News-Ticker aus Deutschland

Merkels Corona-Szenario übertroffen: Höchststand von fast 20.000 Neuinfektionen - RKI ändert Strategie entscheidend

Deutschland befindet sich im Corona-Lockdown-Light. Experten schlagen erneut Alarm - es müssten sich nun alle an die Regeln halten. Die Neuinfektionen sind auf Rekord-Niveau.

  • Coronavirus*-Pandemie in Deutschland: Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen ist bundesweit ein Lockdown Light* in Kraft getreten.
  • Covid-19*: Zwischen Ärzten und Virologen ist ein Streit über den Sinn des Corona-Lockdowns* entbrannt. Bürgermeister aus Baden-Württemberg begehren auf und schreiben einen Protest-Brief.
  • Außenminister Heiko Maas muss zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit in Quarantäne (Update vom 4. November, 19.40 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird laufend aktualisiert.

+++ Wir beenden diesen Ticker. Alle weiteren Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Deutschland lesen Sie in diesem News-Ticker. +++

Update vom 5. November, 15.51 Uhr: Trotz Lockdown steigen in Bayern die Corona-Fallzahlen weiter. Ministerpräsident Söder fordert ein „faires Schuljahr“. Schulen und Kitas sollen weiter offen bleiben.

Update vom 5. November, 12.49 Uhr: Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland ist momentan sehr dynamisch. Die Zahl der Neuinfektionen ist auf Höchststand (siehe Update vom 5. November, 6.45 Uhr). Auf der Intensivstation liegen laut dem DIVI-Intensivregister momentan 2.658 Covid-19-Patienten, davon müssen 1.423 künstlich beatmet werden. Aktuell sind demnach 6.951 Intensivbetten frei.

Doch es gibt Hinweise auf eine Trendwende. Auch, wenn sich die wohl erst viel später auf den Intensivstationen zeigen wird. Die Reproduktionszahl - kurz R-Werte - liegt bei 0,81, so das RKI. Und dieser Wert habe in den letzten Tagen abgenommen. Seit Anfang Oktober hat der Wert „stabil deutlich über 1“ gelegen, ist im RKI-Covid-19-Lagebericht zu lesen.

R-Wert bei 1 - das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, eine weitere Person ansteckt, erklärt das RKI. Da die Zahl der infizierten Personen derzeit in Deutschland sehr hoch sei, bedeutet dies weiterhin eine hohe Zahl von täglichen Neuerkrankungen. Liegt der R-Wert längere Zeit unter dem kritischen Wert 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Am Anfang der Corona-Pandemie stand der R-Wert im Fokus.

RKI-Corona-Labore kommen mit den Tests nicht mehr hinterher

Update vom 5. November, 10.09 Uhr: Die Corona-Test-Labore in Deutschland kommen an ihre Grenzen. Abstrichproben für einen PCR-Test* können nicht zeitnah bearbeitet werden, oder müssen aus überlasteten Laboren weiterverschickt werden, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) im aktuellen Lagebericht (4. November). So meldeten bereits 69 Labore einen Rückstau von insgesamt 98.931 abzuarbeitenden Proben an. 55 Labore nannten laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien, hierbei vermehrt PCR-Reagenzien, Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen

Der Rückstau in Corona-Laboren hat Folgen: Betroffene Personen müssen auf ihre Testergebnisse warten und auch die Gesundheitsämter würden mit Verzug informiert werden.

Täglich sind in Deutschland 289.310 Corona-Tests möglich, schätzt das RKI. Theoretisch könnten nach Berechnung des RKI in der 45. Kalenderwoche (2. bis 8. November) 1.900.642 Corona-Tests durchgeführt werden. Eine Abfrage der Labore habe eine reale Testkapazität von 1.596.042 ergeben.

