News-Ticker zur Pandemie

Kanzleramts-Chef Braun und Kretschmer fordern Lockdown - Lindner: „Viele Maßnahmen noch nicht ausgeschöpft“

Neben vielen Länderchefs fordert jetzt auch Kanzleramtsminister Helge Braun einen Lockdown und setzt damit der Ampel-Regierung die Pistole an die Brust. Der News-Ticker.

  • Kanzleramtschef Braun fordert Winter-Lockdown (Update vom 25. November, 21.25 Uhr)
  • Bild-Informationen: „Flächendeckender Lockdown“ unvermeidbar (Update vom 25. November, 20.15 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Krise in Deutschland wird nicht mehr aktualisiert. Alle weiteren Informationen finden Sie in unserem aktuellen Corona-News-Ticker.

Update vom 25. November, 21.25 Uhr: Der Streit um einen Winter-Lockdown scheint sich weiter zuzuspitzen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) der neuen Ampel-Koalition mit einem solchen gedroht haben: „Entweder macht die Ampel ein Gesetz oder wir brauchen eine MPK (Ministerpräsidentenkonferenz; Anm. d. Red.), die eine klare Notbremse beschließt.“

Der künftige Kanzler Olaf Scholz soll sich gegen einen Lockdown ausgesprochen haben, heißt es in dem Bericht. Christian Lindner (FDP) erklärte gegenüber der Zeitung, dass „viele Maßnahmen noch nicht ausgeschöpft“ seien. Dazu würden Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und Einschränkung von Freizeitveranstaltungen zählen. „Dies sollte nun dringend erfolgen“, befindet Lindner.

Update vom 25. November, 21.10 Uhr: Die EU-Kommission denkt über eine Anpassung der Gültigkeitsdauer der EU-Impfzertifikate nach. Ab der vollständigen Impfung sollen die Zertifikate neun Monate gültig sein, bevor eine Auffrischungsimpfung notwendig werde. Das erklärte die Vizepräsidentin Vera Jourova.

Die EU hofft dafür auf eine einheitliche Regelung innerhalb ihrer Grenzen, die EU-Länder sollten nun „unverzüglich“ alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit sich alle Menschen eine Booster-Impfung bekommen können, betonte EU-Justizkommissar Didier Reynders. Vorab müssen sich die EU-Länder nun beraten und eine gemeinsame Position verabschieden.

Bild-Informationen: „Flächendeckender Lockdown“ kaum zu vermeiden

Update vom 25. November, 20.15 Uhr: Eigentlich hatte die Bundesregierung versprochen, keine Lockdowns mehr zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einzusetzen. Laut Informationen der Bild wackelt dieses Versprechen nun. Die Zeitung will aus internen Gesprächen zwischen Kanzleramtschef Helge Braun (49, CDU) und den Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer erfahren haben, dass mehrere Vertreter der Länder erklärten, man werde um einen „flächendeckenden Lockdown“ nicht herumkommen.

Der Grund ist überraschend: Es soll um die 2G-Regelung gehen. Genesene und Geimpfte sollen nahezu ohne Beschränkungen in Restaurants und Kultureinrichtungen kommen, was Virologen wie Alexander Kekulé von der Uni Halle kritisieren: „Die Impfstoffe sind nicht sicher genug, um 2G- oder 3G-Veranstaltungen ohne Maske, ohne Abstand, ohne Test und vor allem ohne Obergrenze zu bewältigen.“ Es gebe deshalb „eine massive Welle unter den Geimpften“. Das 2G-Modell sei für ihn „Teil des Problems“. Zu diesem Schluss soll nun auch die Politik gekommen sein: Es soll große Bedenken gegen 2G geben.

Impfpflicht: Robert Habeck spricht sich dafür aus

Update vom 25. November, 19.10 Uhr: Robert Habeck, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, hat sich im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung für eine Impfpflicht ausgesprochen. Er akzeptiere die freie Entscheidung eines jeden, sich nicht impfen zu lassen, betonte der 52-Jährige. „Aber auf Dauer hält eine Gesellschaft nicht aus, dass wir wegen 25 Prozent der Bevölkerung immer wieder in einen Lockdown kommen. Da geht das Allgemeinwohl vor.“ Gleichzeitig zeigte Habeck auf, dass eine solche Pflicht schwer durchzusetzen sei, Rechtsfragen und Umsetzung müssten vorher durchdacht werden.

