Am Flughafen Hannover gestrandet

Corona-Mutation: Flug-Passagiere verzweifelt - „Werden gegen unseren Willen festgehalten“

Die Bundesregierung hat über Nacht alle Flüge aus Großbritannien gestoppt. Ein paar Maschinen kamen gestern noch in Deutschland an. Es herrschten chaotische Zustände.

  • Die Corona-Mutation in Großbritannien wird mit großer Sorge verfolgt.
  • In vielen europäischen Ländern reagierte man mit Flugverboten.
  • Auch Deutschland wählte diese Maßnahme - mit massiven Folgen für England-Rückkehrer.

Hannover - Der kurzfristige Einreisestopp für Passagiere aus Großbritannien hat an vielen Flughäfen für Chaos gesorgt. Wegen der Ausbreitung der möglicherweise sehr ansteckenden Corona-Mutation* in Südengland gelten strenge Regeln. Zum Leidwesen der England-Heimkehrer.

In einem Video, das Bild.de veröffentlichte, klagen Passagiere ihr Leid: „Hallo, wir sind hier am Flughafen in Hannover“, sagte dort eine Frau. „Wir werden gegen unseren Willen festgehalten!“ Neben ihr stehen drei weiter Frauen und ein Mann mit einem Baby auf dem Arm.

Die Reisegruppe, die aus Großbritannien nach Deutschland geflogen war, bekommt die Notmaßnahme der Bundesregierung zu spüren. Seit Mitternacht gilt ein Flug-Stopp für Passagiermaschinen aus dem Vereinigten Königreich. Grund ist die Befürchtung, dass die neue Virus-Variante um 70 Prozent ansteckender sein könnte, als die bislang bekannte Art des Coronavirus*. Wie ein Sprecher der Bundespolizei bekannt gab, werde allen von der britischen Insel Einreisenden ein „Corona-Test angeboten“.

Corona-Mutation: Großbritannien-Rückkehrer müssen am Flughafen Hannover bleiben

„Wir wurden getestet, dürfen aber den Flughafen nicht verlassen“, schilderte die Frau im Video die missliche Lage aller Großbritannien-Rückkehrer. „Es sind hier Leute mit einem kleinen Baby. Wir sollen jetzt alle in einer Halle sein, damit wir auch wirklich alle Coronavirus bekommen“, warf sie den Airport-Verantwortlichen vor. Um die von Großbritannien nach Deutschland geflogenen Personen provisorisch unterzubringen, stellte man am Flughafen Hannover kurzfristig Feldbetten auf.

Seit dem Erlass der Bundesregierung ist es sowohl Ausländern als auch Deutschen untersagt, den Transitbereich des Flughafens in Hannover zu verlassen. Die Schutzmaßnahme soll verhindern, dass die Fluggäste aus England die Corona*-Mutation unkontrolliert nach Deutschland bringen. Eine Entscheidung mit heftigen Folgen für die gestrandeten Passagiere in Hannover.

Die sorgen sich nun um die eigene Gesundheit. „Bitte helfen Sie uns, hier raus zu kommen“, flehte die Dame im Video. Man habe große Angst, sich mit Corona anzustecken*, weil weder eine ausreichende Belüftung gewährleistet sei noch der nötige Abstand zu anderen Menschen eingehalten werden könne. Auf mehreren Bildern, die die Passagiere mit ihren Smartphones gemacht haben, sieht man nah nebeneinander aufgestellte Not-Betten. Nicht immer scheinen dabei die Abstandsregeln befolgt worden sein.

Corona-Mutation: Flughafen Hannover im Chaos - Passagiere aus Großbritannien protestieren

Laut Bild.de kursieren weitere Videoaufnahmen, auf denen Streitgespräche zwischen gestrandeten Flug-Passagieren und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes von Hannover sowie des dortigen Flughafens zu sehen sind. Dabei forderten mehrere Menschen, den Flughafen unbehelligt verlassen zu dürfen. Teils wurden Rufe nach einem Anwalt laut.

Unterdessen wurde bekannt, dass in Hannover ein Passagier aus Großbritannien positiv auf Corona getestet worden ist. Aus weiteren Labortests soll nun hervorgehen, ob sich der Passagier mit der neuen, womöglich besonders ansteckenden Variante des Coronavirus infiziert habe. Die Region Hannover will Einzelheiten dazu um 14 Uhr in einer Pressekonferenz mitteilen. (kh) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © Fernando Martinez /dpa/TNN/picture alliance

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