Der Einsatz der Corona-Tests müsse auch mit Blick auf die Wintermonate priorisiert werden, so das RKI. Wenn, die Erkältungszeit beginnt, sei wöchentlich mit bis zu 2,5 bis 3 Millionen Personen in den Arztpraxen zu rechnen, die Husten, Schnupfen oder Fieber haben. Dem stünden die aktuellen Testkapazitäten gegenüber. Deswegen sei ein gezieltes Testen notwendig und damit die Teststrategie zu ändern. Für den kommenden Herbst und Winter sei es nicht vorgesehen alle Personen, die nur einen Schnupfen oder Halsschmerzen haben auf eine Sars-CoV-2-Infektion zu testen, so das RKI. Die geänderten Testkriterien sollen vor allem verwundbare (vulnerable) Personen oder Gruppen schützen und eine Verbreitung des Coronavirus eindämmen. Wer wird jetzt auf Corona getestet? Lesen Sie hier mehr zur neuen RKI-Corona-Teststrategie.

Corona-Tests in Deutschland - Größerer Anteil positiv

Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (26. Oktober bis 1. November) laut RKI etwa 7,3 Prozent der Tests an - der höchste Wert seit der ersten Aprilhälfte. In Kalenderwoche 35 (24. bis 30. August) waren es noch rund 0,7 Prozent.

KW 2020Anzahl der Testspositiv getestetPositivenquote (%)
44 Kalenderwoche1.567.083 113.8227,26
35 Kalenderwoche1.120.8838.3230,74

Dritter Corona-Lockdown in Deutschland? So bewerten Virologen und Experten die Lage

Update vom 5. November, 9.55 Uhr: Die aktuellen Corona-Maßnahmen - der sogenannte Lockdown-Light - sollen das Infektionsgeschehen in Deutschland bremsen. Ob das funktioniert, wird sich bis Ende November zeigen. Doch, wie geht es dann in der Corona-Pandemie weiter? Verbreitet sich das Coronavirus nach den Lockerungen wieder schnell. Virologen haben sich mit dem Szenario eines dritten Lockdown befasst. Die Experten bewerten die Lage unterschiedlich.

Corona in Deutschland: Neuer Höchstwert - RKI meldet fast 20.000 Neuinfektionen

Update vom 5. November, 6.45 Uhr: Deutschland verzeichnet erneut einen Neuinfektions-Rekordwert: Fast 20.000 Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus* innerhalb von 24 Stunden. Die genaue Zahl betrug nach Angaben des RKI* vom Donnerstagmorgen 19.990 Fälle (Vortag: 17. 214). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 118 auf insgesamt 10.930.

Corona in Deutschland: RKI-Fallzahlen (Datenstand: 5. November, 0 Uhr)

Coronavirus-Infektionen in Deutschlandbisher 597.583
Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-210.930
aktive Corona-Fälle195.053

Der bisherige Höchstwert in Deutschland seit Beginn der Pandemie hatte bei 19.059 Fällen gelegen und war am vergangenen Samstag vom RKI bekanntgegeben worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU*) hatte im September mit einer Corona-Prognose von mehr als 19.000 Neuinfektionen pro Tag an Weihnachten für Aufsehen erregt. Olaf Gersemann, Ressortleiter bei der Zeitung Die Welt bezog sich jetzt darauf in einem Tweet:

Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland damit 597.583 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg dem RKI zufolge nun auf 10.930 - dies waren 118 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag demnach bei etwa 391.600.

Ein Ordnungsamt-Mitarbeiter patrouilliert in einer Fußgängerzone in NRW.

Corona in Deutschland: RKI korrigiert erste Zahlen-Meldung deutlich nach oben - Außenminister Maas in Quarantäne

Update vom 4. November, 19:40 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas ist erneut in Quarantäne. Erst vor fünf Wochen hat der SPD-Politiker seine erste Isolation beendet, jetzt trifft es ihn schon wieder. Am Montagabend hatte Maas bei einem Treffen Kontakt zu einem Corona-Infizierten. Bei dem Treffen wurden nach offiziellen Angaben die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten. Ein erster Corona-Test am 4. November war negativ. Dennoch isoliert sich Maas zum wiederholten Male in Brandenburg.

Das Dashboard des Robert-Koch-Instituts ist jetzt wieder online und zeigt die aktuellen Covid-19-Fälle in Deutschland sowie alle weiteren Statistiken rund um den deutschen Raum. Seit dem Beginn der Störung finden sich kein Update zu Corona-Zahlen auf der Seite des RKI.