Die generelle Diskussion helfe allerdings nicht, die vierte Welle zu brechen, argumentierte Habeck, man müsse den Fokus viel mehr auf Boostern, 2G und 2G plus in weiten Bereichen, 3G-Regeln am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln und die erweiterte Testpflicht legen. „Wenn das nicht gelingt, wird man schleunigst verschärfen müssen. Dann reden wir nicht mehr über differenzierte Kontaktbeschränkungen, sondern über pauschale Maßnahmen“, unterstrich der ehemalige Umweltminister von Schleswig-Holstein.

Neue Corona-Variante in Südafrika entdeckt

Update vom 25. November, 17.50 Uhr: Neue Forschungsergebnisse aus Südafrika sorgen derzeit für große Sorge. Wie die AFP berichtet, hätten Wissenschaftler eine neue Variante des Coronavirus* entdeckt. Demnach weise sie eine „sehr hohe Anzahl von Mutationen“ auf.

Dies sei besonders bedenklich, schildert der Virologe Tulio de Oliveira, da die Wirksamkeit der Impfungen gegen diese neue Variante noch unklar sei. Auch der südafrikanische Gesundheitsminister scheint alarmiert und bezeichnet die Entwicklung als „ernsthaft besorgniserregend.“ Näheres zur Variante und zu ihren Verbreitungsmöglichkeiten müssten die Forschenden jedoch erst noch herausfinden.

Angela Merkel: Härte Maßnahmen müssen getroffen werden

Update vom 25. November, 17.40 Uhr: Die Ministerpräsidenten fordern eine vorgezogene Bund-Länder-Konferenz noch vor dem 9. Dezember. Auch Noch-Kanzlerin Angela Merkel plädierte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem polnischen Präsidenten Morawiecki für härtere Maßnahmen. „Hier zählt jeder Tag“, so die Kanzlerin in Hinblick auf in anderen Ländern beschlossene Kontaktbeschränkungen.

Den geplanten Corona-Krisenstab der Ampel-Koalition unter der Führung von Olaf Scholz begrüßte die CDU-Politikerin und kündigte einen fließenden Übergang zwischen ihrer Regierung und der neuen Koalition an. Auch der bayrische Regierungschef Markus Söder drängt auf eine vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz. „Jede Möglichkeit, die derzeitige Krisenlage zu verbessern, muss genutzt werden“, so der 54-Jährige gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Corona in Deutschland: Impftempo nimmt Fahrt auf

Update vom 25. November, 14.09 Uhr: Das Impftempo nimmt wieder deutlich Fahrt auf. Wieder mehr als 100.000 Erstimpfungen wurden am Mittwoch verabreicht, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Lagebericht mitteilt. 101.338 Menschen in Deutschland haben sich demnach für eine erste Corona-Impfdosis entschieden. Zum Vergleich: 92.388 Erstimpfungen wurden am Dienstag (23. November) verabreicht. Vergangenen Donnerstag (18. November) waren es 72.256 Erstimpfungen.

Die Zahl der verabreichten Impfdosen ist am Mittwoch mit 795.386 - auf den Tageshöchstwert seit dem 14. Juli - (979.018 Impfdosen) gestiegen.

EMA lässt Biontech-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren zu

Update vom 25. November, 12.50 Uhr: Viele Eltern haben lange darauf gewartet. Jetzt hat die europäische Arzneimittelbehörde EMA den Weg frei für Impfungen für Kinder ab fünf Jahren gemacht. Der zuständige EMA-Ausschuss empfiehlt eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Hier lesen Sie mehr dazu.

Kölner Karneval - Festkomitee schließt Verschiebung aus

Update vom 25. November, 12.30 Uhr: Die Corona-Pandemie sorgt in Deutschland für volle Intensivstationen, am Donnerstag, 25. November 2021, wurde die Marke von 100.000 Todesfällen in Deutschland überschritten. Die Stadt Köln sieht währenddessen eine mögliche Verschiebung des Rosenmontagszuges wie in Düsseldorf nach eigenen Angaben „sehr kritisch“. „Karneval kann man nicht einfach an einem beliebigen Datum feiern“, teilte ein Stadtsprecher auf Anfrage der dpa mit. „Zumal für eine Großstadt wie Köln ein Rosenmontagszug mit Tribünen und allem, was dazugehört, an einem Frühlings- oder Sommerwochenende kaum durchführbar ist.“

Die Stadt sei in engem Austausch mit dem Festkomitee Kölner Karneval. „Beide blicken mit großer Verantwortung auf die kommende Session und haben dabei stets die aktuelle Pandemie-Lage im Blick“, erklärte der Sprecher. Das Comitee Düsseldorfer Carneval hatte am Mittwochabend angekündigt, den Rosenmontagszug wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr vom
28. Februar auf den 8. Mai zu verschieben. Am Donnerstag wollten Vertreter der rheinischen Karnevalshochburgen und der Staatskanzlei über das weitere Vorgehen beraten.

