„Für einen tollen Sommer“

Digitaler Corona-Impfpass startet in Deutschland

Seine Immunisierung gegen Corona auf dem Smartphone nachweisen - das soll auch hierzulande ab dem 10. Juni gehen. Zudem wird damit das Reisen in der EU bequemer.

Update vom 9. Juni, 20.04 Uhr: Bereits am Donnerstag soll der digitale Corona-Impfpass in Deutschland Premiere feiern - wir haben für Sie die Antworten auf die drängendsten Fragen zum neuen virtuellen Dokument aufgelistet:

Wie schnell ist der digitale Impfpass anwendbar?

Technisch funktioniert das EU-Gateway bereits. Europaweit soll die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten allerdings erst am 1. Juli an den Start gehen. Länder, die startklar sind, können aber auch schon früher loslegen. Zum weiteren Vorgehen in Deutschland will sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in der Bundespressekonferenz äußern. Auch in acht weiteren Mitgliedstaaten werde das EU-Impfzertifikat bereits ausgestellt, sagte ein Kommissionssprecher. Neben Deutschland sind dies Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Kroatien, Litauen, Polen, Spanien und Tschechien.

Wie kommt man in Bayern an ein Impfzertifikat?

Wer sich in einem bayerischen Impfzentrum gegen Corona impfen lässt, erhält meist neben dem Stempel im Impfheft einen Nachweis auf Papier, auf dem sich auch ein QR-Code befindet. Damit hält man laut bayerischem Gesundheitsministerium bereits ein gültiges digitales Impfzertifikat in Händen. Demnach könnte man diesen QR-Code in der CovPass-App oder auch in der Corona-Warn-App einlesen, um das Zertifikat auf dem Smartphone zu nutzen, erklärte das bayerische Ministerium gestern auf Nachfrage. Testversuche unserer Zeitung, den QR-Code in die Corona-Warn-App einzulesen, verliefen allerdings erfolglos. Ein mit dem Projekt vertrauter Experte geht davon aus, dass der QR-Code womöglich zuerst in der CovPass-App eingelesen werden muss, die derzeit vom Bund ausgerollt wird. Erst den darin generierten neuen QR-Code könne wohl auch die Corona-Warn-App erkennen. Das Ministerium war gestern für Rückfragen nicht mehr zu erreichen.

Ab Montag soll es zudem die Möglichkeit geben, sich den Nachweis in Apotheken ausstellen zu lassen. Welche Apotheken das anbieten, soll in den kommenden Tagen auf www.mein-apothekenmanager.de einsehbar sein. Wann auch Arztpraxen digitale Impfnachweise ausstellen, konnte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns gestern noch nicht beantworten. Auch in Bayern wird gerade noch an Lösungen für die Übermittlung der digitalen Nachweise gearbeitet, heißt es aus dem Ministerium.

Was ist, wenn man das Smartphone oder das Zertifikat verliert?

Ein zentrales Impfregister gibt es nicht. In einer App hinterlegte Zertifikate werden nur auf einem Smartphone gespeichert. Auch digitale Impfnachweise von Kindern oder Partnern können zusammen auf einem Smartphone gespeichert werden. Wer es allerdings verliert, muss erneut seinen QR-Code in die App einlesen. Diesen sicher abzulegen, ist also ratsam. „Wie alle wichtigen Dokumente, sollte man, wie auch den gelben Impfpass, den digitalen Impfnachweis sorgsam aufbewahren“, sagt der bayerische Ministeriumssprecher. Ein Verfahren zum nachträglichen Download sei aber geplant. Und auch das gelbe Impfheft gilt weiterhin.

Digitaler Impfpass ab Donnerstag: Corona-Dokument in Kürze als App verfügbar

Update vom 9. Juni, 15.35 Uhr: Jetzt doch schon mehrere Tage früher: Der digitale Impfnachweis (siehe Erstmeldung) soll statt Montag bereits am Donnerstag (10. Juni) in Deutschland eingeführt werden. Das sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

„Der digitale Impfpass wird jetzt Schritt für Schritt ausgerollt und in den Apps verfügbar sein“, fügte er hinzu. Minister Jens Spahn (CDU) werde die Details am Donnerstag in einer Pressekonferenz erläutern.

Corona in Deutschland: Start für digitalen Impfnachweis rückt näher

Unsere Erstmeldung vom 9. Juni: Berlin - Der digitale Corona-Impfnachweis geht am Montag (14. Juni) in Deutschland an den Start. Dann kann man sich eine vollständige Impfung* digital dokumentieren lassen - und sich das Reisen innerhalb der EU erleichtern. Das geht auch nachträglich, bei Ärzten oder in vielen Apotheken.

Der Deutsche Apothekerverband hat sich dabei als Helfer in Stellung gebracht. Er hat die Webseite „Mein Apothekenmanager“ entwickelt, die per Postleitzahlensuche die Apotheken in der Nähe auflistet, die ein digitales Impfzertifikat ausstellen. Dieses kann dann bei Reisen kontrolliert werden.

Der digitale Impfnachweis soll künftig auch in der offiziellen Corona-Warn-App des RKI angezeigt werden können. Menschen in Deutschland, die keine Tracing-App für die Anzeige eines digitalen Impfnachweises verwenden möchten, können auf die Smartphone-App „CovPass“ ausweichen, die keine Kontaktverfolgungsfunktion hat. Laut Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU*) soll „CovPass“ schon zuvor in den App-Stores für Smartphones zur Verfügung stehen.

Corona: EU-Parlament bringt EU-weites digitales Impfzertifikat auf den Weg

Überdies hat das EU-Parlament an diesem Mittwoch grünes Licht für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gegeben. Mit ihm soll man Impfungen, Tests* und überstandene Covid-19*-Erkrankungen nachweisen können. Nun müssen noch die Mitgliedstaaten dem ausgehandelten Kompromiss abschließend zustimmen - bis Ende der Woche. Am 1. Juli soll die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten dann europaweit starten.

„Dieses Zertifikat ist ein wichtiger Bestandteil für einen tollen Sommer“, erklärte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. „Wir können damit sicherstellen, dass die Reisewelle nicht wie im letzten Jahr eine neue Infektionswelle auslöst.“

Mehr als eine Million EU-Bürger Union verfügen laut Kommission bereits über ein digitales Impfzertifikat. Aktuell erstellen die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene jeweils Lösungen, die dann über die EU-Plattform zusammengeschaltet werden. Bei Inhabern des Zertifikats sollen die Mitgliedstaaten von Quarantäne- und Testpflichten absehen, sofern dies die epidemiologische Lage* erlaubt. (frs mit Material von AFP und dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa

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