Corona in Deutschland: Robert-Koch-Institut hat weiterhin mit technischen Problemen zu kämpfen

Update vom 4. November, 17:58 Uhr: Heute hatte das RKI am Vormittag die Zahlen der neuen Corona-Fälle noch einmal nach oben auf 17.214 Neuinfektionen korrigiert. Zudem erschien eine Störung, dass die Website des Robert-Koch-Instituts bis 13 Uhr nicht angezeigt werden könne.

Aktuell ist das Dashboard mit den bundesweit übermittelten Corona-Fällen nach wie vor nicht verfügbar. Die Internetseite des Institus zeigt lediglich die beiden Reiter „Landkreise“ und „Bundesländer“ an sowie weiterhin eine Störung. Unter der Störung sind die aktuellen Neuinfektionen sowie die Gesamtzahl aller Fälle in Deutschland aufgelistet. Zusätzlich verspricht das RKI: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung.“

Corona in Deutschland: Bund verspricht Hilfe bei Kapazitätsengpässen

Update vom 4. November, 17.16 Uhr: Wegen aktueller oder drohender Engpässe beim Kampf gegen die Corona-Pandemie liegen dem Robert Koch-Institut (RKI) derzeit 41 Meldungen von Gesundheitsämtern vor. Dabei geht es in 34 Fällen darum, dass Infektionsschutzmaßnahmen nicht mehr voll vorgenommen werden können, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. In sieben Fällen wurde gemeldet, dass dies in den nächsten Tagen nicht mehr sichergestellt werden könne.

Der Bund bietet bei Kapazitätsengpässen etwa beim Nachverfolgen von Kontaktpersonen infizierter Menschen Unterstützung an. Neben Helfern des RKI sind derzeit 5350 Soldaten etwa in Gesundheitsämtern oder bei Tests im Einsatz. Der bundesweite Teil-Lockdown mit zahlreichen Schließungen im November zielt ebenfalls darauf, dass die rund 375 Gesundheitsämter die Lage wieder besser unter Kontrolle bekommen.

Corona in Deutschland: Risikogruppen sollen in Bremen kostenlose FFP2-Masken erhalten

Update vom 4. November, 16.29 Uhr: Zum besseren Schutz vor dem Coronavirus sollen Risikogruppen im Bundesland Bremen von Mitte November an kostenlose FFP2-Masken erhalten. „Gedacht sind die Masken für ältere Bürgerinnen und Bürger, also ab 65 Jahre aufwärts, und für Menschen mit Vorerkrankungen“, sagte der Sprecher des Senats, Christian Dohle, am Mittwoch der dpa. „Wir wollen den bürokratischen Aufwand dabei so gering wie möglich halten. Erforderlich sind kein Attest und kein Rezept. Es reicht, den Anspruch glaubhaft vorzutragen“, erklärte Dohle.

Update vom 4. November, 14.13 Uhr: Am Mittwochmorgen vermeldete das RKI 151 neue Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages. Laut eines Rechenmodells von Forschern des Max-Planck-Instituts wird sich dieser Trend in den kommenden Wochen fortsetzen - auch mit dem neuen Lockdown.

Corona in Deutschland: Kinder wohl keine „Virenschleudern“

Update vom 4. November, 13.40 Uhr: Um das Thema Corona und Kinder gibt und gab es viele Diskussionen. Zu Beginn der Corona-Pandemie galten Kinder gar als „Virenschleudern“. Das Corona-Ansteckungsrisiko in Kitas scheint einer neuen Studie zufolge minimal zu sein, teilt die Nachrichtenagentur AFP mit.

Die meisten Infektionskrankheiten verbreiten sich schnell in Kitas - „ausgerechnet bei Sars-CoV-2 scheint das aber nicht so zu sein“, sagte die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek der Zeit. Die Wochenzeitung berichtet am Mittwoch vorab über eine Untersuchung eines Teams um Ciesek.