Wird der Kölner Karneval erneut ausfallen? (Symbolbild)

Corona: Erster Landeschef bringt Lockdown für ganz Deutschland ins Spiel

Update vom 25. November, 9.30 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen und steigen seit Wochen drastisch an, das RKI und viele Experten warnen vor einem möglicherweise dramatischen Winter. Während die Intensivstationen vielerorts bereits von schwer erkrankten Covid-19-Patienten geflutet werden, werden die Stimmen nach einem kompletten Lockdown immer lauter. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt einen solchen Lockdown noch vor Weihnachten nicht mehr aus.

Corona in Sachsen - Erstes Bundesland mit Inzidenz von über 1000

Sachsen ist bereits seit Wochen das bundesweite Sorgenkind in der Corona-Pandemie, am Donnerstag stieg der Inzidenzwert erstmals über die traurige Marke von 1.000 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 419,7. „Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten“, sagte der CDU-Politiker der Sächsischen Zeitung am Donnerstag. Wenn es in der kommenden Woche nicht einen positiven Effekt gebe, „müssen wir diese Diskussion führen“.

Kretschmer geht zudem davon aus, dass die Betten-Auslastung mit Covid-19-Patienten in den nächsten Wochen dramatisch steigen werde. „Wir bereiten jetzt die Verlegung von Patienten in andere Bundesländer vor. Noch gibt es diese Möglichkeit. Das werden wir nutzen, auch um Vorsorge zu betreiben. Die laufende Entwicklung können wir kaum noch beeinflussen.“

Corona: Todeszahlen steigen auf mehr als 100.000 - Schlimme Triage-Befürchtungen für Ungeimpfte

Update vom 25. November, 06.07 Uhr: 351 weitere Fälle binnen 24 Stunden: Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland ist nach RKI-Angaben (Stand: Donnerstagmorgen) damit auf 100.119 gestiegen. Auch die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erhöhte sich erneut und liegt jetzt bei 419,7. Binnen eines Tages wurden 75.961 Neuinfektionen mit dem Erreger registriert.

100.000 Menschen sind in Deutschland in weniger als zwei Jahren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben, das entspricht der Einwohnerzahl von Städten wie Cottbus, Kaiserslautern oder Siegen. Mehr als 5,5 Millionen Menschen in bundesweit infizierten sich laut RKI bisher mit dem Coronavirus.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben.

Update vom 24. November, 22.10 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat bei „Maischberger - Die Woche“ (ARD) einen flächendeckenden Corona-Lockdown in Deutschland nicht kategorisch ausgeschlossen.

„Wenn wir sehen, dass diese Maßnahmen nicht reichen, wird auch diese Regierung kein Mittel ausschließen“, meinte der 43-Jährige in der Sendung und wollte sich letztlich nicht festlegen. Wegen der hohen Infektionszahlen in der vierten Welle hat die künftige Ampel-Koalition unter Vorsitz der Sozialdemokraten angekündigt, schon bald einen dauerhaften Corona-Krisenstab im Berliner Kanzleramt einzurichten.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Christian Lindner (FDP) deutet „Kontaktbeschränkungen“ an

Update vom 24. November, 21.15 Uhr: Am Abend hat der künftige Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP)* über die Corona-Politik in Deutschland in den kommenden Wochen gesprochen. Auch er stellte Deutschland auf eine erneut schwierige Zeit in der Coronavirus-Pandemie ein.

„Ich bin der geselligste Mensch, aber wir müssen unsere Kontakte reduzieren“, sagte Lindner im ZDF und schloss „regional scharfe Kontaktbeschränkungen bei hohen Inzidenzen“ nicht aus. „Wir werden aber nicht zu einem kompletten Stillstand kommen“, meinte er mit Blick auf den Begriff Lockdown.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Sachsen fällt kurz vor Triage harte Entscheidung

Update vom 24. November, 19.20 Uhr: „Dresden ist dicht!“ Mit diesen Worten beschrieb der Präsident der sächsischen Ärztekammer, Eric Bodendiek, die Lage auf den Intensivstationen der Landeshauptstadt mit ihren rund 560.000 Einwohnern.

