steigen wird“, fügte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hinzu. Deshalb sei es auch weiterhin wichtig, sich an die geltenden Corona-Regeln zu halten.

Im Zusammenhang mit der Delta-Variante wurde außerdem bekannt, dass sich seit Dienstag alle etwa 150 Kinder sowie 45 Mitarbeiter einer Kita in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) in Quarantäne begeben haben. Wie eine Sprecherin des Landkreises mitteilte, waren zwei Gruppen der Kita nach ersten positiven Tests bereits seit 7. Juni in Quarantäne. Weil zunächst unklar war, ob womöglich Infektionen mit der Delta-Variante vorliegen, seien damals die Mädchen und Jungen sowie einige ihrer Familienmitglieder in Quarantäne gegangen. Mittlerweile liegt ein Verdacht auf die Delta-Variante vor. Zudem wurden weitere Infektionen registriert.

Nun gibt es Berichte über Fälle an einer Hamburger Grundschule*, wie 24hamburg* berichtet.

Corona in Deutschland: Auch Johnson & Johnson kann Lieferversprechen nicht einhalten

Update vom 16. Juni, 14.15 Uhr: Die Impfkampagne in Deutschland hatte in den vergangenen Wochen zunächst an Fahrt aufgenommen, doch am Mittwoch folgte eine Hiobsbotschaft, was die Impfstoff-Lieferungen des Herstellers Biontech angeht (siehe Update vom 16. Juni, 10.50 Uhr). Nun kann offenbar auch der US-Hersteller Johnson & Johnson nach Angaben der EU-Kommission sein Lieferziel für Corona-Impfstoff bis Ende Juni nicht einhalten.

Die den EU-Staaten zugesagte Menge von 55 Millionen Dosen im zweiten Quartal werde nicht erreicht, sagte ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel. Wie viel geliefert werde, könne er noch nicht sagen. Der Sprecher bekräftigte aber das Ziel, bis Ende Juli insgesamt genug Corona-Impfstoff verschiedener Hersteller zu haben, damit 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft werden können.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist wichtig für die europäische Impfkampagne, weil anders als bei anderen Vakzinen eine Dosis für den vollen Impfschutz ausreicht. Sehr seltene Thrombosefälle bei Geimpften hatten kritische Fragen aufgeworfen, doch hat der Impfstoff weiter die uneingeschränkte Zulassung durch die EU-Arzneimittelagentur EMA.

Corona-Müdigkeit in Deutschland: Junge Menschen schauen oftmals optimistisch in die Zukunft

Update vom 16. Juni, 12.50 Uhr: Trotz aller Belastungen in der Pandemie und der verbreiteten Corona-Müdigkeit blicken fast zwei Drittel der jungen Menschen in Europa optimistisch in die Zukunft. Die aktuelle Gefühlslage beschrieb allerdings jeder zweite Befragte eher als negativ - nämlich mit „müde“, „unsicher“, „genervt“ oder „gestresst“, wie die am Mittwoch vorgestellte Jugendstudie der Tui-Stiftung ergab. 52 Prozent sagten, ihre Lebenssituation habe sich verschlechtert, in Deutschland waren es 46 Prozent. Fast vier von zehn Menschen zwischen 16 und 26 verloren demnach in den vergangenen Monaten den Job oder verdienten weniger - in Deutschland waren es 29 Prozent, in Griechenland 58 Prozent.

Am belastendsten empfanden 72 Prozent der jungen Menschen das fehlende öffentliche und soziale Leben - wegen Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Geschäften, Cafès und Sportvereinen. Wie im Vorjahr hielten sich die jungen Erwachsenen nach eigenen Angaben aber überwiegend an die Corona-Regeln. Nur knapp ein Fünftel (19 Prozent) der Befragten gab an, Maßnahmen und Empfehlungen zu ignorieren.

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov im April 2021 mehr als 6200 junge Menschen in Deutschland,
Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Polen. Allein in Deutschland waren es 1004.

Corona-Impfstoffe in Deutschland - Nächste Hiobsbotschaft folgt

Update vom 16. Juni, 10.50 Uhr: Der Impfstoffhersteller Biontech wird seine Impfstofflieferungen für Deutschland im Juli deutlich reduzieren. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz bestätigt, die per Videokonferenz tagt. Eine Reduzierung der Biontech-Lieferungen war für das dritte Quartal bereits vor längerer Zeit angekündigt worden, allerdings nur ein leichter Rückgang.

Das Bundesministerium prognostiziert nun für die erste volle Juliwoche (KW 27) 3,2 Millionen Biontech-Dosen - nach 5,7 Millionen für die letzte Juniwoche. Einem Bericht des Magazins Business Insider zufolge soll die Impfstoffmenge in der zweiten Juliwoche auf drei Millionen Dosen reduziert werden. Im Internet nennt das Bundesministerium für die zweite bis vierte Juliwoche diese Zahl auch offiziell, allerdings in Klammern gesetzt.

Lauterbach zeichnet Delta-Szenario für Deutschland: „Ich bin ganz sicher“

Update vom 16. Juni, 9.40 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie scheint sich in Deutschland endlich zu entspannen, seit Wochen meldet das RKI rückläufige Infektionszahlen. Doch die Gefahr durch die weitere Ausbreitung der neu entdeckten Mutationen könnte Deutschland und Europa auch im Herbst noch einmal auf eine Probe stellen. Das zumindest befürchtet SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Wie Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung rbb Spezial erklärte, rechne er damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird: „Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden“. Bisher tritt die aus Indien stammende Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. „Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.“

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. „Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.“

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt weiter - Gesundheitsminister beraten über Impfung und Delta-Mutante

Ursprungsmeldung: Berlin - Aktuell ein Wert von 13,2: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken. Das RKI meldete am Mittwochmorgen ferner 1455 Neuansteckungen sowie 137 Todesfälle an oder mit Covid-19 binnen eines Tages. Vor einer Woche lag die Inzidenz bei 21.

An diesem Mittwoch beraten Gesundheitsminister von Bund und Ländern über die Zukunft der regionalen Impfzentren. Mehrere Länder wollen die Einrichtungen länger als bisher geplant weiterführen, wie eine Umfrage der dpa ergab. Der Bund müsse die Finanzierung bis Ende des Jahres sicherstellen, forderte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz und bayerische Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) im Vorfeld in München.

Corona in Deutschland: Kanzlerin Merkel ermahnt beim Thema Auffrischimpfung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach der Ministerpräsidentenkonferenz vergangene Woche gesagt, die Gesundheitsminister sollten darüber beraten, inwiefern die Impfzentren der Länder in gewissem Umfang erhalten bleiben sollen - auch mit Blick auf mögliche Auffrischungsimpfungen im Herbst.

Bundesgesundheitsminister beraten - Spahn und Holetschek in München erwartet

Von der Gewerkschaft Verdi organisierte Proteste sollen am Mittag vor den Gesundheitsministerien der Landeshauptstädte stattfinden. Auf dem Max-Joseph-Platz in München werden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Holetschek erwartet. Die Proteste richten sich gegen die angespannte Arbeitssituation vieler Beschäftigter in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

Auf Vorschlag von Niedersachsen und der Bundesregierung sollen sich die Minister auch mit der Frage beschäftigen, ob wegen der um sich greifenden, noch ansteckenderen und wohl auch gefährlicheren Delta-Variante neue Reisebeschränkungen im Sommer gelten sollen.*Merkur.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/pa/dpa

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