Corona in Deutschland: Verblüffende Studie zu Corona-Risiko in Kitas

Von mehr als 800 untersuchten Kita-Kindern in Hessen habe sich in zwölf Wochen kein einziges mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kinder ansteckten, „scheint also extrem gering zu sein“, sagte Ciesek der Zeitung. Die Forscher untersuchten ab Mitte Juni zwölf Wochen lang die Abstriche von 825 Kindern und 372 Mitarbeiterinnen an Kindertagesstätten. Positiv getestet wurden in dieser Zeit zwei Erzieherinnen, aber keine Kinder.

Update vom 4. November, 12.37 Uhr: In Düsseldorf (NRW) gilt ab Mittwoch eine Maskenpflicht. Bei Verstößen drohen bis zu 25.000 Euro Strafe. Die Corona-Fallzahlen sind in ganz NRW extrem hoch. Die Situation spiegelt sich jetzt in den Krankenhäusern wider. Im Kreis Gütersloh war am Montag zwischenzeitlich die „Belastungsgrenze“ in den vier Kliniken erreicht.

Corona in Deutschland - RKI meldet Datenprobleme

Update vom 4. November, 9.36 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) die Corona-Fallzahlen Mittwochfrüh aktualisiert (Datenstand: 4. November, 0 Uhr) und deutlich nach oben korrigiert. In den vergangenen 24 Stunden sind demnach von den Gesundheitsämtern 17.214 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden (siehe auch Update 4. November, 7.12 Uhr). Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus stieg nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa um 151 auf insgesamt 10.812.

Auf dem RKI-Corona-Dashboard läuft momentan noch ein Datenupload, wie auf einem Hinweis der Webseite zu lesen ist. Bis 13 Uhr sollen die Daten vollständig sein. Dann würden auch die Werte und Grafiken wieder korrekt dargestellt.

Corona in Deutschland: RKI meldet aktualisierte Fallzahlen

17. 214 Corona-Infektionen innerhalb 24 Stunden
Bisher haben sich 577.593 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.
10.812 Todesfälle wurden bisher in Deutschland verzeichnet.
Das RKI schätzt, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Update vom 4. November, 7.12 Uhr: Nach einer Datenverzögerung gibt es vom Robert-Koch-Institut (RKI) die aktuellen Corona-Fallzahlen am Mittwochmorgen. Demnach wurden 16.498 neue Corona-Infektionen (Vortag: 15.352) und 143 Todesfälle (Vortag: 131) in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Momentan gibt es demnach in Deutschland etwa 178.218 aktive Corona-Fälle. Ob diese Fallzahlen auf vollständigen Daten beruhen steht zunächst allerdings nicht fest. Eine Bestätigung des RKI steht noch aus.

Corona in Deutschland: RKI meldet wohl unvollständige Corona-Fallzahlen

Update vom 4. November, 6.23 Uhr: Mittwochfrüh liegen noch keine aktuellen Corona-Fallzahlen auf dem Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) vor. „Aufgrund von Verzögerungen in den Datenaktualisierungen kann es zu Varianzen in den einzelnen Grafiken kommen. Wir bitten um Verständnis“, heißt es in einem Hinweis auf der Webseite. Schon vergangene Woche ist es zu einer technischen Panne bei der Datenübertragung gekommen.

Nach dem Datenstand der Johns-Hopkins-University (JUH) vom 4. November (5.24 Uhr) sind bisher 577.131 Corona-Infektionen in Deutschland und 10.717 Todesfälle registriert worden. 373.391 Menschen haben Covid-19 überstanden.

Corona in Deutschland: Infektionsschutzgesetz soll geändert werden

Update vom 3. November, 20.29 Uhr: Der Nachrichtenagentur AFP zufolge haben sich Union und SPD auf eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes geeinigt. So sollen die Corona-Einschränkungen künftig gerichtsfester werden. Richter hatten angezweifelt, dass das bestehende Gesetz die Eingriffe in die Grundrechte rechtfertigt. Auch sollen nach vorangegangener Kritik, die Bundestags und Länderparlamente bei den Corona-Beschlüssen besser einbezogen werden.