Sachsen bereitet sich in vielen Kliniken nun auf die sogenannte Triage vor. Heißt: Die Ärzte müssen aller Voraussicht nach schon bald entscheiden, welcher Corona-Patient an ein Beatmungsgerät kommt - und welcher nicht. „Wer das bessere Überleben oder die bessere Aussicht auf Erfolg der Behandlung hat, der kommt dann an das Beatmungsgerät; und der andere wird dann nicht beatmet“, zitiert FOCUS Online den Palliativarzt. Und die habe der, der bereits geimpft sei. Das sei eindeutig, wird Bodendiek vom Nachrichtenportal weiter zitiert: „Der Ungeimpfte hat auf alle Fälle, wenn er an die extrakorporale Beatmung muss, die sogenannte ECMO, eine sehr schlechte Überlebenschance.“

Dass die Triage kommt, wird im Freistaat, wo die Intensivstationen voll laufen, seit Tagen erwartet. „Ich habe mit Kollegen gesprochen, die sagen, dass sie wahrscheinlich schon Ende dieser, Anfang nächster Woche mit der Triage beginnen müssen. Das heißt: Wenn zwei, drei Patienten da sind, die an einen Behandlungsplatz oder ein Beatmungsgerät müssen, aber nur noch ein Bett frei ist, müssen die Ärzte entscheiden. Der Patient mit den besten Überlebenschancen bekommt das Bett“, hatte Bodendiek bereits Anfang der Woche im Gespräch mit ZEIT Online erklärt: „Das betrifft vordergründig Intensivbetten. Dort braucht es auch am meisten Personal. Die Betreuung von Intensivpatienten ist besonders anspruchsvoll. Betten und Maschinen haben wir ausreichend. Aber es fehlt an Personal.“

Dresden: Eine Fachärztin versorgt auf der Covid-19-Intensivstation im Städtischen Klinikum einen Corona-Patienten.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Besucher-Stopp in immer mehr Kliniken

Update vom 24. November, 18.15 Uhr: Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen im Südwesten verhängen immer mehr Krankenhäuser einen Besuchsstopp. Nach Häusern in Mannheim, Ludwigsburg und im Kreis Reutlingen kündigte auch das Universitätsklinikum in Freiburg an, mit dieser Maßnahme das Risiko von eingetragenen Infektionen ins Klinikum auf ein Minimum verringern zu wollen. Das Verbot gelte für die Standorte Freiburg und Bad Krozingen.

Es gebe aber auch hier Ausnahmen, etwa bei Geburten oder wenn Kinder im Krankenhaus liegen. Auch wenn Patienten auf der Intensivstation oder im Sterben liegen, dürfen Angehörige sie besuchen. Die Besucher müssen entweder geimpft, genesen oder getestet sein.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Ampel-Parteien wollen Corona-Krisenstab im Kanzleramt

Update vom 24. November, 17.30 Uhr: Eifrig wird in diesen Tagen der Corona-Pandemie erneut das Thema Lockdown diskutiert. Woanders werden Fakten geschaffen. So ist Österreich seit Montag in einem dreiwöchigen Lockdown (bis 13. Dezember). Nun hat die slowakische Regierung hat einen landesweiten Lockdown für zwei Wochen ab Donnerstag beschlossen. Das gab Vize Regierungschef Richard Sulik nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch bekannt. Entgegen früheren Plänen gebe es dabei keine Ausnahmeregeln für Menschen, die gegen Covid-19 geimpft sind, sagte der Minister der Nachrichtenagentur TASR. Die Slowakei hat am Mittwoch zum ersten Mal die Marke von mehr als 10.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen an einem Tag überschritten. Insgesamt meldeten die Gesundheitsbehörden in Bratislava 10.315 neue Fälle in dem 5,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Staat - in Deutschland würde das im Verhältnis mehr als 150.000 Neuinfektionen entsprechen.

Update vom 24. November, 16.50 Uhr: Die Ampel-Parteien wollen im Kanzleramt möglichst schnell einen Krisenstab zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einrichten* - „gerne auch bevor die neue Regierung ins Amt gekommen ist“, wie der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch sagte. So könne „ein guter Übergang stattfinden“. Die Lage müsse „tagtäglich“ beobachtet werden, um schnell reagieren zu können.