Auch in der Bundespressekonferenz am Dienstag erläuterte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU*), es sollten konkrete Maßnahmen im Infektionsschutzgesetz benannt werden. Es gehe darum, sehr allgemeine Formulierungen für die Pandemie zu konkretisieren, sagte SPD*-Fraktionschef Rolf Mützenich am Dienstag in Berlin. Konkret geht es um einen neuen Paragraphen im Gesetzesentwurf, dem Paragraf 28a. Er trägt den Titel  „Besondere Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Sars-CoV-2“ und enthält 15 Unterpunkte zu den Maßnahmen der Corona-Bekämpfung. Sie sollen ganz genau beschreiben, was Bundesregierung und Länder festlegen dürfen. „Die Anordnung der Schutzmaßnahmen muss ihrerseits verhältnismäßig sein“, heißt es laut AFP weiter. 

Coronavirus in Deutschland: Neues Infektionsschutzgesetz soll Maßnahmen absichern

Bereits am Freitag soll der Entwurf im Bundestag in erster Lesung beraten werden. Mitte November könnte er dann verabschiedet werden. Bundesregierung und Ministerpräsidenten müssen außerdem noch einige Details zu den jüngsten Beschlüssen ausarbeiten. So sollte laut CSU*-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt bei Schließungen in der Gastronomie aber auch in anderen Bereichen die Erstattung von 75 Prozent des November-Umsatzes von 2019 möglichst unbürokratisch und schnell erfolgen, so die dpa.

Am Dienstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI)* 15 352 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Am vorherigen Dienstag war die Zahl noch bei 11 409 gelegen. Daten und Zahlen zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland finden sie bei uns*. (vs)

Update vom 3. November, 14.10 Uhr: Die Pressekonferenz ist nun beendet. Da haben sich Spahn und die Experten aber eine Menge Zeit genommen und viele Fragen beantwortet.

Update vom 3. November, 14.05 Uhr: Zum Abschluss geht Brinkmann auf die Schnelltests ein. Diese hätten jedoch nur eine kurze Haltbarkeit. Bereits am Tag darauf könnte sich die Situation schon verändert haben. Nützlich seien sie dagegen, um die Dunkelziffer zu verringern.

Update vom 3. November, 13.54 Uhr: Schaade weist auf die Grenzen der Testmöglichkeiten in Deutschland hin. Es gelte: Je höher die Zahl der Fälle sei, desto schwieriger werde es, alle Menschen mit Erkältungssymptomen zu testen. Denn dann wären mehr als drei Millionen Tests pro Woche nötig - doch dies sei gar nicht erforderlich. Aus diesem Grund habe das RKI die Empfehlungen hinsichtlich der Testkriterien angepasst. Als Faktoren gelten etwa die Symptome, die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe und die Wahrscheinlichkeit, dem Virus ausgesetzt gewesen zu sein.

Update vom 3. November, 13.38 Uhr: Ein erfreuliche Information von Brinkmann: „Wir gehen davon aus, dass die Impfstoffe, die aktuell in Arbeit sind, das Virus eindämmen können.“ Damit sind auch mögliche Mutationen gemeint. Denn, so erklärt die Virologin, das Coronavirus würde europaweit in ziemlich ähnlicher Ausprägung auftreten. Das wiederum war nicht immer sicher, da Viren beim Reproduzieren Fehler machen würden, weshalb verschiedene Varianten auftreten würden.

Update vom 3. November, 13.23 Uhr: In Sachen Infektionen habe es laut Schaade „bis gestern exponentielles Wachstum“ gegeben. Der neue Wert sei noch nicht bekannt. Allerdings gelte: Bei jedem R-Wert über 1 handele es sich um exponentielles Wachstum. Zuletzt sei dieser immerhin gesunken, doch ein Trend lasse sich davon nicht zwingend ablesen.

Corona in Deutschland: RKI warnt vor 400.000 Neuinfektionen pro Tag - Virologin spricht von verschwendetem Sommer

Update vom 3. November, 13.11 Uhr: Auf die Kritik, die Politik habe einige Zeit verschlafen, entgegnet Spahn: „Ich kann mich erinnern, dass wir im August hier saßen und darauf hingewiesen haben, dass Feiern Gefahren mit sich bringen.“ Außerdem betont der CDU-Politiker, dass neun von zehn Corona-Patienten ambulant behandelt würden.

Update vom 3. November, 13.05 Uhr: Spahn ruft noch einmal in Erinnerung, dass sich in Deutschland aktuell Hunderttausende in Quarantäne befänden - ob wegen einer Infektion oder als Kontaktperson. Dies sei natürlich ein Einschnitt. Weiter erklärt der Gesundheitsminister, dass sich 21,6 Millionen Menschen die Corona-Warn-App heruntergeladen hätten.

Update vom 3. November, 12.50 Uhr: Nun spricht die Virologin Melanie Brinkmann. Sie zeigt sich enttäuscht, dass der Sommer damit verschwendet worden sei, über die Wirkung von PCR-Tests zu diskutieren. „Man erklärt dem Auto-Mechaniker ja auch nicht, wo sich der Motor befindet“, bittet sie um mehr Vertrauen in die Experten.

Update vom 3. November, 12.45 Uhr: Schaades Wunsch bei möglichen Infektionen: „Begeben Sie sich für fünf Tage in Quarantäne.“ Nur bei Abklingen der Symptome für 48 Stunden solle diese verlassen werden. Sobald die Symptome wieder auftauchen sollten, müsse es aber zurückgehen in die Isolierung.

Update vom 3. November, 12.42 Uhr: Nun spricht RKI-Mann Schaade, der vor 400.000 Infizierten pro Tag an Weihnachten* warnt - falls die aktuelle Entwicklung anhalte. Neben dem Einhalten der Regeln fordert der Experte auch, dass nach Möglichkeit aus dem Home Office gearbeitet werden solle. Er sagt aber auch: „Die Chancen auf einen baldigen Impfstoff sind realistisch.“

Update vom 3. November, 12.39 Uhr: Spahn warnt vor einem „harten November“, betont aber auch: „Wir sind diesem Virus nicht hilflos ausgeliefert, wir wissen, wie es geht.“ Auch nach dem Lockdown gelte es, sich an die Regeln zu halten.

Update vom 3. November, 12.35 Uhr: Spahn spricht von einer „Mammutaufgabe“, deren Höhepunkt wir noch nicht erreicht hätten. Zugleich stellt der CDU-Politiker fest, dass es ein sehr emotionales Thema sei. „Dieses Virus ist tückisch. Es lässt keine einfachen Lösungen zu.“

Corona in Deutschland: BR-Video der Pressekonferenz zur aktuellen Lage mit Spahn und Experten

Update vom 3. November, 12.26 Uhr: Gleich geht es los mit der Pressekonferenz mit Spahn und Co.

Update vom 3. November, 11.32 Uhr: Um 12.30 Uhr wird Gesundheitsminister Jens Spahn gemeinsam mit Professor Lars Schaade, Vizepräsident des RKI sowie weiteren Expertinnen und Experten eine Pressekonferenz geben. Darin geht es um die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie. Bei uns können Sie die Veranstaltung weiter oben im Live-Stream verfolgen.

Update vom 3. November, 11.25 Uhr: Eine Top-Virologin stimmt Deutschland auf einen harten Corona-Winter ein. Ihr zufolge gibt es gleich zwei Gründe, die gegen eine Herdenimmunität sprechen.

Update vom 3. November, 8.25 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Corona-Zahlen vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. „Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, damit die Dynamik der Neuinfektionen nachlässt“, sagte Reinhardt der „Passauer Neue Presse“. „Tun wir das nicht, droht eine Überlastung unseres Gesundheitswesens.“ Besonders die Zahl der Menschen auf Intensivbetten sei für Reinhardt besorgniserregend. Zudem fehle es an Personal, um alle freien Intensivbetten vollumfänglich zu betreuen.

Update vom 3. November, 6.24 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 15.352 neue Corona-Infektionen (Vortag: 12.097) und 131 Todesfälle innerhalb eines Tages. Momentan gibt es 178.218 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle hat sich in den vergangenen zwei Wochen von 851 Patienten (am 19. Oktober) auf 2.243 Patienten (am 2. November) fast verdreifacht, teilt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht vom Montagabend mit. 