Corona in Deutschland: Covid-19-Patienten aus Baden-Württemberg müssen verlegt werden

Update vom 24. November, 13.40 Uhr: Erstmals seit Beginn der Pandemie sollen Covid-19-Patienten außerhalb von Baden Württemberg versorgt werden. Dabei handele es sich um je drei Kranke aus Karlsruhe und Pforzheim, die mehrheitlich beatmet werden, sagte der Koordinator der Corona-Intensivversorgung im Südwesten, Götz Geldner, der Deutschen Presse Agentur am Mittwoch. „Unter Umständen könnte die Verlegung noch in dieser Woche passieren“, fügte der Ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH Kliniken hinzu.

Die Anfrage für die benötigten Intensivbetten sei an die Länder Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz gestellt worden, die mit Baden-Württemberg das sogenannte Kleeblatt Südwest bilden.

Corona in Deutschland: 14 Patienten aus Thüringer Kliniken müssen verlegt werden

Update vom 24. November, 13.00 Uhr: Wegen der angespannten Situation in Thüringer Kliniken müssen nach Angaben von Landesgesundheitsministerin Heike Werner (Linke) in den kommenden Tagen 14 Patienten in norddeutsche Krankenhäuser verlegt werden. „Weitere werden folgen“, sagte Werner am Mittwoch in einer Landtagsdebatte zur Corona-Pandemie. „Ich hoffe, dass die Krankenhäuser in den anderen Ländern, wahrscheinlich in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, in der Lage sind und bleiben werden, uns diese Patientinnen und Patienten abzunehmen.“

Der Thüringer Intensivkoordinator Michael Bauer meldete entsprechende Verlegungsanfragen in die vier Bundesländer an, nachdem am Dienstagabend formal das sogenannte Kleeblatt-Verfahren aktiviert wurde, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Erfurt mitteilte.

Zahlreiche Krankenhäuser in Deutschland sind ausgelastet. Vor allem die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich vielerorts zu. (Archivfoto)

Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler warnt vor fünfter Welle

Update vom 24. November, 12.45 Uhr: Während Deutschland mit der vierten Corona-Welle kämpft und sich vielerorts die Intensivstationen füllen, warnt RKI-Chef Lothar Wieler bereits vor einer möglichen fünften Welle.

Dramatische Klinik-Situation: 80 Patienten werden verlegt - Impfungen nehmen Fahrt auf

Update vom 24. November, 11.25 Uhr: Um Engpässe in der intensivmedizinischen Behandlung zu vermeiden, sollen bis zum Wochenende mehrere etwa 80 Patienten aus den stark von Corona betroffenen Regionen im Osten und in Bayern in andere Teile Deutschlands verlegt werden. Wie der Vorsitzende des Arbeitskreises der Innenministerkonferenz für Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung, Hermann Schröder, auf Anfrage der dpa mitteilte, wurden über das sogenannte Kleeblatt-Verfahren am Mittwoch Anträge auf bundesweite Verlegung für insgesamt rund 80 Patienten aus Bayern und dem Kleeblatt-Ost geprüft.

Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin gehören zum Kleeblatt-Ost. Der aktuell ebenfalls stark von Corona betroffene Freistaat Bayern bildet alleine das Kleeblatt-Süd. Unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder im Frühjahr 2020 ein Konzept für die bundesweite Verlegung von Patienten entwickelt. Im September vergangenen Jahres wurde das sogenannte Kleeblattkonzept dann durch die Innen- und Gesundheitsminister beschlossen. Es sieht vor, dass zunächst innerhalb der fünf Regionen - West, Nord, Ost, Süd, Südwest - verlegt wird.

Es ist das erste Mal seit Beginn der vierten Corona-Welle, dass bundesweite Verlegungen über das Kleeblatt-Verfahren organisiert
werden. Für den Transport der Patienten werden auch Rettungshubschrauber genutzt.

Update vom 24. November, 11.15 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen weiter an, in Sachsen ist von einer drohenden Triage die Rede. Doch wer bekommt in so einem Fall die notwendige Behandlung?

Corona in Deutschland: Impfkampagne zieht erstmals seit September wieder an

Update vom 24. November, 11.10 Uhr: Die Impfkampagne in Deutschland nimmt wieder Schwung auf: Am Dienstag, 23. November, haben so viele Menschen eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten wie zuletzt vor zwei Monaten. 84.478 Menschen in Deutschland ließen sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts erstmalig gegen das Virus impfen (Stand Mittwoch, 10.43 Uhr). Zuletzt wurde ein ähnlich hoher Wert am 23. September erreicht.