Die Reproduktionszahl - kurz R-Wert - lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht bei 1,07 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Der R-Wert liegt seit „Anfang Oktober stabil deutlich über 1“, so das RKI. In den letzten Tagen habe der R-Wert leicht abgenommen, liege aber weiter über 1. Das bedeutet, dass die Anzahl der neuen COVID-19-Fälle weiterhin zunimmt, erklärt das RKI in seinem Covid-19-Lagebericht.

RKI meldet Corona-Fallzahlen

Coronavirus-Infektionen in Deutschlandbisher 560.379
Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-210. 661
aktive Corona-Fälle178.218

Corona-Hotspots in Deutschland

Update vom 2. November, 20.41 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland in Deutschland, das im Moment eine Inzidenz von weniger als 50 aufweist. Alle anderen Ländern liegen aktuell über der kritischen Marke - und das teils deutlich.

Wie aus dem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts vom Montag hervorgeht, ist die Lage vor allem in Bremen, Berlin, Hessen und NRW prekär. Die neuen Bundesländer sind nach wie vor am schwächsten von der Pandemie betroffen, doch auch hier ist eine Zunahme der Inzidenzen erkennbar. Die ganze Bundesrepublik kommt aktuell übrigens auf einen Wert von 114,6.

Deutschland färbt sich zusehends rot. Mittlerweile gelten beispielsweise ganz Bayern oder Hessen als Corona-Risikogebiet.
  • Bremen: 176,7 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Berlin: 164,2
  • Hessen: 148,9
  • Nordrhein-Westfalen: 147,3
  • Saarland: 143,2
  • Bayern: 123,2
  • Baden-Württemberg: 113,4
  • Hamburg: 100,7
  • Rheinland-Pfalz: 97,0
  • Sachsen: 97,0
  • Niedersachsen: 78,3
  • Thüringen: 61,4
  • Schleswig-Holstein: 53,9
  • Sachsen-Anhalt: 53,0
  • Brandenburg: 52,9
  • Mecklenburg-Vorpommern: 44,0

Corona in Deutschland: Verwirrung um deutschen Corona-Hotspot: RKI mit völlig anderen Daten als Landratsamt - „wir sind etwas ratlos“

Update vom 2. November, 17.15 Uhr: Riesen-Verwirrung in Marburg-Biedenkopf. Der hessische Landkreis wurde vom Robert-Koch-Institut in seinem Lagebericht vom Sonntag als Deutschlands schlimmster Corona-Hotspot angegeben. Die lokale Inzidenz von 299,5 konnte keiner der 401 Stadt- und Landkreise toppen. Am Montagnachmittag zeigt das RKI-Dashboard für Marburg-Biedenkopf 294,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen an. Seltsam ist, dass das Landratsamt von völlig anderen Zahlen spricht.

Vor Ort ist „nur“ von einem Inzidenzwert von 250,7 die Rede. Das bedeutet bei Weitem keine Entspannung, würde aber zumindest nicht den unrühmlichen Spitzenplatz im Deutschland-Ranking entsprechen. Allein die bayerischen Corona-Hotspots Rottal-in (287,2) und Berchtesgadener Land (282,3) lägen vor Marburg-Biedenkopf.

Wie aber kommt die vergleichsweise große Abweichung von fast 45 Punkten zustande? Leichte Unterschiede zwischen den RKI-Daten und denen der Landratsämter sind ja üblich: „Wir wissen nicht, wie die Zahlen zustande kommen“, erklärte ein Sprecher gegenüber der F.A.Z. und ergänzte: „Wir sind etwas ratlos.“ Daher werde nun ein Rechen- oder Übertragungsfehler geprüft.

Corona-Pandemie in Deutschland: Kanzlerin Angela Merkel begründet den Lockdown Light

Update vom 2. November, 14.30 Uhr: Die nächste Corona-Hiobsbotschaft von der Kanzlerin bei der Bundespressekonferenz. „Dass es die großen rauschenden Silvester-Partys geben wird, glaube ich nicht“, sagt Angela Merkel: „Wir wollen aber schauen, dass es kein Weihnachten in Einsamkeit geben wird.“

Update vom 2. November, 14.10 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht aktuell bei der Bundespressekonferenz. Sie begründet den neuen Lockdown Light.