Am Dienstag wurden außerdem gut 56.000 Zweit- und knapp eine halbe Million Booster-Impfungen verabreicht. Insgesamt sind damit 68,1 Prozent der Deutschen - 56,6 Millionen - vollständig gegen Corona geimpft. 58,8 Millionen (70,7 Prozent) haben eine Erstimpfung bekommen. 6,6 Millionen Menschen haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten. Insgesamt wurden 638.109 Impfungen verabreicht - so viele wie zuletzt am 28. Juli (693.714).

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut Rekord-Zahlen

Update vom 24. November, 6.20 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland weiter an, erneut meldete das RKI einen neuen Höchststand. Zudem knackte die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit erstmals den Wert von über 400.

Den Inzidenz-Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche gab das Institut mit 404,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 399,8 gelegen, vor einer Woche bei 319,5 (Vormonat: 106,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 66.884 Corona-Neuinfektionen - im Vergleich zu 52.826 Ansteckungen vor genau einer Woche.

Und auch die Zahl der Todesfälle steigt weiter an. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden
335 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 294 Todesfälle gewesen. Bei der Zahl der in Kliniken aufgenommen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner ermittelte das RKI ebenfalls einen stark ansteigenden Wert. Die Zahl gab das RKI am Dienstag mit 5,60 an (Montag: 5,28). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der
Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Booster-Brandbrief der Kassen-Ärzte an Spahn: „aus medizinischer Sicht nicht erforderlich“

Update vom 23. November, 22.40 Uhr: In einem Brandbrief hat sich die Kassenärztliche Vereinigung an Gesundheitsminister Spahn gewandt. Sie fordern die Priorisierung der Booster-Impfungen für Menschen über 60 Jahren und Vorerkrankte: Es sei „unerlässlich, dass eine Booster-Impfung jetzt vordringlich bei den besonders gefährdeten Gruppen erfolgen sollte“, schreibt die Vereinigung in dem Brief, der Bild.de vorliegt.

Da die Booster-Impfung bei Menschen, die nicht zu dieser Gruppe gehören „aus medizinischer Sicht nicht erforderlich“ ist, rate man davon ab. Die über 60-Jährigen seien die Altersgruppe, die die meisten Impfdurchbrüche, Klinikeinweisungen und Todesfälle trotz Impfschutz zu beklagen hat. Laut den Kassenärzten liegt die Booster-Quote bei den Ü60-Jährigen lediglich bei 16 Prozent. Mithilfe einer Priorisierung wäre laut den Medizinern aber ein Wert von 25 Prozent möglich.

Corona in Deutschland: Kassenärtzliche Vereinigung fordert Booster-Priorisierung

Erstmeldung vom 23. November:
München - Die Lage ist ernst, die Zahlen sind besorgniserregend hoch. Bereits am Montag hatte die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel* in einer Besprechung des CDU-Vorsitzes* von einer „hochdramatischen Situation“ gesprochen, „die alles übertreffen wird, was wir bisher hatten“. Selbst die Einführung der flächendeckenden 2G-Regelungen seien kaum noch ausreichend.

Neue Corona-Regeln in Deutschland: Lage ist ernst

Am Mittwoch (24. November) treten die beim Bund-Länder-Gipfel vergangenen Donnerstag* beschlossenen Maßnahmen in Kraft. Bundesweit gelten ab Mittwoch fast flächendeckend 2G-Regelungen im Freizeitbereich. Auch im Einzelhandel des nicht täglichen Bedarfs gilt vielerorts 2G. Bars und Clubs müssen schließen, in den Bundesländern in denen sie offen bleiben dürfen, müssen sich Besucher an die 2G-Plus-Regelungen halten.

Die Gastronomie bekommt eine Sperrstunde ab 22 Uhr. In Baden-Württemberg befinden sich Ungeimpfte im Lockdown - sie dürfen die Wohnung nur noch aus einem triftigen Grund verlassen. Zudem werden beispielsweise in Sachsen und Thüringen die Weihnachtsmärkte komplett abgesagt. In bayerischen Regionen, die als Hotspots gelten - also eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 Neuinfektionen überschreiten - müssen Gastronomie, Hotels, Sport- und Kulturstätten schließen.

Corona-Regeln in Deutschland: Wo gilt 2G, wo 3G?

Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts* scheinen diese Maßnahmen mehr als nur zu rechtfertigen. Denn die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 399,8 Neuinfektionen und einer bundesweiten Hospitalisierungsrate von 5,6 Einlieferungen von Covid-Patienten pro 100.000 Einwohner (Stand: 23.11., 20.00 Uhr). Obwohl sich beide Werte zum Vortrag minimal verbessert haben, ist die Lage immer noch äußerst besorgniserregend. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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