Zwischen dem 22. Oktober und dem 1. November sei die Zahl der belegten Intensivbetten in Deutschland von 1030 auf 2061 gestiegen. In der Bundesrepublik liege die 7-Tage-Inzidenz derzeit im Schnitt bei einem Wert von 127,8, erklärt die Regierungschefin.

„Wir müssen wieder in eine Region von 50 Infektionen pro sieben Tage kommen. Das Virus bestraft Halbherzigkeit. Wir müssen Kontakte reduzieren, wo immer das möglich ist“, sagt die Bundeskanzlerin: „Jeder hat es in der Hand, den November zu einem Wendepunkt zu machen, zu einem gemeinsam Erfolg.“

Merkel macht ferner Hoffnung auf „einen erträglichen Dezember mit mehr Freiraum“.

Corona-Pandemie in Deutschland: AKK ist in Covid-19-Quarantäne

Update vom 2. November, 12.45 Uhr: Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist in Corona-Quarantäne. In diese hat sich das Regierungsmitglied nach Bekanntwerden eines Covid-19-Falles in ihrem privaten Umfeld vorsorglich begeben.

Ein erster Test auf das Coronavirus sei jedoch negativ ausgefallen, erklärte ihr Ministerium an diesem Montag.

Corona-Pandemie in Deutschland: Kritik am Lockdown Light aus Baden-Württemberg

Update vom 2. November, 12.30 Uhr: Während Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Corona-Krise notfalls auf noch schärfere Beschränkungen drängt, gibt es aus Baden-Württemberg prominente Kritik am Lockdown Light.

Wie das Nachrichtenportal echo24.de* schreibt, haben 35 Bürgermeister die neuen Regeln und Maßnahmen in einem offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) kritisiert. Sie würden folglich keinen Weg sehen, wie sie die Bürger vom „Sinn der Maßnahmen überzeugen können“.

Restaurants seien als „Treiber des Infektionsgeschehens (...) von eher geringer Bedeutung“, heißt es in dem Brief demnach weiter. Diesen haben unter anderem Tübingens OB Boris Palmer*, Böblingens OB Stefan Belz und Andreas Brand, OB von Friedrichshafen am Bodensee, unterschrieben.

Zum Teil-Lockdown gehört maßgeblich, dass Lokale, Wirtshäuser, Cafés, Kneipen und Bars sowie sämtliche Freizeiteinrichtungen schließen müssen. Bundesregierung und die Länderchefs hoffen, die Zahlen damit senken zu können.

Leere Tische und Stühle: Berlin zu Beginn des zweiten Corona-Lockdowns.

Coronavirus-Pandemie: Ärzte und Virologen streiten wegen Corona-Lockdown-Light

Erstmeldung vom 2. November: München/Berlin - In Deutschland ist zwischen Ärzten und Virologen ein polarisierender Streit über Sinn und Unsinn des aktuellen Corona*-Lockdowns-Light entbrannt.

Konkret: Die Virologen Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit hatten gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ein Positionspapier veröffentlicht, in dem unter anderem Lockdowns als wirksame Maßnahme zur Pandemie-Bekämpfung infrage gestellt wurden.

Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes, verteidigte nun die Coronavirus-Politik der Bundesregierung. Da seien ein paar Leute vorgeprescht und hätten ein Papier produziert, „das viele Fragen stellt, aber alle Antworten offen lässt“, sagte Montgomery am Montag im Deutschlandfunk.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Ärzte und Virologen sind sich beim Thema Lockdown nicht einig

Auf negative Folgen des Teil-Lockdowns angesprochen, entgegnete Montgomery: „Das schadet mit Sicherheit, das ist gar keine Frage, aber Tote durch die Pandemie schaden auch.“ Man müsse den Gesundheitsschutz und die negativen Folgen der Beschränkungen gegeneinander abwägen. „Und ich finde, das tun die ganz gut im Moment in der Bundesregierung“, sagte er.

Deutschland ist in der Coronavirus-Pandemie in einen sogenannten Lockdown-Light eingetreten - verfolgen Sie alle Entwicklungen dazu hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de und echo24.de sind Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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